Ausstellungseröffnung „SIELMANN!“ mit tierischem Durchblick im Herzoglichen Museum Gotha

Wenn seine „Expeditionen ins Tierreich“ im Fernsehen liefen, waren die Straßen draußen leer gefegt. Er besaß die Gabe, mit dem, was ihm vor die Linse lief, flatterte oder kroch, zu berühren und zu begeistern. Die Rede ist von dem bekannten Naturfilmer Heinz Sielmann. Mit seinen spektakulären Aufnahmen – mal aus der eigens präparierten Spechthöhle, mal aus der afrikanischen Savanne – fasziniert er noch heute Jung und Alt und macht die Menschen auf die Lebensräume und die Natur aufmerksam, die sie bewohnen und gleichzeitig zerstören. Besondere Entdeckungen für vor allem für die kleinen Besucher bietet die Ausstellung „SIELMANN!“, die am 1. Dezember 2018, um 14 Uhr im Herzoglichen Museum Gotha offiziell eröffnet wurde.

Die "Entdeckerlinse" eröffnet den Besuchern neue Perspektiven und erweckt vormals weiße Leinwände zum Leben. Foto: Iris Blank

In den Räumlichkeiten des Herzoglichen Museums Gotha ist die Ausstellung SIELMANN! vom 2. Dezember 2018 bis 17. März 2019 zu sehen. Foto: Iris Blank

Bei der Ausstellungseröffnung wurden die Gäste auch Prof. Johannes Vogel begrüßt, dem Direktor des Berliner Naturkundemuseums begrüßt, wo die Sonderausstellung über eine halbe Million Besucher begeisterte. Foto: Iris Blank

Dr. Hannes Petrischak von der Heinz Sielmann Stiftung berichtete anschaulich von den artenreichen Naturlandschaften, die die Stiftung des verstorbenen Tierfilmers bis heute pflegt und schützt. Foto: Iris Blank

Ein spezieller Polarisationsfilter wird an Besucher ausgegeben und verwandelt die weißen Kästen zu einem bewegten Bild. Foto: © Stiftung Schloss Friedenstein Gotha / Paul-Ruben Mundthal

Die Kamera aus Heinz Sielmanns Privatbesitz, mit der der Dokumentarfilmer viel gearbeitet hat. Foto: © Stiftung Schloss Friedenstein Gotha / Paul-Ruben Mundthal

Die originale rot-karierte Jacke, die Heinz Sielmann oft bei seiner Arbeit in der Natur trug. Foto: © Stiftung Schloss Friedenstein Gotha / Paul-Ruben Mundthal

Der Fischadler brütet vor allem in Regionen mit Seen. In Thüringen ist er eher selten anzutreffen, zieht aber regelmäßig durch. Foto: © Stiftung Schloss Friedenstein Gotha / Paul-Ruben Mundthal

Natur pur: Ein junger Keiler findet sich ebenfalls in der Ausstellung über den Naturfilmer Heinz Sielmann. Foto: © Stiftung Schloss Friedenstein Gotha / Paul-Ruben Mundthal

2017 wäre der bekannte Tierfilmer 100 Jahre alt geworden. Anlässlich dieses Jubiläums hat das Museum für Naturkunde Berlin gemeinsam mit der Heinz Sielmann Stiftung eine besondere Wanderausstellung konzipiert, die vom 2. Dezember 2018 bis 17. März 2019 in Gotha zu Gast sein wird: "SIELMANN!". In der Säulenhalle des Herzoglichen Museums können die Besucher auf Entdeckungstour gehen und dabei nicht nur einen faszinierenden Menschen näher kennenlernen, sondern auch das, was ihm so sehr am Herzen lag: die Natur.

Wie Sielmann einst suchend und forschend durch diese schritt, bewegt sich der Besucher als Entdecker durch die Ausstellung: Eindrucksvolle Leitobjekte weisen ihm zwar den Weg, aber er muss durch Fenster spähen oder - wie Sielmann selbst - durch den Sucher der Kamera blicken, um zu entdecken, was in der Natur so vor sich geht. Nur mithilfe eines speziellen Polarisationsfilters, den jeder Besucher erhält, kann den weißen Lichtkacheln das filmische Werk Heinz Sielmanns entlockt werden. Da es der Pionier des Tierfilms wie kein anderer verstand, Kinder und Jugendliche für den Naturschutz zu begeistern, werden sie durch die Ausstellungskonzeption besonders angesprochen: Sie, und natürlich alle anderen wendigen Gäste, können sich die Objekte erkriechen und so auf eine besondere Art und Weise das Erbe Heinz Sielmanns entdecken.

Bei seiner Reise stößt der Besucher auf mehr als 80 Präparate von Tierarten, die in Heinz Sielmanns Naturlandschaften und Biotopen leben. Imposantestes Exemplar ist hierbei der lebensgroße Wisent, aber auch Wolf, Luchs, Otter, Kranich und Co. sind mit von der Partie. Genauso wie Gegenstände aus Sielmanns Privatbesitz: von der Kamera über Manuskripte seiner Sendung "Expeditionen ins Tierreich" bis hin zum Markenzeichen des Naturfilmers, seine rot-schwarz karierte Jacke. Der Blickfang der Ausstellung ist das erwähnte Wisent: Es ist das größte und schwerste Landsäugetier Europas. Ende der 1920er Jahre war das Wisent in Europa in freier Wildbahn ausgestorben, nur in Zoos und Gehegen konnten einige Exemplare überleben. 1923 hat sich die Internationale Gesellschaft zur Erhaltung des Wisent gegründet, 1928 begann die Erhaltungszucht. Gegenwärtig gibt es wieder mehr als 7.000 Tiere in Zoos, Gehegen sowie in freier Wildbahn. In Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide leben zurzeit rund 90 Wisente, nahezu unbeeinflusst vom Menschen.

Wie Heinz Sielmann selbst, möchte die Ausstellung Einblicke in die Geheimnisse von Tieren und Landschaften geben - und den Weg ebnen: aus dem Museum in die Schönheit der Natur! In das Museum und somit die Sielmann-Ausstellung geht es täglich von 10 bis 16 Uhr, auch an Feiertagen (außer am 24.12. und 31.12). Der reguläre Eintritt beträgt 5,00 Euro (ermäßigt 2,50 Euro). Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre sowie Besucher der Ausstellungseröffnung haben freien Eintritt.

Weitere Informationen finden Sie unter www.sielmann-stiftung.de/SIELMANN!.