First Solar übernimmt Patenschaft für Wildpferd Przewalski-Hengst „Spurter“ soll im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms für Nachwuchs sorgen

Elstal. Mit 2.500 Euro unterstützt die First Solar AG die Heinz Sielmann Stiftung beim Unterhalt von „Spurter“. Der amerikanische Photovoltaikanlagen-Hersteller beschäftigt am brandenburgischen Produktionsort in Frankfurt/Oder rund 1.200 Mitarbeiter. Mit dem Geld sind die Kosten für Tierarzt, Impfungen, Unterhaltung des Geheges und Futter für etwa fünf Jahre gedeckt. Der Przewalski-Hengst ist seit Mai im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms im Schaugehege der Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide im Einsatz. Mit den ersten Nachkommen der vom Aussterben bedrohten Wildpferde ist Mitte nächsten Jahres zu rechnen.

Die feierliche Übergabe des Schecks sowie der Patenschaftsurkunde fand heute am Schaugehege statt. 

„Der Erhalt der Artenvielfalt ist für First Solar seit langem ein Anliegen. Wir setzen uns beispielsweise dafür ein, dass Solarparks Lebensräume für seltene Tiere und Pflanzen bieten“, betont Burghard von Westerholt, Werksleiter von First Solar in Frankfurt/Oder. „Gerade in Brandenburg ist die Natur sehr vielfältig und es ist auch die Aufgabe von Industrieunternehmen wie First Solar dazu beizutragen, dass das so bleibt.

Anfang Mai kam „Spurter“, damals noch Junggeselle, aus dem niedersächsischen Meppen in die Döberitzer Heide nach Brandenburg. Als Zuchthengst hat er jetzt eine verantwortungsvolle Aufgabe. Sein Vorgänger Billy hatte in fünf Jahren 12 Fohlen gezeugt. Wie sich das Familienleben von Spurter entwickelt, können die Mitarbeiter von First Solar jederzeit im Tierfreigehege mitverfolgen.

„Nach anfänglichen Kommunikationsschwierigkeiten mit seinen Stuten hat sich Spurter mittlerweile blendend eingelebt und ist, wie mehrfach beobachtet, fleißig seiner eigentlichen Bestimmung nachgekommen“, berichtet Peter Nitschke, Geschäftsführer von Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide. „Patenschaften sind aus dem Grund immens wichtig für uns, da sie die Zuchtbemühungen für einen langen Zeitraum finanziell absichern. Außerdem bieten sie dem Paten einen hohen Identifikations- oder Fürsorgefaktor für „sein“ Tier.“

Hintergrund-Informationen 
Die Europäischen Erhaltungszuchtprogramme (EEP) dienen unter anderem der Erhaltung vom Aussterben bedrohter Arten wie Wisent und Przewalski-Pferd. Das nach einem russischen Expeditionsreisenden benannte Pferd ist die einzige Pferdeart, die in ihrer Wildform bis heute überlebt hat. Nachdem es in freier Wildbahn ausgestorben war, gibt es heute weltweit wieder rund 3.000 Exemplare. Nach erfolgreicher Zucht wird ein Teil der Pferde wieder in ihrer ursprünglichen Herkunftsregion, der Mongolei und Kasachstan, ausgewildert, während die anderen Nachkommen dazu beitragen sollen, die Art zu erhalten.

In Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide leben derzeit 22 Przewalski-Pferde. Die Zucht der Tiere wird im Rahmen des EEP vom Kölner Zoo koordiniert. Im besten Fall führt ein EEP dazu, dass in den Zoos eine gesunde, sich selbst erhaltende Population besteht und zusätzlich Tiere wieder ausgewildert werden können, um die wild lebenden Populationen zu unterstützen oder neu aufzubauen. 

Die rund 5.000 Fußballfelder große Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide bietet das Abenteuer Wildnis vor den Toren Berlins. Wer gleichzeitig Ruhe und Vielfalt sucht, ist hier genau richtig. Das Wanderwegenetz umfasst rund 60 Kilometer und führt entlang an Heideflächen, Feuchtwiesen, Mooren, alten Hute- und Laubmischwäldern. Von Aussichtsplattformen und dem neuen 13 Meter hohen Aussichtsturm aus erhalten Besucher faszinierende Einblicke in die Wildniskernzone, ohne das sensible Ökosystem zu stören. Zusammen mit Wisenten, Rot- und Damwild sorgen die Przewalsiki-Pferde als „natürliche Rasenmäher“ dafür, die ökologisch wertvollen Halboffen-Landschaften der Döberitzer Heide zu erhalten. Zu sehen sind die tierischen Landschaftspfleger außer in der Wildniskernzone auch im Schaugehege.

Neben dem Informationszentrum und dem Streichelzoo für die jüngsten Besucher bietet die Heinz Sielmann Stiftung Besuchern regelmäßig interessante Veranstaltungen und Führungen an. Im letzten Jahr lockte allein das Schaugehege rund 26.000 Besucher an.