August ist Sternschnuppenzeit - Sterne sehen am 12. August in der Kyritz-Ruppiner Heide

Pfalzheim bei Neuruppin – Die Heinz Sielmann Stiftung lädt am kommenden Sonnabend, 12. August mit tatkräftiger Unterstützung des Zeiss-Großplanetariums Berlin zur Sternenbeobachtung in die Kyritz-Ruppiner Heide ein. Bei klarem Wetter bietet der Augusthimmel über dem ehemaligen „Bombodrom“ im Nordwesten Brandenburgs mehrere Höhepunkte, darunter eine Menge Sternschnuppen – bis zu 100 leuchtende Meteore pro Stunde.

„Im Sommermonat August kreuzt die Erde auf ihrer Bahn alljährlich die Staubspur des Kometen Swift-Tuttle. Die Staubteilchen dringen mit hoher Geschwindigkeit in die Atmosphäre ein und regen die umgebende Luft zum Leuchten an“, erklärt Sternenkenner Hannes Petrischak, Leiter des Geschäftsbereichs Naturschutz bei der Heinz Sielmann Stiftung.

Da diese Meteore aus der Richtung des Sternbildes Perseus zu kommen scheinen, werden sie als Perseiden bezeichnet. Ihr Maximum erreichen sie mit bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde am Morgen des 11. August, aber auch in den folgenden Tagen leuchten noch zahlreiche Meteore auf.

Sonnenuntergang über Heideblütenteppich

Eingeläutet wird die Lange Nacht mit dem Sonnenuntergang über dem riesigen lilafarbenen Heideblütenteppich des früheren Truppenübungsplatzes. Ab 19.30 Uhr beginnt das kombinierte Erlebnis von Heideblüte, Sonnenuntergang und anschließender Sternenbeobachtung auf dem Sielmann-Hügel.

Von der Erhebung nahe Pfalzheim, in einer kurzen Wanderung vom nur 1,4 Kilometer entfernten Parkplatz aus bequem zu erreichen, kann man den Ausblick am besten genießen. Hier finden fachkundige Erläuterungen statt. Mit Taschenlampen geht es durch die Dunkelheit zurück. Bei bedecktem Himmel bzw. Regen findet die Veranstaltung nicht statt!

Highlights am August-Himmel:

Jupiter, Saturn, Sternschnuppen und die Milchstraße

Der Sternenhimmel am 12. August hat einige Höhepunkte zu bieten, sagt Hannes Petrischak. Kurz nach Sonnenuntergang macht sich im Westen als hellster Lichtpunkt am Himmel der Riesenplanet Jupiter bemerkbar. Er steht in dieser Zeit ganz nah an Spica, dem Hauptstern im Sternbild Jungfrau. Die untergehenden Frühlingssternbilder Bärenhüter und Jungfrau sinken im Laufe des Abends immer näher an den Horizont.

Im Süden steht mit Saturn auch der zweitgrößte Planet unseres Sonnensystems im Sternbild Schlangenträger. In seiner Nähe funkelt ebenfalls ein heller Stern, nämlich der rötliche Antares im Skorpion.

Beide Planeten sind sehr lohnende Fernrohr-Objekte: Saturn ist von einem prächtigen Ringsystem umgeben, und die vier hellsten Jupiter-Monde sind schon durch ein gutes Fernglas zu erkennen.

Drei helle Sterne im Süden

Viel höher am Himmel dominieren drei helle Sterne in Blickrichtung Süden, die gemeinsam das so genannte Sommerdreieck formen: Atair im Adler, Wega in der Leier und Deneb im Schwan. Der Schwan ist nach der griechischen Mythologie der Göttervater Zeus, der in dieser Gestalt einst die schöne Königstochter Leda verführte. Mit lang gestrecktem Hals fliegt er fast im Zenit über den Himmel.

Im Schwan ist auch die Milchstraße besonders hell zu erkennen. Dieses milchig leuchtende Band, zusammengesetzt aus unzähligen fernen Sternen unserer Heimatgalaxie, zieht sich vom Sternbild Schütze am südlichen Horizont mitten durch das Sommerdreieck in Richtung Nordosten, wo als auffälligstes Sternbild das „Himmels-W“ Kassiopeia in der Nacht immer höher steigt. Gemeinsam mit den Sternbildern Pegasus, Andromeda und Perseus im Osten kündigt es bereits den Herbst an. Im Sternbild Andromeda wird unsere nächste Nachbargalaxie, der Andromeda-Nebel, in völliger Dunkelheit schon mit bloßem Auge sichtbar.

Sternenkenner Hannes Petrischak wird am kommenden Samstag bei klarem Himmel vor Ort die Phänomene zeigen und erklären.

Datum: 12.08.2017, ab 19.30 Uhr; fällt bei bedecktem Himmel aus

Ort: 16818 Pfalzheim/Temnitzquell, Sielmann-Hügel

Ausrüstung: Festes Schuhwerk, Taschenlampe