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10 Jahre Biotopverbund Bodensee Offizielle Einweihung des Projekts Walpertsweiler Weiher im Beisein des baden-württembergischen Naturschutzministers Alexander Bonde

Duderstadt. Was mit einem Spatenstich zur Anlage des „Heinz-Sielmann-Weihers“ begann, hat sich in den vergangenen zehn Jahren zu einem Naturschutzprojekt entwickelt, das für ganz Deutschland Vorbildcharakter haben kann: Sielmanns Biotopverbund Bodensee umfasst inzwischen 24 Biotopstandorte mit rund 80 Einzelmaßnahmen am westlichen Bodensee. Im Beisein des baden-württembergischen Naturschutzministers Alexander Bonde wurde am 16. März mit der offiziellen Einweihung des jüngsten Projekts „Walpertsweiler Weiher“ ein neuer Mosaikstein von „Sielmanns Biotopverbund Bodensee“ gelegt.

„Ich bin beeindruckt von den erfolgreich realisierten Renaturierungs- und Biotopvernetzungsmaßnahmen, den vielen engagierten Naturschützerinnen und Naturschützern hier vor Ort und dem großem Interesse am Schutz der biologischen Vielfalt und an der Bewahrung der Schöpfung", sagte Naturschutzminister Alexander Bonde in seinem Grußwort. Der Minister hob darüber hinaus hervor, dass das Land Baden-Württemberg Sielmanns Biotopverbund Bodensee über das nachhaltige Regionalentwicklungsprogramm „PLENUM Westlicher Bodensee“ und über die Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg mehrfach unterstützen konnte.

Der Erhalt der Biodiversität sowie die Realisierung eines Biotopverbundes auf mindestens zehn Prozent der Landesfläche sei für die grün-rote Landesregierung ein Projekt von höchster Priorität", so Bonde weiter: „Die Artenvielfalt ist unsere Lebensversicherung – und vor allem diejenige künftiger Generationen.“ Ohne sie gäbe es keine fruchtbaren Böden, keine gesicherte Ernährung und kein Gleichgewicht zwischen Wasserhaushalt und Klima.

„Lebensräume für Tiere und Pflanzen in einer dicht besiedelten und intensiv genutzten Landschaft, wie am Bodensee, zu erhalten und neu zu erschaffen, stellt eine große Herausforderung für den Naturschutz dar“, so Inge Sielmann, Stiftungsratsvorsitzende der Heinz Sielmann Stiftung. „Mit viel Fingerspitzengefühl und engagierten Partnern aus der Region ist es uns in den vergangenen Jahren gelungen, eine Vielzahl interessanter und ökologisch wertvoller Biotopbausteine am westlichen Bodensee umzusetzen.“

Inge Sielmann lobte dabei das Engagement von Prof. Dr. Peter Berthold. Der ehemalige Leiter der Vogelwarte Radolfzell hatte vor zehn Jahren zusammen mit dem Tierfilmer und Stiftungsgründer Heinz Sielmann († 2006) den konzeptionellen Grundstein für das Projekt gelegt und fungiere seitdem als dessen unermüdlicher Motor.

Überlingens Oberbürgermeisterin Sabine Becker freute sich, dem neuen Projekt den Namen „Inge-Sielmann-Weiher“ geben zu können. „Was wäre Natur- und Landschaftsschutz in Deutschland, ja in Europa, ohne Pioniere wie Heinz Sielmann, ohne Idealisten wie Peter Berthold und ohne Initiatoren wie die Heinz-Sielmann-Stiftung. Gerade in Zeiten klammer öffentlicher Haushalte gerät die Natur, gelangen Ökologie, Landschaftsschutz und -pflege, allzu häufig aus dem Blickfeld. Vor diesem Hintergrund sind die zahlreichen Projekte der Heinz-Sielmann-Stiftung im Biotopverbund Bodensee ein Glücksfall. Ein Glücksfall für die Gemeinden, vor allem aber für Natur- und Artenschutz, für die Bewahrung unserer schönen Bodenseelandschaft. Wir, die Gemeinden und Landkreise innerhalb des Biotopverbundes Bodensee, sind für dieses Werk, für dieses Engagement, zu großem Dank verpflichtet.“

In den kommenden Jahren plant die Heinz Sielmann Stiftung, weitere Biotope in der Bodenseeregion zu schaffen. Unter dem Motto „Jeder Gemeinde ihr Biotop“ könne das Konzept „Biotopverbund“ zukünftig auch bundesweit Bedeutung erhalten. So sei es durchaus vorstellbar, dass für eine Vielzahl neuer Projekte bundesweit weiterführende Aktivitäten entwickelt und umgesetzt werden könnten.