Spenden Spenden Veranstaltungen Veranstaltungen Newsletter

Der Fußball hilft dem Fischadler Die deutschen Meisterinnen von Turbine Potsdam übernehmen Patenschaft

Potsdam. Der 1. FFC Turbine Potsdam engagiert sich als Pate für den Fischadlernachwuchs in Sielmanns Naturlandschaft Groß Schauener Seen. Seit 2005 kann das Familienleben der Fischadler dort über eine Webcam auf einem der Strommasten-Horste von E.ON edis mitverfolgt werden. Anfang Mai war dort ein junger Fischadler geschlüpft. Seine prominenten Patinnen taufen das Küken „Turbini“. Die Verleihung der Patenschaftsurkunde fand heute in Anwesenheit des Trainers Bernd Schröder und von Michael Spielmann, Vorstand der Heinz Sielmann Stiftung auf dem Trainingsgelände von Turbine Potsdam statt. Dort wurde auch ein von der Mannschaft signierter Fußball sowie ein Trikot von Abwehrspielerin Kristin Demann zur Versteigerung an die Heinz Sielmann Stiftung übergeben.

„Mit dem Engagement der deutschen Frauenfußball-Meisterinnen haben wir glaubwürdige Fürsprecherinnen für den Fischadlerschutz in Brandenburg gewonnen“, freute sich Michael Spielmann, Vorstand der Heinz Sielmann Stiftung. „Unterstützt durch prominente Paten wollen wir auf die Schönheit, die Eleganz und ganz besonders auf die Schutzwürdigkeit dieses ehemals fast ausgestorbenen Greifvogels aufmerksam machen.“

Für den Verein und die Spielerinnen bedeute Sport auch Engagement für die Umwelt, erklärt Aferdita Podvorica, Teammanagerin von Turbine Potsdam. Daher sei es eine Herzensangelegenheit, mit der Fischadler-Patenschaft ein Zeichen zu setzen.

Stellvertretend für den 1. FFC Turbine Potsdam nahm die frisch gebackene U19 Europameisterin Kristin Demann die Patenschaftsurkunde für „Turbini“ entgegen: „Der Fischadler ist ein Hochleistungssportler. Er ist stark, schnell, ausdauernd und reaktionsstark. Wie wir beim Fußball, muss er in Sekundenschnelle die richtigen Entscheidungen treffen. Zum Beispiel, wenn es darum geht, einen Fisch aus dem Wasser zu ziehen.“

In den letzten Jahren haben sich die Fischadlerbestände in Brandenburg deutlich erholt, was unter anderem auch auf die Anlage künstlicher Nisthilfen, wie sie der Netzbetreiber E.ON edis auf seinen Hochspannungsmasten zur Verfügung stellt, zurückzuführen ist: „In unserem gesamten Netzgebiet wurden von uns regelmäßig neue Nisthilfen angebracht, die daraufhin von den Adlern meist zu beeindruckenden Horsten ausgebaut werden, erläuterte Danilo Fox von der E.ON edis AG.

Da Fischadler in Deutschland noch vor wenigen Jahrzehnten so selten waren, sind viele Aspekte ihres Verhaltens bislang unerforscht.
Am 6. Juni 2011 wurde „Turbini“ zu wissenschaftlichen Zwecken beringt. So ist der Greifvogel für sein ganzes Adlerleben eindeutig identifizierbar und kann für die ornithologische Forschung und den Adlerschutz wichtige Erkenntnisse liefern über das Zugverhalten, die Zugwege, die Ansiedlung und Standorttreue sowie über Fortpflanzung und Lebensdauer.