Ameisen und Salamander gewinnen Naturfilme mit CAMäleon-Jugendfilmpreis der Heinz Sielmann Stiftung ausgezeichnet

Eckernförde. „Die Ameise und ihr Staat“ von Olivia Salm und Lucy Strauch und „Leben in zwei Elementen“ von Philipp Gerhardt gehören zu „CAMäleon“- Preisträgern. Für den Beitrag „Artenvielfalt durch Biotoverbund“ verlieh die Jury einen Sonderpreis.

In Anwesenheit von rund 140 Gästen wurde am Samstag der Jugendfilmpreis „CAMäleon“ vergeben. 71 Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren hatten sich an dem Naturfilmwettbewerb der Heinz Sielmann Stiftung beteiligt. Die feierliche Preisverleihung fand im Rahmen des internationalen Naturfilmfestivals „Green Screen“ in Eckernförde statt. Das „CAMäleon“ für die beste Naturdokumentation der 12-15-Jährigen ging an „Die Ameise und ihr Staat“ von Olivia Salm und Lucy Strauch. Für den besten Film der Altersgruppe 15-18 wurde Philipp Gerhardt mit „Leben in zwei Elementen“ ausgezeichnet. Für den in einem Filmcamp entstandenen Beitrag „Artenvielfalt durch Biotopverbund“ verlieh die Jury einen Sonderpreis. Neben der Stiftungsratsvorsitzenden Inge Sielmann waren auch CAMäleon-Botschafterin und Sielmann-Filmpreisträgerin Christina Karliczek sowie die Jury-Mitglieder Britta Kiesewetter (NDR Naturfilm) und Ines Possemeyer (GEO Magazin) anwesend. Die insgesamt acht prämierten Filme werden unter www.camäleon-jugendfilmrpreis.de veröffentlicht.

Für den Film „Die Ameise und ihre Staat“ haben die Filmemacherinnen Olivia Salm (12) und Lucy Strauch (12) über mehrere Wochen einen Ameisenhügel unter die Lupe genommen. In der Dokumentation über den Ameisenstaat, sei es ihnen gelungen, dem Zuschauer viele Fakten leicht verständlich zu erzählen. „Der Film überzeugt durch abwechslungsreiche und technisch sehr gute Bildeinstellungen, gute Filmschnitte und eine passende Vertonung“, begründet die Jury ihre Auszeichnung.“ Olivia und Lucy haben sich sehr intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt und trotz der Komplexität einen technisch und inhaltlich sehr guten und informativen Film gedreht.“

„Leben in zwei Elementen“ von Phillip Gerhardt (16) ist ein Naturfilm, der anschaulich das Leben von Amphibien, insbesondere von Salamandern, in Szene setzt: “Es ist sehr beeindruckend, was Philipp an Material zusammengetragen hat“, fasst Jury-Koordinatorin Dr. Susanne Eich von der Heinz Sielmann Stiftung zusammen. Er habe die Dreharbeiten sehr aufwändig gestaltet und sich zudem intensiv Gedanken zur Dramaturgie des Films sowie zur technischen Umsetzung gemacht. Wie kaum einem anderen Einsender sei es ihm gelungen, Atmosphäre zu schaffen. Hier werde ein echtes Kameratalent sichtbar, das merklich Spaß am Thema und den Bildern habe und dies auch dem Zuschauer vermittelt.

In dem Film „Artenvielfalt durch Biotopverbund“ setzen sich die Nachwuchs-Naturfilmer Jon-Vincent Drewes (15),Marcel Cremer-Dürr (15), Joris Max Lassen(11) und Finja Lück(15) mit der Notwendigkeit der Vernetzung von Lebensräumen durch Grünbrücken auseinander. Der Beitrag ist im Rahmen eines fünftägigen Naturfilm-Camps entstanden und wurde daher mit dem Sonderpreis „Bester Naturfilm unter fachlicher Anleitung“ ausgezeichnet. „Der Film ist ein Plädoyer für die Schaffung von Wandermöglichkeiten für verschiedene Tierarten“, begründet die Jury ihre Entscheidung. Der Film befinde sich auf einem technisch und technisch sehr hohen Niveau. Zukünftig könne das Team stärker darauf achten, dass nicht nur die Bilder, sondern auch der Text auf die Geschichte hinarbeitet und nicht zerfasert.

Die vollständigen Jurybegründungen für alle acht ausgezeichneten Filme finden Sie unter camaeleon-jugendfilmpreis.de/rueckblick/so-war-2012/

CAMäleon – der Jugendfilmpreis der Heinz Sielmann Stiftung
Mitmachen können Jugendliche im Alter zwischen zwölf und 18 Jahren, einzeln, im Team, mit ihrer Film-AG oder Schulklasse. Wichtig für eine erfolgreiche Teilnahme sind das Interesse am Filmemachen, am präzisen Beobachten sowie die Begeisterung für Natur, Tiere und die eigene Umwelt. Das CAMäleon mit seinem achtsamen Rundum-Blick von annähernd 360 Grad und seiner Geduld, die es etliche Zeit in einer Position verharren lässt, ist hierfür Vorbild. Über die Einsendungen entscheidet eine Jury aus erfahrenen Filmprofis, Medien- und Umweltpäda¬gogen. Den Gewinnern winken Sachpreise wie Foto -und Filmkameras und Tarnzelte.

Der Jugendfilmpreis CAMäleon wird 2012 unterstützt von NDR Naturfilm, dem GEO Magazin, dem Kindermagazin GEOlino, der Leica Camera AG, Panasonic Deutschland und Vivara Naturschutzprodukte.

Der Einsendeschluss für den nächsten Wettbewerb ist der 1. Juni 2013. Weitere Infos, die Teilnahmebedingungen, Tipps und Tricks für angehende Naturfilmer sowie die Gewinnerfilme aus dem vergangenen Jahr finden Interessierte unter: www.CAMäleon-jugendfilmpreis.de

Heinz Sielmann – Pionier des Naturfilms
Heinz Sielmann (1917-2006) gilt als Pionier des Naturfilms. Mit seiner legendären Serie „Expeditionen ins Tierreich“ hat er das Genre im deutschen Fernsehen der 70er und 80er Jahre berühmt gemacht. Zugleich war es Heinz Sielmann wichtig, mit seiner Stiftung junge Menschen für die Schönheit der Natur zu sensibilisieren. Hier schafft CAMäleon die Verbindung: Der Naturfilmwettbewerb bietet Jugendlichen die Möglichkeit, das Erforschen der Natur mit Hilfe einer Filmkamera selbst in die Hand zu nehmen. Denn auch Heinz Sielmann drehte seinen ersten Film „Vögel über Haff und Wiesen", noch bevor er zwanzig war. Das Filmemachen begeistere ihn so sehr, dass er sein Hobby zum Beruf machte und überzeugter Naturschützer wurde.