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Biotopverbund Ravensburg wächst weiter

Im Zeitraum von Anfang 2019 bis zum Sommer 2020 sollen im Biotopverbund Ravensburg 22 neue Biotope entstehen. Jetzt, vor Beginn der Vegetationsperiode und nach den Frösten, ist der beste Zeitpunkt für die Bauarbeiten. In den Modellkommunen Ravensburg und Schlier sind derzeit die Bagger im Einsatz für die Artenvielfalt.

Bagger im Einsatz am "Monte Scherbelino" in Ravensburg. Foto: Michael Müller

Die Tümpel in Schlier bieten bald Lebensräume für Amphibien und Libellen, wie beispielsweise die Vierfleck-Libelle (Libellula quatrimaculata). Foto: Ralf Donat

Streuobstwiesen sind mit die artenreichsten Lebensräume in Mitteleuropa. Die Pflanzung müssen allderdings regelmäßig gepfegt werden.

Prominente Baustelle in Ravensburg

Im Nordosten der Kreisstadt Ravensburg kann man einen Berg erklimmen, der von Menschenhand geschaffen wurde. Der im Volksmund liebevoll „Monte Scherbelino" genannte Schuttberg wird nun im Rahmen des Modellprojekts Biotopverbund Ravensburg ökologisch aufgewertet. Gemeinsam mit der Stadt Ravensburg entstehen neue Lebensräume für Insekten und Vögel. Heimischen Laubgehölze werden als Baum- und Gehölzgruppen oder Hecken gepflanzt. Die Wiesen sollen durch das Entfernen des Mahdgutes abgemagert werden, um die Artenvielfalt zu erhöhen. Und auch für Spaziergänger wird der ehemalige Schuttberg aufgewertet. Noch benötigt man etwas Fantasie, um sich die blühenden Büsche und Blumenwiesen, die hier entstehen, vorstellen zu können. Neue Sitzgelegenheiten werden aufgestellt, von denen aus man in Zukunft die Natur genießen kann. In den letzten Wochen wurden einige, ökologisch weniger wertvolle Gehölze entfernt, damit die Wiesen zukünftig mehr Licht und Wärme bekommt. Dies ist für viele Wildbienen und andere Insekten wichtig. Desweiteren sollen Steinhaufen, Trockenmauern und Totholzbereiche die Strukturvielfalt erhöhen und somit Lebensräume beispielsweise für Eidechsen bieten. Außerdem entstehen Mulden als temporäre Kleingewässer. Hier sollen sich Amphibien und Libellen ungestört fortpflanzen. Nisthilfen für Vögel, Fledermäuse und Insekten runden die ökologische Aufwertung der Grünanlage ab.

Auch in Schlier sind Bagger im Einsatz

In Schlier und seinen Ortsteilen entstehen derzeit neue Kleingewässer und Streuobstwiesen. In der alten Kiesgrube in Oberankenreute beginnen demnächst die Baggerarbeiten. Hier werden mehrere Kleingewässer für Amphibien und Libellen geschaffen. Die alte Kiesgrube wird zukünftig mit Ziegen beweidet, um ein Mosaik an Lebensräumen für viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten zu erhalten. Auch in anderen Ortsteilen der Gemeinde Schlier wird man bald Bagger bei der Arbeit beobachten können. An unterschiedlichen Stellen werden Kleingewässer angelegt. Dadurch werden bestehende Lebensräume miteinander vernetzt und der Austausch unter den einzelnen Amphibiengruppen gefördert.

Neue Streuobstbäume für die Artenvielfalt

Für Insekten und Vögel, die in Streuobstwiesen leben, wurden und werden über 100 neue Streuobstbäume in Schlier und Umgebung gepflanzt und bestehende Bäume gepflegt. Der Großteil der Bäume wurde bereits letzten Herbst gesetzt. Ein neuer Streuobstbestand wird zur Zeit noch angelegt. In der Gemarkung Schlier konnten die Bäume auf Privatgrundstücken gepflanzt werden, die Pflege übernehmen die Grundstückseigentümer. Dadurch ist der Erhalt für die Zukunft sichergestellt.

Land Baden-Württemberg fördert biologische Vielfalt

Dieses Projekt ist ein Baustein des Sonderprogramms des Landes Baden-Württemberg zur Stärkung der biologischen Vielfalt und wird vom Land mit 900.000 € gefördert. Nach einem Bewerbungsverfahren wurden für die Umsetzung des Projekts die vier Modellkommunen Wangen, Leutkirch, Schlier und Ravensburg ausgewählt. Nachdem die Maßnahmenplanung abgeschlossen ist, werden bis Mitte 2020 nun nach und nach einzelne Teilprojekte umgesetzt. Weitere Informationen finden Sie hier...