Wisente und Wildpferde in der Döberitzer Heide ausgewildert

Elstal – Elf Przewalskipferde und drei Wisentkühe wurden erfolgreich in die Wildniskernzone der Döberitzer Heide entlassen. Seit fünf Wochen leben sie nun komplett ohne menschlichen Einfluss. Zwei Tiere tragen einen GPS-Sender, der ihren Standort und ihr Verhalten registriert. Aus den bisher übermittelten Daten schließen die Mitarbeiter der Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide, dass es den Tieren gut geht.

Mitte August wurden die 14 Tiere aus der 50 Hektar – das entspricht etwa 70 Fußballfeldern - großen Eingewöhnungszone auf die 1.860 Hektar – ca. 2.600 Fußballfelder - große Wildnisfläche entlassen. Im ersten Moment haben die Tiere dem unerwartet geöffneten Tor nicht getrraut. Einige Kilo Möhren konnten die Przewalskipferde dann aber überzeugen, den ersten Schritt in die Freiheit zu tun. Die etwas scheueren Wisentkühe folgten.

Das echte wilde Leben – ohne zusätzliche Fütterung

Heideflächen und lichter Wald in der Wildniskernzone sorgen für reichlich Nahrung. Anders als in der Eingewöhnungszone wird auf der großen Wildnisfläche nicht zusätzlich im Winter gefüttert. Die Tiere, aktuell rund 75 Wisente, 34 Przewalskipferde und etwa 75 Stück Rotwild, müssen ihr Futter komplett selbst suchen.

Nicht nur Gras, sondern auch kleine Bäume und Büsche fressen die Tiere, um die nötigen 30-50 Kilo Pflanzenkost pro Tag aufzunehmen. Der Effekt ist gewollt – die europaweit bedeutsame Landschaft offen oder halboffen zu halten, ist eines der Ziele, das die Heinz Sielmann Stiftung mit dem Wildnisgroßprojekts Döberitzer Heide erreichen möchte.

Zugleich fördert die Heinz Sielmann Stiftung mit der Auswilderung der großen Pflanzenfresser die Arterhaltung dieser seltenen Tiere. Die Wisente und Wildpferde kehren auf der riesigen Fläche zu ihrem natürlichen Verhalten zurück, das aufgrund täglicher Fütterung in Zoos und Gehegen lange für sie nicht überlebenswichtig und deshalb fast verloren war.

Besenderung im April

Im April dieses Jahres wurden zwei Wisentkühe mit dem für die Wildtierbeobachtung entwickelten GPS-Sendern versehen. Es sind leichte und strapazierfähige Geräte, die Auskunft über den aktuellen Standort der ausgewilderten Tiere geben. Diese sind ohne die Sender in dem weitläufigen Gelände der Döberitzer Heide kaum zu finden oder zu beobachten. Mit Hilfe einer Förderung vom WWF Deutschland konnte die Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide die beiden Sendehalsbänder erwerben.

Der Sender misst in Intervallen die Bewegungen der Tiere. Daraus lassen sich Rückschlüsse auf ihre Aktivitäten ziehen. Wissenschaftler können nachvollziehen, wann das Tier ruht, frisst oder sich schubbert, wann es sich wälzt oder wandert.

Schaugehege in Elstal

Um Besuchern der Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide die großen europäischen Pflanzenfresser näher zu bringen, leben 13 Wisente, elf Przewalskipferde und 16 Stück Rotwild im 36 Hektar großen Schaugehege der Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide.

Der Eingang befindet sich auf dem Gelände von „Karls Erlebnisdorf“ in Elstal. Der Erdbeerhof ist frei zugänglich, das Schaugehege täglich von 10-18 Uhr geöffnet, ab November von 10-16 Uhr.

Auf einen Blick:

Was: Schaugehege der Heinz Sielmann Stiftung
Wo: 14641 Wustermark/Elstal, Zum Erlebnis-Dorf 1
Anfahrt aus Berlin: Heerstraße/ B5 Richtung Nauen, Abfahrt Elstal „Olympisches Dorf“
Öffentliche Verkehrsmittel: Regionalbahn Richtung Rathenow, Ausstieg Bahnhof Elstal, Bus 662 ab Bahnhof Elstal zu Karls Erlebnis-Dorf
Eintritt: Erwachsene 4 €, Kinder 2 €