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Deutscher Biodiversitätspreis an Jan Haft verliehen

Hamburg – Der Natur- und Tierfilmer Jan Haft hat am Freitag, 28. März, in Hamburg den mit 10.000 Euro dotierten Deutschen Biodiversitätspreis 2014 der Heinz Sielmann Stiftung erhalten. Jan Haft, der als einer der besten Tierfilmer der Welt gilt, drehte zahlreiche, vielfach preisgekrönte Dokumentationen, da­runter „Mythos Wald“ und „Wildes Skandinavien“.

Inge Sielmann, Stiftungsratsvorsitzende der Heinz Sielmann Stiftung, und Stiftungsvorstand Michael Beier überreichten die Auszeichnung im Rahmen einer Festveranstaltung vor 150 Gästen aus Natur- und Umwelt­schutz, Kultur und Gesellschaft.

„Jan Haft löst bei den Menschen eine Begeisterung für die Natur aus, die nicht nur in ihr Bewusstsein dringt, sondern auch in deren Herzen“, so Inge Sielmann. „Die biologische Vielfalt auf unserem Planeten, Grundlage allen Lebens und das eigentliche Wesen von Natur, spiegelt sich in der Person und dem Schaffen von Jan Haft wider.“

In seiner Laudatio sagte NDR Intendant Lutz Marmor: „Jan Haft ist ein Tier­filmer aus echter Leidenschaft in der Tradition des großen Heinz Sielmann. Er macht Fernsehen auf internationalem Topniveau und wird dafür zu Recht ausgezeichnet. Herzlichen Glückwunsch!“

Mit der Verleihung des Deutschen Biodiversitätspreises an den Natur-und Tierfilmer Jan Haft würdigt die Heinz Sielmann Stiftung dessen herausra­gende Leistungen, die er zum Verständnis der existenziellen Notwendigkeit von Biodiversität beiträgt. „Für mich bedeutet die Verleihung des Preises eine sehr große Ehre. Der Tier und Naturfilmer Heinz Sielmann war für mich bereits in frühen Jahren ein großes Vorbild“, erklärte Jan Haft. „Der Mensch ist von Natur aus Entde­cker, fühlt sich aber gleichzeitig in gewohnter Umgebung wohl. Unser Motto: Das Unbekannte im Bekannten mit der Kamera aufzuspüren, also überra­schende Naturgeschichten zu erzählen, die sich vor der Kulisse vertrauter Lebensräume abspielen. Das ist genau das, was mich und unsere Arbeit mit Heinz Sielmann verbindet.“

Die Vereinten Nationen haben das Jahrzehnt von 2011 bis 2020 als UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgerufen. Ziel ist es, den weltweiten Rück­gang der Biologischen Vielfalt aufzuhalten. Dazu soll auch das gesellschaft­liche Bewusstsein gefördert werden und eine breite Öffentlichkeit auf das Thema aufmerksam gemacht und für den dringenden Handlungsbedarf sen­sibilisiert werden. Mit der Verleihung des Deutschen Biodiversitätspreises unterstützt die Heinz Sielmann Stiftung diese Ziele.

Der Preisträger

Der studierte Biologe und Geologe Jan Haft ist Tierfilmer aus Leidenschaft. Schon früh war für ihn klar, in welche Richtung es beruflich gehen sollte - und er hat seinen Weg konsequent verfolgt. Heute gehört er mit seiner eige­nen Firma Nautilusfilm zu den erfolgreichsten Tierfilmern der Welt. Doch wenn er im Interview von seinen Projekten erzählt, spürt man immer noch die Begeisterung des kleinen Jungen.

Erster High Definition Film für den NDR

Für den NDR Naturfilm dreht der gebürtige Münchener Jan Haft seit 1999. Mit „Geschichten von Käfern und Menschen“ widmete er sich schon damals den kleinen Tieren und der Beziehung der Menschen zu diesen. Danach folgten unter anderem „Andalusien“ (2004), der erste im hochauflösenden High Definition Format gedrehte Film der „Expeditionen ins Tierreich“, 2005 der international mit über 30 Preisen ausgezeichnete Film über „Die Wiese“ und ein Porträt der „Wilden Türkei“ (2007).

Überraschende Themen und visuelle Feuerwerke

Sein Stil ist unverkennbar: Zeitlupen und Zeitraffer, Makroaufnahmen und bewegte Kamera machen für das Auge kaum sichtbare Vorgänge erlebbar und decken verborgene Zusammenhänge auf. Seine Filme lassen den Zu­schauer tief in eine ihm anscheinend bekannte Welt eintauchen und ihn diese völlig neu entdecken. Dabei werden nicht nur dem Auge immer wieder neue optische Höhepunkte geboten, sondern auch scheinbar sichere Er­kenntnisse in Frage gestellt.

Zweifacher ‚Oscar‘ für „Mythos Wald“

Wie schon die „Wiese“, wurde auch der Zweiteiler „Mythos Wald“ (2009) zu einem Renner auf weltweiten Festivals. Nach zahlreichen internationalen Auszeichnungen folgten in England und den USA der Ritterschlag: Auf den beiden wichtigsten Naturfilmfestivals der Welt, dem „Jackson Hole Wildlife Film Festival“ in den USA und der „Wildscreen“ in Bristol/England, gewann „Mythos Wald“ gegen Konkurrenten etwa von der BBC und von National Geographic jeweils die begehrte Auszeichnung „Beste Kamera“. Ein Glücksmoment für das Filmteam und für Jan Haft, der beide Preise persön­lich entgegennehmen konnte.

Quelle: http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/expeditionen_ins_tierreich/hinterdenkulissen/janhaft109.html

Der Deutsche Biodiversitätspreis der Heinz Sielmann Stiftung  

Die Vereinten Nationen haben das Jahrzehnt von 2011 bis 2020 als UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgerufen. Ziel ist es, den weltweiten Rück­gang der Biologischen Vielfalt aufzuhalten. Dazu soll auch das gesellschaft­liche Bewusstsein gefördert werden und eine breite Öffentlichkeit auf das Thema aufmerksam gemacht und für den dringenden Handlungsbedarf sen­sibilisiert werden. Mit der Verleihung des Deutschen Biodiversitätspreises unterstützt die Heinz Sielmann Stiftung diese Ziele.

Der mit 10.000 Euro dotierte Deutsche Biodiversitätspreis wird anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der Heinz Sielmann Stiftung erstmals 2014 verliehen.  

Die Naturschutzstrategie der Heinz Sielmann Stiftung:  

Die Situation
Die Biologische Vielfalt auf unserer Erde ist nicht gleich verteilt. Während die Tropen bekanntermaßen zu den Hot Spots der Artenvielfalt auf unserer Erde zählen, sind die gemäßigten Zonen vergleichsweise artenarm. In Mitteleu­ropa hat zudem die Lage der Alpen einen wesentlichen Einfluss auf die Ar­tenvielfalt. Wenn während der Eiszeiten die Gletschermassen von Nord nach Süd vorrückten, bildeten sie eine Barriere, an der viele Arten scheiter­ten, wenn sie klimabedingt nach Süden in wärmere Gebiete ausweichen mussten. Die Kultivierung der weitaus größten Teile Mitteleuropas führte zunächst zur Entstehung einer artenreichen Kulturlandschaft. Vom Men­schen unbeeinflusste Wildnisgebiete finden sich heute kaum mehr.  

Deutschland ist Lebensraum für etwa 25.000 Pflanzen- und Pilzarten sowie 48.000 Tierarten. Etliche von diesen haben in Mitteleuropa ihren Verbrei­tungsschwerpunkt oder kommen sogar nur hier vor. Durch menschliche Tätigkeiten sind viele dieser Arten inzwischen selten geworden, einige sogar ausgestorben. Direkte Nachstellungen, der Mangel an Wildnisgebieten, in­tensive Land- und Forstwirtschaft, Siedlungs- und Straßenbau, der Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden, diffuse Einträge von Schadstoffen, die Verbauung unserer Fließgewässer und Seen, Entwässerung, der Klimawan­del sowie viele weitere Faktoren sind die Gründe hierfür.

Heute werden z.B. mehr als die Hälfte unserer Säugetier- und Vogelarten in den Roten Listen gefährdeter Arten aufgeführt.  

Folgen des Verlusts Biologischer Vielfalt
Mit dem Verlust der Biologischen Vielfalt gehen wichtige Bestandteile unse­rer Ökosysteme unwiederbringlich verloren. Unbeeinträchtigte Ökosysteme erbringen jedoch vielfältige Leistungen von hoher Bedeutung, auch wenn wir diese im Alltag meist kaum bemerken. Moore speichern Wasser und Koh­lendioxid, Wälder gleichen Temperaturextreme aus und liefern den wichtigen Baustoff Holz, Auen mildern Hochwasserereignisse und fruchtbare Böden sind die Grundlage landwirtschaftlicher Produktion. Zugleich ist die Natur ein wichtiger Ort der Erholung und damit ein wesentlicher Faktor für unser Wohlbefinden.  

Der Beitrag der Heinz Sielmann Stiftung zum Erhalt der Biologischen Vielfalt
Privater Naturschutz ergänzt die Aufgaben der öffentlichen Hand. In diesem Sinne hat sich die Heinz Sielmann Stiftung zum Ziel gesetzt, einen Beitrag zum Erhalt der Biologischen Vielfalt zu leisten. Sie tut dies, um auch künfti­gen Generationen das Erleben einer intakten Umwelt zu ermöglichen, Öko­systemdienstleistungen nachhaltig zu sichern, aber auch um der Natur selbst willen. Die Heinz Sielmann Stiftung konzentriert sich in ihrer Arbeit auf das Gebiet der Bundesrepublik und unterstützt Deutschlands Nationale Strategie zur Biologischen Vielfalt. Sie nutzt die Ergebnisse aus Wissen­schaft und Forschung.

Schwerpunkte ihrer Arbeit sind: 
-        Die Sicherung und Entwicklung großer unzerschnittener Landschaftsausschnitte, die sich im Eigentum oder Besitz der Heinz Sielmann Stiftung be­finden. Hier finden ganze Populationen und Lebensgemeinschaften dauer­haft ein Auskommen.
-        Die Schaffung von großräumigen Biotopverbunden, die den Arten Le­bensraum, Ausbreitung und Wanderungen ermöglichen.
-        Die Pflege und Entwicklung der artenreichen Kulturlandschaft sowie sonstiger, vom Menschen geprägter Lebensräume.
-        Das Zulassen von Wildnis.
-        Die gezielte Förderung von bestandsgefährdeten Arten und Lebens­räumen.
-        Das Erleben von Natur zu ermöglichen  

Die Heinz Sielmann Stiftung arbeitet pragmatisch und ist für alle Maßnah­men offen, die dem Erhalt der Biologischen Vielfalt dienen. Sie achtet da­rauf, dass Naturschutzmaßnahmen langfristig wirksam sind. Die wirtschaftli­che Verwertung natürlicher Ressourcen, die bei Pflege und Entwicklung anfallen, trägt zur Sicherung der Nachhaltigkeit von Naturschutzprojekten bei.

Die Heinz Sielmann Stiftung bezieht Menschen stets in ihre Arbeit ein. Die Heinz Sielmann Stiftung finanziert ihre Projekte aus unterschiedlichsten Quellen, wie Spenden, öffentlichen Fördermitteln, Mitteln der Ausgleichsab­gabe und Erträgen des Stiftungskapitals.

Die Heinz Sielmann Stiftung ist überwiegend operativ tätig. Ihre Arbeit wird durch die Förderung von Naturschutzprojekten Dritter ergänzt.