Nisthilfen für den Steinkauz im Main-Kinzig-Kreis

Heute sind Streuobstwiesen mit ihren alten Obstsorten selten geworden, stattdessen wächst Spalierobst auf Plantagen, wird stark beschnitten, gedüngt und gespritzt. Strukturreiche Lebensräume sind dadurch verloren gegangen. Damit wurde auch der Steinkauz selten.
Von besonderer Bedeutung für die Erhaltung der früher weit verbreiteten Steinkauzbestände Hessens ist heute der Main-Kinzig-Kreis, wo noch vergleichsweise viele Brutpaare vorkommen. Auch hier fehlen jedoch alte Obstbaumbestände mit natürlichen Baumhöhlen als Nistplatz.

Fotograf: Karlheinz Franz

Gemeinsam mit einem ortskundigen Projektpartner, der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz, initiierte die Heinz Sielmann Stiftung ein Drei-Jahres-Schutzprogramm. Bestandteil dieses Programms ist die Installation von 300 etwa meterlangen Niströhren, die einem hohlen Stamm nachempfundenen sind. Darüber hinaus wurde die Pflanzung von 59 hochstämmigen Obstbäumen, die später Brutmöglichkeiten bieten sollen, umgesetzt. 2007 wurden die letzten 17 Niströhren installiert. Noch im selben Jahr konnten 72 Brutpaare mit 197 Jungvögeln nachgewiesen werden, die den Erfolg des Projektes beweisen.

Der Steinkauzbestand nahm zwischen 2006 und 2008 um beachtliche 36 Brutpaare (15 Pozent) zu und erreichte mit 277 Brutpaaren sein Bestandsmaximum binnen der 32-jährigen Artenschutzarbeit im Kreisgebiet. Der Landkreis beherbergt damit den größten Steinkauzbestand Hessens.

Während der Projektlaufzeit flogen im Mainz-Kinzig-Kreis insgesamt 1.533 Junge aus. Im Jahr 2008 dienten 89 der von der Heinz Sielmann Stiftung finanzierten Ersatzröhren als Brutquartier. Fast alle übrigen 211 Röhren wurden vom Steinkauz beflogen und als Tageseinstand, als Nahrungsdepot oder als Jungenquartier nach dem Flüggewerden genutzt.