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Baumaschinen am Heinz-Sielmann-Weiher im Naturschutzgebiet Ruhestetter Ried rücken ab

Im Naturschutzgebiet Ruhestetter Ried zwischen den Gemeinden Wald und Herdwangen-Schönach entstand in den vergangenen Monaten ein neues Biotop, das nun Bestandteil in Sielmanns Biotopverbund Bodensee ist. Auf einer stiftungseigenen Fläche wurde nach mehrjähriger Planungszeit und einer rund zweimonatigen Bauzeit ein 7.000 m² großer Weiher angelegt. Die Heinz Sielmann Stiftung und ihre Projektpartner schließen die Bauarbeiten nun erfolgreich ab und überlassen ab hier der Natur den Gestaltungsspielraum.

Holger Spiering, www.bodenseefotografie.de Die Baumaschienen sind abgezogen, der Weiher füllt sich langsam mit Wasser. Erste Pflanzen erobern die Inseln bereits.
Holger Spiering, www.bodenseefotografie.de Während der Bauphase im März sind das zukünfitge Höhenprofil, die Inseln und die Steilwand bereits gut zu erkennen.
Stefan Ott, www.piclease.de In der Steilwand kann der Eisvogel später seine bis zu ein Meter tiefen Brutröhren anlegen.
Stefan Ott, www.piclease.de Laubfrösche werden den Weiher hoffentlich zum Laichen nutzen.

Lebenselixier Wasser

„Wir freuen uns sehr, mit dem neuen Stillgewässer im Naturschutzgebiet Ruhestetter Ried einen wertvollen Beitrag zum Natur- und Artenschutz in der Region zu leisten“, so Julia Brantner, Projektleiterin der Heinz Sielmann Stiftung am Bodensee. Zwischen Ende Februar bis Mitte Mai 2020 wurden etwa 15.000 m³ Boden ausgehoben. Das Gewässer wurde mit verschiedenen Tiefenzonen und zwei Brutinseln modelliert. Grund- und Schichtwasser speist den Weiher, der sich in den kommenden Wochen nun füllen wird.

Weiterhin Management nötig

In Zukunft kann es nötig sein, das Wasser des Weihers abzulassen. Das Ablassen dient dazu, die natürlichen Fischbestände zu managen und um abgelagerten Schlamm am Gewässergrund Sauerstoff zuzuführen. Um ein regelmäßiges und kontrolliertes Ablassen zu ermöglichen, wurde zusätzlich ein spezielles Bauwerk errichtet. Die Arbeiten wurden durch die Steißlinger Firma Nacken durchgeführt und durch das Planungsbüro 365° freiraum + umwelt, aus Überlingen betreut.  

Ein Mosaik aus Lebensräumen entsteht

Im Herbst erfolgt noch eine Anpflanzung mit standortheimischen Bäumen und Sträuchern, sodass hier ein Waldsaum entstehen kann. Die Offenlandbereiche werden mit autochthonem, das heißt gebietseigenem Regio-Saatgut eingesät, um eine artenreiche Feuchtwiese zu entwickeln. Eine Informationstafel wird den Besucher über die Einzigartigkeit des Biotops informieren.

Spenden ermöglichen den Bau des Weihers

Auch Prof. Dr. Peter Berthold ist erfreut über das neue Stillgewässer im Ried. „Schon bald wird das neue Stillgewässer wichtige Lebensräume vor allem für Vögel, Amphibien, Libellen und Feuchtgebietspflanzen bieten, denn ein größeres Gewässer fehlt in dem Naturschutzgebiet bisher“, erläutert Prof. Dr. Peter Berthold, ehemaliger Leiter der Vogelwarte Radolfzell und Mitinitiator von Sielmanns Biotopverbund Bodensee. Das Vorhaben wird zum großen Teil durch Spenden finanziert. Dank vieler Menschen, die bereit sind, kleinere und auch große Beträge zu spenden, können viele neue wertvolle Rückzugsräume für die Natur geschaffen werden.