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Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide

Die Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide ist das zweitgrößte Mitglied in der Familie der Sielmanns Naturlandschaften. 2004 erwarb die Heinz Sielmann Stiftung rund 3.450 Hektar dieser einzigartigen „Oase“ vor den Toren Berlins und Potsdams und sicherte sie so nachhaltig für die Natur. Unterdessen beträgt die Flächengröße durch weitere Zukäufe sogar knapp 3.650 Hektar, was in etwa 5.500 Fußballfeldern entspricht.

Wisent, Wiedehopf, Przewalski-Pferd, Sandlauf- und Hirschkäfer sowie viele andere seltene Arten sind die Akteure in der neunminütigen Dokumentation aus Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide. Dauer: 30 min, Produktion: 2012, corvusFilm

Der ehemalige, in Brandenburg gelegene Truppenübungsplatz bietet Lebensraum für rund 5.000 andernorts vielfach verdrängte Tier- und Pflanzenarten wie beispielsweise Seeadler, Ziegenmelker und Fischotter sowie Sumpfknabenkraut, Lungenenzian, Sonnentau und die Astlose Graslilie. Mehr als 100 Jahre intensive militärische Nutzung hielten Besiedlung sowie Land- und Forstwirtschaft fern. Dadurch entstand ein Mosaik wertvoller, weitgehend unzerschnittener Lebensräume mit Trockenrasen, Heiden, Mooren, Laubmischwäldern, Feuchtwiesen, Röhrichten und Gewässern, die viele, zum Teil sehr seltene Tier- und Pflanzenarten beheimaten.

Das Ziel der Heinz Sielmann Stiftung innerhalb der nächsten zehn Jahre ein wildnisähnliches Naturschutz- und Naherholungsgebiet mit großen Pflanzenfressern zu schaffen, fand mit der Eröffnung der Wildniskernzone im Jahre 2010 seinen vorläufigen Höhepunkt. Hier werden auch künftig Wisente (letzte Europäische Wildrinder), Przewalski-Pferde (Wildpferde) und Rotwild angesiedelt, die durch ihre Lebensweise und ihr Äsungsverhalten die landschaftliche Vielfalt gestalten und erhalten. Die Kernzone ist von einer, der Öffentlichkeit zugänglichen Naturerlebnis-Ringzone umgeben. Die freigegebenen Wanderwege sind von Munition beräumt und Besucher können von einem rund 55 Kilometer umfassenden Wanderwegenetz, von Aussichtsplattformen und einem Aussichtssturm aus die Landschaft erkunden, ohne sensible Bereiche für die Tier- und Pflanzenwelt zu stören. 

2006: Eröffnung des Schaugeheges

Als erster Baustein des Wildnisgroßprojektes wurde am 20. Mai 2006 das 36 Hektar große Schaugehege nahe Elstal eröffnet. Von einem diagonal verlaufenden Höhenweg lassen sich hier die drei großen Wildtierarten Wisent (letztes europäisches Wildrind), Przewalski-Pferd und Rothirsch gut beobachten. Mit der Zucht dieser Wildtierarten trägt die Heinz Sielmann Stiftung im Rahmen des Europäischen Erhaltungszucht-Programms zur Rettung dieser vom Aussterben bedrohten Tiere bei.

2008: Bezug der Eingewöhnungszone

Am 25. August 2007 wurde als zweiter Baustein die etwa 50 Hektar große Eingewöhnungszone fertig gestellt. In diesem Bereich sollen sich die Megaherbivoren an die wildnisähnlichen Verhältnisse anpassen können. Ab Januar 2008 wurde die Eingewöhnungszone mit 11 Tieren besetzt.

2010: Eröffnung der Wildniskernzone und des Wanderwegenetzes

Anfang Mai 2010 wurde als dritter und wichtigster Baustein die fast 2.000 Hektar große Wildniskernzone mit sechs Tränken sowie mit einer etwa 21 Kilometer langen Umfriedung und einem ebenso langen Rundweg umgesetzt. Als Erstbesatz für die Wildniskernzone diente unter anderem der Tierbestand aus der Eingewöhnungszone mit 73 Tieren.

2011: Einweihung eines Aussichtsturms

Seit Mai 2011 können Besucher den Aussichtsturm am Finkenberg über die sternartig zuführenden Wanderwege erreichen. Von 85 Meter Höhe über dem Meeresspiegel haben sie einen einzigartigen Rundblick bis hin zum 25 Kilometer entfernten Fernsehturm am Alexanderplatz.

Aktueller Tierbestand

Der Heinz Sielmann Stiftung ist es in den letzten acht Jahren gelungen, ein wildnisähnliches Naturschutz- und Naherholungsgebiet mit großen Pflanzenfressern zu schaffen. Aktuell leben derzeit zusammen in der Wildniskernzone und im Schaugehege mehr als 100 große Pflanzenfresser, darunter Wisente, Przewalski-Pferde und Rotwild und es werden stetig mehr. Sie gestalten und erhalten durch ihre Lebensweise und ihr Äsungsverhalten die landschaftliche Vielfalt. 

Ausblick

Für die Zukunft ist eine umfassende gebietstypische Ausstellung geplant. Zusätzlich soll die Umweltbildung insbesondere für Schulklassen etabliert und das Wildnisgroßprojekt Döberitzer Heide intensiv wissenschaftlich begleitet werden.

Projektkarte Wanderwege

Download: Projektkarte Wanderwege in der Döberitzer Heide (PDF: 500 Kb)

Zur Umsetzung des Großprojektes hatte die Heinz Sielmann Stiftung die gesamte Fläche im Februar 2005 an die Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide gemeinnützige GmbH übertragen, die im Dezember 2004 ihre Tätigkeit aufgenommen hat. Ihr steht ein Kuratorium zur Seite, dessen Vertreter aus Wissenschaft und Politik das Vorhaben beratend begleiten.

Begeben Sie sich auf einen „bewegten" Streifzug durch die Döberitzer Heide 

Tierdokumentation „Wild im Bild" von Tier TV über Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide (Dauer: 30 min.)