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Das Eichhörnchen ist Deutschlands beliebtestes Gartentier Wahl zum Gartentier des Jahres 2011 entschieden

Duderstadt. Deutschlands beliebtestes Gartentier ist das Eichhörnchen. Das ergab eine von der Heinz Sielmann Stiftung von Mitte Februar bis Ende April 2011 laufende online-gestützte Umfrage. Große und kleine Natur- und Gartenfreunde konnten dafür unter sechs zur Wahl gestellten Tieren auswählen. 29 Prozent der Teilnehmer, fast jeder Dritte, entschied sich für das Eichhörnchen. Auf Platz 2 (23%) kam der Buchfink, dem damit fast jeder Vierte seine Stimme gab. Auf Platz 3 wurde der Regenwurm gewählt. Der nimmermüde im Erdreich wühlende Humuslieferant erhielt 16 Prozent der Stimmen.

Dichtauf in der Gunst der Teilnehmer liegen die weiteren drei als Gartentier 2011 nominierten Tiere. Das farbenprächtige Tagpfauenauge kam mit 13 Prozent der Stimmen auf Platz 4. Die Hornisse als überaus nützliche Schädlingsvertilgerin, die lange Zeit in ihrem Bestand gefährdet war, erhielt elf Prozent der Stimmen und damit Platz 5. Der fleißige Sänger im Kirschbaum, der Star, kam mit acht Prozent aller Stimmen auf Platz 6.

Michael Spielmann, Vorstand der Heinz Sielmann Stiftung, sieht durch das Votum für das Eichhörnchen als Gartentier 2011 bestätigt, was Naturschützer seit Längerem mit Interesse beobachten: Das Eichhörnchen, ursprünglich ein reines Waldtier, hat sich die Stadt als Lebensraum erobert – zumindest, wenn es dort noch einige alte Bäume vorfindet. Spielmann sieht darin durchaus Positives: „Das Eichhörnchen mag eigentlich jeder, denn man ist begeistert, wie flink und akrobatisch es klettert. Und für uns ist es ein gutes Beispiel für unser Anliegen, Natur auch in einem städtisch geprägten Lebensumfeld zu schützen.“

Wer Eichhörnchen auch bei sich heimischer werden lassen möchte, sollte alten Baumbestand erhalten. Dazu gehört, rechtzeitig einen Pflegeschnitt vorzunehmen und die Bäume nur auszulichten. Auch Futterstellen und vielleicht sogar das Angebot eines Kobels, eines Eichhörnchennestes, helfen den Tieren, gut über einen harten Winter zu kommen.

Die Heinz Sielmann Stiftung verlost unter allen Teilnehmern an der Wahl als Dankeschön Futterhäuschen und geeignete Nisthilfen. So kann jeder den (Garten-)Tieren seinerseits noch einmal zusätzlichen Lebensraum bieten.

Das Eichhörnchen – als geschickter Akrobat von Ast zu Ast

Eichhörnchen, auch Eichkätzchen genannt, gehören zu den Nagetieren. Sie sind geschickte Kletterer – regelrechte Akrobaten, was sie bei ausreichend Baumbestand auch im städtischen Grün unter Beweis stellen. Ihr langer, buschiger Schwanz hilft ihnen beim Balancieren und Steuern der Sprünge von Ast zu Ast. Die tagaktiven Nagetiere halten keinen Winterschlaf, sondern ruhen in ihren kugelförmigen Nestern, den Kobeln. Alle paar Tage werden sie wach und versorgen sich mit Nahrung aus ihren vergrabenen Vorräten. Nüsse, die sie nicht wieder entdecken oder als Winterfutter nicht benötigen, können keimen und zu neuen Bäumen heranwachsen. Der Bestand der Europäischen Eichhörnchen wird durch die aus Nordamerika stammenden Grauhörnchen bedroht. Sie wurden Ende des 19. Jahrhunderts unter anderem in Großbritannien angesiedelt. Grauhörnchen übertragen den für Eichhörnchen tödlichen Parapoxvirus, sind aber selbst immun dagegen.

Über die Heinz Sielmann Stiftung
Die Heinz Sielmann Stiftung wurde 1994 von dem Tierfilmer und Naturforscher Heinz Sielmann († 2006), vielen bekannt durch die Fernsehreihe „Expeditionen ins Tierreich“, und seiner Frau Inge Sielmann gegründet. Sie verfolgt ausschließlich gemeinnützige Zwecke. Diese sind:

  • Menschen, vor allem Kinder und Jugendliche, durch persönliches Erleben an einen positiven Umgang mit der Natur heranzuführen,
  • letzte Refugien für seltene Tier- und Pflanzenarten zu erhalten,
  •  die Öffentlichkeit für die Natur und deren Schutz zu sensibilisieren und
  • das Heinz Sielmann-Archiv des Naturfilms aufzubauen.

Die Heinz Sielmann Stiftung betreibt und unterstützt eine Vielzahl von Projekten in ganz Deutschland. Zu den bedeutendsten gehören die drei Sielmanns Naturlandschaften Döberitzer Heide, Wanninchen und Groß Schauener Seen im Land Brandenburg. Diese ökologisch wertvollen Gebiete mit insgesamt fast 10.000 Hektar Fläche konnte sie durch Erwerb nachhaltig für Flora und Fauna sichern. Weitere bedeutende Projekte sind Sielmanns Biotopverbund Harz-Eichsfeld-Werratal sowie Sielmanns Biotopverbund Bodensee. Zudem betreibt die Stiftung das Natur-Erlebniszentrum Gut Herbigshagen bei Göttingen, das zugleich Stiftungszentrale ist.