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Die Heinz Sielmann Stiftung ruft zur Wahl auf: Deutschland sucht das beliebteste Gartentier 2011

Duderstadt. Der Garten ist ein Refugium für Mensch und Tier. Hier lässt sich die Natur aus nächster Nähe erleben. Doch auch wer das Leben auf dem Balkon genießt oder sich beim Spazierengehen an Grünem und Blühendem erfreut, dem sollte bewusst sein: Es gibt im Tierreich viele fleißige Helfer, die zu dieser Pracht beitragen. Für manches Tier ist der Garten sogar das geeignete Lebensumfeld; wir Menschen sollten ihm das erhalten.

Deshalb hat die Heinz Sielmann Stiftung die Wahl zum Gartentier des Jahres ins Leben gerufen. Ab 15. Februar 2011 lädt sie alle großen und kleinen Naturfreunde ein, ihr Gartentier 2011 zu wählen. Im Internet auf der Website www.gartentierdesjahres.de können sie per Mausklick abstimmen. Sechs Tiere stehen zur Wahl: Buchfink, Eichhörnchen, Hornisse, Regenwurm, Star, Tagpfauenauge. Jedes von ihnen leistet einen wertvollen Beitrag im Garten oder findet gerade dort seinen Lebensraum, wie etwa die Hornisse oder das Tagpfauenauge. Andere dieser Nützlinge ernähren sich von Schadinsekten und halten sie so auf natürliche Weise im Zaum. Und manche helfen den Pflanzen bei der Vermehrung, indem sie ihre Samen verbreiten. Ein besonderer Helfer im Garten ist auch der Regenwurm: Unermüdlich wühlt er sich durch den Boden und sorgt dafür, dass aus Pflanzenresten wertvolle, nährstoffreiche Erde wird.

Wer mehr wissen möchte, findet weitere Informationen auf der Website. Bis zum 30. April 2011 kann hier jeder sein Gartentier 2011 wählen. Unterstützt wird die Wahl von Vivara Naturschutzprodukte, die auch die Preise rund um den naturfreundlichen Garten ausgelobt haben. Mit ihnen lässt sich den nützlichen Tieren ein Zuhause im Garten oder auf dem Balkon bieten.

Hintergrundinformation
Die Heinz Sielmann Stiftung wurde von dem international bekannten Tierfilmer Professor Heinz Sielmann (2006 verstorben) und seiner Frau Inge gegründet. Ihre Aufgabe sieht sie vor allem darin, selten gewordenen Tieren und Pflanzen letzte Refugien zu erhalten. Ein weiteres Stiftungsziel ist es, insbesondere Kinder und Jugendliche an einen positiven Umgang mit der Natur heranzuführen und sie für die Natur und ihren Schutz zu sensibilisieren. Der Aufruf zur Wahl „Gartentier des Jahres“ unterstützt dieses Anliegen. Denn kein Garten, kein prächtiges Blumenbeet und kein Obst- und Gemüseanbau wären möglich ohne das Zutun nützlicher Tiere. 2010 rief die Heinz Sielmann Stiftung erstmals zu dieser Wahl auf. Gartentier des Jahres 2010 wurde der Grünfink. Walter Stelte, Vorstand für Naturschutz und Umweltbildung bei der Heinz Sielmann Stiftung, freut es: „Letztes Jahr bedrohte ein dramatisches Massensterben die Grünfinken in weiten Teilen der Bundesrepublik.“ Ursache hierfür war der Parasit Trichomonas gallinae, der sich vor allem bei feuchtem Wetter schnell verbreitet. Auch Buchfinken, Kernbeißer und Gimpel waren betroffen, wenn auch in wesentlich geringerem Umfang als der Grünfink. „Mit dem Titel ‚Gartentier des Jahres‘ können wir auf solch ein Tier viel mehr Aufmerksamkeit lenken und dafür sorgen, dass man seinen Bedürfnissen Beachtung schenkt“, unterstreicht Stelte.

Diese Kandidaten stehen zur Wahl …

Buchfink
Der Buchfink verdankt seinen Namen zum einen seiner Vorliebe für Bucheckern und zum anderen seinem charakteristischen Gesang, der wie „fink fink“ klingt. Neben diesem sogenannten Finkenschlag ist der Singvogel für seinen ebenfalls lautmalerischen „Regenruf“ bekannt. Charakteristisch für die Finken allgemein ist auch ihr Flugbild mit immer wieder sinkendem wellenartigem Verlauf. Das Gefieder des Männchens ist besonders prächtig: Scheitel und Nacken sind graublau, der Rücken ist kastanienbraun, die hintere Rückenpartie – der Bürzel – grün und die Flügelbinden weiß. Die hübsch anzusehenden männlichen Vögel bleiben oft allein, zumal sie auch hier überwintern, während die meisten Buchfinken-Weibchen in den warmen Süden ziehen. Buchfinken ernähren sich von Beeren, Samen aller Art, auch Insekten und Spinnen gehören zu ihrer Kost. Mit Insekten und deren Larven füttern sie vor allem ihre Nestlinge.

Eichhörnchen
Eichhörnchen, auch Eichkätzchen genannt, gehören zu den Nagetieren. Sie sind geschickte Kletterer – regelrechte Akrobaten im Garten. Ihr langer, buschiger Schwanz hilft ihnen beim Balancieren und Steuern der Sprünge von Ast zu Ast. Die tagaktiven Nagetiere halten keinen Winterschlaf, sondern ruhen in ihren kugelförmigen Nestern, den Kobeln. Alle paar Tage werden sie wach und versorgen sich mit Nahrung aus ihren vergrabenen Vorräten. Nüsse, die sie nicht wieder entdecken oder als Winterfutter nicht benötigen, können keimen und zu neuen Bäumen heranwachsen. Der Bestand der Europäischen Eichhörnchen wird durch die aus Nordamerika stammenden Grauhörnchen bedroht. Sie wurden Ende des 19. Jahrhunderts u. a. in Großbritannien angesiedelt. Grauhörnchen übertragen den für Eichhörnchen tödlichen Parapoxvirus, sind aber selbst immun dagegen.

Hornisse
Hornissen stehen in Deutschland unter besonderem Schutz, allerdings nicht mehr auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten, da sich ihr Bestand erholt hat. Sie leben in einjährigen Staaten, die aus mehreren hundert Tieren bestehen. Die nachtaktiven Jäger ernähren ihre Brut mit Obstbaum- und Forstschädlingen. Ein Hornissen¬volk kann bis zu 500 Gramm Insekten am Tag vertilgen. Die Königin der gelbschwarzen Insekten aus der Familie der Faltenwespen kann bis zu 40 Millimeter groß werden. Arbeiterinnen und Drohnen sind etwas kleiner und können bis zu einer Größe von 30 Millimetern heranwachsen. Ihre Nester bauen sie in natürlichen Baumhöhlen. Da diese selten geworden sind, nutzen sie gern künstliche Hohlräume wie Nistkästen oder Rollladenkästen. Die häufige Angst vor Hornissen ist unbegründet. Zum einen sind sie vorwiegend nachts aktiv, besuchen also kaum als ungewünschte Gäste den Frühstückstisch im Freien. Zum anderen sind sie weniger aggressiv als beispielweise Wespen und setzen ihre Stiche vorwiegend zur Verteidigung ein, wenn sie ihr Nest gefährdet sehen.

Regenwurm
Regenwürmer kommen nur selten an die Erdoberfläche. Meistens bewegen sie sich mit Hilfe kleiner Borsten und ihrer Ring- und Längsmuskulatur durch das Erdreich. Regenwürmer ernähren sich von pflanzlichen Abfällen und Substrat, die sie einige Zeit zuvor bereits in die Erde gezogen haben. Unablässig wiederholen die nachtaktiven Würmer diesen Prozess des Organisierens, Fressens und Verdauens und durchqueren dabei gründlich die Bodenschichten. Das macht sie so wichtig für die Auflockerung des Bodens, zumal der Verdauungsprozess der Würmer auch für den Boden nützliche Mikroorganismen fördert. So entsteht wertvoller Pflanzendünger mit einem hohen Nährstoffanteil – vielfach höher als der von Gartenerde. Regenwürmer sind Zwitter. Sie atmen durch die Haut und haben lediglich einen Tastsinn sowie lichtempfindliche Sinneszellen am Vorder- und Hinterende. Bis zu zehn Jahre alt und bis zu 30 Zentimeter lang können die zum Stamm der Ringelwürmer gehörenden Tiere werden. Der in unseren Gärten heimische Kompostwurm ist dabei mit 6 bis 13 Zentimetern Länge eher klein. Sein ebenfalls häufiger Verwandter, der Gemeine Regenwurm, erreicht diese stattliche Länge aber durchaus. Schadstoffeinträge in den Boden und die zunehmende Flächenversiegelung gefährden den Bestand dieser nützlichen Würmer, die wesentlich zur Bodenverbesserung beitragen.

Star
Stare sind eine der weltweit häufigsten Vogelarten. Sie gehören zu den Sperlingsvögeln. Die kleinen Singvögel sind ausgesprochen talentierte Stimmenimitatoren und können Hühner, Möwen oder sogar das Klingeln von Mobilfunktelefonen nachahmen. Ihr Prachtkleid, das Gefieder, das sie zur Brutzeit tragen, glänzt metallisch in schwarzblau. Stare leben gerne im offenen Feld, im Bereich von Siedlungen. Sie bewegen sich das ganze Jahr über in großen Gruppen. Stare ernähren sich von Insekten und Früchten, manche sind Allesfresser. Wenn es kälter wird, sieht man oft riesige Schwärme in Richtung Süden ziehen. Doch nicht alle Vögel verlassen die heimischen Gefilde, ein Teil der Population überwintert in seinem Brutgebiet.

Tagpfauenauge
Tagpfauenaugen sind Schmetterlinge, sie gehören zu den Edelfaltern. Auffällig ist ihre wunderschöne Färbung. Auf kräftig rostrotem Grund leuchten an der vorderen und hinteren Flügelspitze schwarz, blau und gelb sogenannte Augenflecken. Neben aller Pracht bietet dies den Tieren klugen Schutz: Mit zusammengeklappten Flügeln sehen Tagpfauenaugen aus wie welke Blätter. Droht Gefahr, entfalten sie ruckartig ihre Flügel. Bei Fressfeinden soll so der Eindruck erweckt werden, sie sähen in die Augen eines größeren Tieres. Die langlebigen Schmetterlinge fliegen jährlich in zwei Generationen: von Juni bis August und von August bis Oktober. Sie ernähren sich hauptsächlich von Brennnesseln. Wer Tagpfauenaugen in den Garten locken möchte, sollte ruhig ein paar Brennnesseln stehen lassen. Zum Überwintern benötigen Tagpfauenaugen geschützte Räume, die leicht feucht sind.

Über die Heinz Sielmann Stiftung
Die Heinz Sielmann Stiftung wurde 1994 von dem Tierfilmer und Naturforscher Heinz Sielmann († 2006), vielen bekannt durch die Fernsehreihe „Expeditionen ins Tierreich“, und seiner Frau Inge Sielmann gegründet. Sie verfolgt ausschließlich gemeinnützige Zwecke. Diese sind:
• Menschen, vor allem Kinder und Jugendliche, durch persönliches Erleben an einen positiven Umgang mit der Natur heranzuführen,
• letzte Refugien für seltene Tier- und Pflanzenarten zu erhalten,
• die Öffentlichkeit für die Natur und deren Schutz zu sensibilisieren und das Heinz Sielmann-Archiv des Naturfilms aufzubauen.

Die Heinz Sielmann Stiftung betreibt und unterstützt eine Vielzahl von Projekten in ganz Deutschland. Zu den bedeutendsten gehören die drei Sielmanns Naturlandschaften Döberitzer Heide, Wanninchen und Groß Schauener Seen im Land Brandenburg. Diese ökologisch wertvollen Gebiete mit insgesamt fast 10.000 Hektar Fläche konnte sie durch Erwerb nachhaltig für Flora und Fauna sichern. Weitere bedeutende Projekte sind Sielmanns Biotopverbund Harz-Eichsfeld-Werratal sowie Sielmanns Biotopverbund Bodensee. Zudem betreibt die Stiftung das Natur-Erlebniszentrum Gut Herbigshagen bei Göttingen, das zugleich Stiftungszentrale ist.