Die grüne Lebensader wird kartiert Naturschutzgroßprojekt „Grünes Band Eichsfeld-Werratal“

Duderstadt. Frauenschuh, Wildkatze, Braunkehlchen und Co. – das „Grüne Band Eichsfeld-Werratal“ bietet derzeit noch vielen seltenen Tier- und Pflanzenarten einen ungestörten Lebensraum. Wie reichhaltig die Artenvielfalt ist und welche wertvollen Lebensräume sich in diesem Naturjuwel befinden, wird eine von der Heinz Sielmann Stiftung beauftragte Planungsgemeinschaft aus München und Kassel detailliert untersuchen.

Zehn Monate nach der EU-weiten Ausschreibung ist jetzt der Werkvertrag zwischen der Heinz Sielmann Stiftung und der Planungsgemeinschaft PAN (Planungsbüro für angewandten Naturschutz GmbH) und WAGU (Gesellschaft für Wasserwirtschaft, Gewässerökologie und Umweltplanung GmbH) unterzeichnet worden. Sie wird den erforderlichen Pflege- und Entwicklungsplan für das Naturschutzgroßprojekt „Grünes Band Eichsfeld-Werratal“ erstellen.

Bereits ab Juli werden Mitarbeiter beider Unternehmen in mehreren Begehungen Biotope kartieren und den Bestand vorkommender Tier- und Pflanzenarten erfassen. Die Geländearbeiten erstrecken sich über ein 18.500 Hektar großes Gebiet in den Landkreisen Nordhausen, Eichsfeld, Unstrut-Hainich-Kreis, Osterode am Harz, Göttingen und Werra-Meißner-Kreis.

„Diese Untersuchungen sind zwingend notwendig, damit Bund und Länder das Projekt auch in der zweiten Phase weiterhin unterstützen“, betont Projektleiter Holger Keil von der Heinz Sielmann Stiftung. Denn frühestens in der zweiten Phase, etwa ab 2012/2013, können konkrete Maßnahmen zur Sicherung, Pflege und Entwicklung der vorhandenen Lebensräume umgesetzt werden.

Hintergrundinformation zum Naturschutzgroßprojekt „Grünes Band Eichsfeld-Werratal“
Frühzeitig erkannte Heinz Sielmann die Bedeutung der innerdeutschen Grenze für den Natur- und Artenschutz. Denn in dem vielfach als Todesstreifen titulierten Areal konnten sich in den Jahren der deutschen Teilung Lebensräume für zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten entwickeln. Diese biologische Vielfalt zu schützen, machte sich die Heinz Sielmann Stiftung zum Ziel und rief 2003 das Naturschutzgroßprojekt „Grünes Band Eichsfeld-Werratal“ ins Leben. Zwischen Harz und Thüringer Wald sollen 130 Kilometer des „Grünen Bandes“ als Biotopverbund dauerhaft gesichert und gepflegt werden. Die dafür beantragten Fördermittel (75 % Bundesanteil, 15% Länderanteil) wurden am 20. August 2009 von Bundesumweltministerium und Bundesamt für Naturschutz bewilligt. Damit ist dieses Vorhaben das erste Naturschutzgroßprojekt des Bundes, das gemeinsam von drei Bundesländern – Thüringen, Niedersachsen, Hessen – gefördert wird.