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28 Teilnehmende für das neue Jahr der Slow Food Youth Akademie

Am 22. März starten 28 junge Erwachsene das Weiterbildungsprogramm von Slow Food Deutschland, bei dem sie unter anderem auf dem Acker, dem Schlachthof, dem Fischkutter, in der Backstube und in Brüssel, dem Zentrum eu-ropäischer Politik Station machen. An acht gemeinsamen Wochenenden setzen sie sich damit auseinander, wie Lebensmittel hergestellt und weiterverarbeitet werden und wer darüber entscheidet. Expertinnen und Experten aus Landwirt-schaft und Handwerk, Gastronomie und Handel, Wissenschaft und Politik beglei-ten sie dabei.

Die 28 Teilnehmenden der diesjährigen Akademie wurden aus knapp 70 Bewerbungen ausgewählt. Ihnen gemeinsam ist die Leidenschaft für Essen und guten Geschmack sowie der Wunsch, ihr bereits vorhandenes Wissen über unser Lebensmittelsystem zu vertiefen. In diesem System möchten sie etwas bewegen und ihren Beitrag dazu leisten, dass Lebensmittel gut, sauber und fair erzeugt werden. Den Nachwuchs für die sinnliche Erfahrung guter Lebensmittel zu begeistern und sie für kulinarischen ‚Aktivismus‘ zu gewinnen, ist essentieller Bestandteil der Arbeit von Slow Food Deutschland. „Wir brauchen den Tatendrang und die Leidenschaft junger Erwachsener für die Ernährungswende. In der Akademie versammeln wir eine Menge cleverer Köpfe, die Verantwortung übernehmen wollen, für das was sie essen und wie sie leben. Mit unserer Unterstützung lernen sie, wie sie konkret an zukunftsfähiger Lebensmittelerzeugung und deren Konsum mitarbeiten können. Viele von ihnen bringen bereits klare Vorstellungen davon sowie echte Verbesserungsvorschläge mit. Teils fehlt es ihnen nur an Mut, ihre Ideen beruflich umzusetzen“, so Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland.

Diesen Mut sammeln viele Teilnehmende im Laufe des Akademiejahres, indem sie sich mit Gleichgesinnten vernetzen und von Menschen lernen, die innovative Ideen und Projekte ökologisch und rentabel umsetzen. Rund die Hälfte schlägt nach Abschluss der Akademie neue Berufswege ein, einige finden gemeinsam den Weg in die Selbstständigkeit.

Startschuss für die diesjährige Akademie ist der 22. März in der Naturlandschaft Döberitzer Heide von der Heinz Sielmann Stiftung. Die Teilnehmenden aus Handwerk, Handel, Gastronomie, Journalismus, Politik sowie Landwirtschaft und Fischerei lernen sich untereinander sowie die Philosophie von Slow Food kennen. Während des Jahres erwartet sie eine ausgewogene Mischung aus Theorie und Praxis. Sie lernen unter anderem Methoden, Texturen, Aromen und Geschmäcker von Handwerk und Industrie zu unterscheiden. Maßgeblich gefördert wird die Slow Food Youth Akademie in Deutschland von der Heinz Sielmann Stiftung.

„Der Zusammenhang unserer Ernährungsgewohnheiten mit dem Artensterben, dem Verlust an biologischer Vielfalt und dem globalen Klimawandel wird immer noch ignoriert, wie es die aktuelle Zulassung von 14 weiteren Ackergiften und Pestiziden durch das Bundeslandwirtschaftsministerium beweist. Deshalb engagiert sich die Heinz Sielmann Stiftung mit ihrem Natur -und Artenschutzanliegen für nachhaltig produzierte Lebensmittel und für eine Verarbeitung, die Wertschätzung und Genuss im Blick hat“, betont Michael Beier, Vorstandsvorsitzender der Heinz Sielmann Stiftung.

Slow Food ist eine weltweite Bewegung, die sich für ein zukunftsfähiges Lebensmittelsystem einsetzt. Der Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft, des traditionellen Lebensmittelhandwerks und der regionalen Arten- und Sortenvielfalt sind für Slow Food ebenso wichtig wie eine faire Entlohnung für zukunftsfähig arbeitende Erzeuger sowie die Wertschätzung und der Genuss von Lebensmitteln. Slow Food Deutschland e. V. wurde 1992 gegründet und zählt über 85 lokale Gruppen. Insgesamt ist Slow Food in über 170 Ländern mit diversen Projekten, Kampagnen und Veranstaltungen aktiv. Als Slow-Food-Mitglied ist man Teil einer großen, bunten, internationalen Gemeinschaft, die das Recht jedes Menschen auf gute, saubere und faire Lebensmittel vertritt.  

Die Slow Food Youth Akademie besteht seit 2017. Bewerben können sich junge Erwachsene zwischen 18 und 35 Jahren. Sie kommen aus handwerklichen Berufsausbildungen ebenso wie aus akademischen Laufbahnen. Im Mai 2018 hat sich das Alumni-Netzwerk der Akademie gegründet.

Die Heinz Sielmann Stiftung widmet sich seit 25 Jahren der Förderung des Naturschutzes, des Naturerlebens und der Bewahrung der Artenvielfalt. Mit dem Kauf großer unzerschnittener Landschaften in Brandenburg erhält und schafft sie Lebensräume für seltene Tiere und Pflanzen. Auch fördert die Stiftung des berühmten Tierfilmers Biotopverbünde, zum Beispiel am Bodensee und entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze. So können auf diesen Flächen Tier- und Pflanzenbestände sich frei vom wirtschaftlichen Nutzungsdruck erholen und verschwundene Arten zurückkehren. Darüber hinaus ermöglicht die Stiftung Menschen das persönliche Erleben in der Natur, und sie bewahrt das filmische Erbe des bekannten Naturfilmpioniers Heinz Sielmann.