Aktionsprogramm Insektenschutz: Ein Tropfen auf den heißen Stein

Bundesumweltministerin Schulze stellt viel Papier und wenig Aktion vor – so lässt sich die Biodiversitätskrise nicht abwenden.

Ausgesummt? Wird der Abwärtstrend der Insektenpopulationen nicht schnell gestoppt, wird der „stumme Frühling“ bald Realität. Foto: Boiko Y, shutterstock.com

Die Umweltminister der Länder „beobachten den Rückgang der Insektenzahlen in Deutschland mit großer Sorge“. Nun soll ein Eckpunktepapier gegen die Biodiversitätskrise helfen – neun Seiten, auf denen sich Formulierungen wie „zügige Umsetzung konkreter Maßnahmen“, „Trendumkehr“ und „Wiederherstellung von Insektenlebensräumen“ finden. Vorschläge zu konkreten Maßnahmen sucht man vergeblich. Michael Beier, geschäftsführender Vorstand der Heinz Sielmann Stiftung, erklärt: „Man bekommt den Eindruck, als hätte sich Umweltministerin Svenja Schulze noch nie mit der Umsetzung praktischer Naturschutzmaßnahmen beschäftigt. Ein Gefühl für die Dimensionen des EU-Agrarhaushalts scheint sie ebenso wenig zu haben. Mit 4,8 Milliarden Euro jährlich subventioniert die Europäische Union die Landwirtschaft. Sie gibt nun etwa 0,001 % dieser Summe als „Sofortmaßnahme“ im Kampf gegen das Insektensterben aus. Diese fünf Millionen Euro, zudem abgezogen aus dem Bundesprogramm Biologische Vielfalt, sind ein Tropfen auf den heißen Stein.“

Das Eckpunktepapier und das geplante Aktionsprogramm bleiben Augenwischerei, wenn der wichtigste, und leider nur vorletzte Punkt des Programms, nicht mit Nachdruck umgesetzt wird. Hier wird versprochen, sich bei den nächsten Verhandlungen zum künftigen mehrjährigen Finanzrahmen der EU (MFR) für eine bessere Naturschutzfinanzierung einzusetzen. Umweltministerin Schulze und Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner hatten dazu bereits mehrfach die Gelegenheit. Trotzdem sind die Entwürfe für die nächste Förderperiode weder mutig noch zukunftsfähig. Auf diesem Wege steuern wir, trotz des fünf Million Euro großen Trostpflasters, auf einen ökologischen Bankrott zu.

Biologische Vielfalt und intakte Natur sind systemrelevant, denn davon hängen unsere Lebensgrundlagen ab. Das Eckpunktepapier zum Insektenschutz ist nicht der Erfolg, als den die Bundesumweltministerin es gern verkauft. Den Insekten, Vögeln und Fledermäusen hilft das beschriebene Papier wenig. Sie brauchen jetzt einen relevanten Systemwechsel. Sonst trifft uns die Biodiversitätskrise mit ungeahnter Härte.

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