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Frühlingserwachen – Amphibien auf Wanderschaft

Duderstadt – Seit einigen Wochen lockt der Temperaturanstieg Kröten, Frösche und Molche aus den Winterquartieren, unterbrochen von einer über einwöchigen Frostperiode. Zwischen Fuhrbach und Brochthausen kümmert sich die Heinz Sielmann Stiftung seit vielen Jahren gegenüber den Teichen um den Aufbau eines 300 Meter langen Amphibienzauns.

Foto: Christoph Neumann Andreas Ehbrecht und Clara-Marie Homeyer mit je einem „Doppeldecker“ – ein paarungsbereites Männchen auf dem Rücken eines Weibchens, das sich während der Wanderung huckepack zum Gewässer tragen lässt. Da es in Erdkrötenpopulationen deutlich weniger Weibchen als Männchen gibt, geschieht dieses nicht aus Bequemlichkeit, sondern sichert die Partnerfindung.

Bereits über 1.100 Kröten zwischen Fuhrbach und Brochthausen eingesammelt

Andreas Ehbrecht, Leiter Landwirtschaft Gut Herbigshagen, hat seit Anfang März zusammen mit seiner Kollegin Clara-Marie Homeyer die erste Amphibien-Vorhut von über 1.100 Erdkröten, 120 Laubfröschen sowie knapp 70 Molchen sicher über die Straße gebracht. „Wir berücksichtigen beim Aufbau des Fangzauns die Wetter­prognosen“, erklärt Ehbrecht den frühen Start der Schutz­maßnahmen. Sobald die Temperaturen über fünf Grad steigen und es feucht genug ist, beginnen die Amphibien zu wandern. Das geschieht vor allem abends, nachts und in den frühen Morgenstunden, zwischen 19 und 7 Uhr. Die wechselwarmen Tiere brauchen rund fünf Minuten zum Überqueren der Fahrbahn, im Scheinwerferlicht verfallen sie in Schreckstarre, vielen droht der Tod auf dem Asphalt. 

Die Tiere überwintern meist in Wäldern und müssen zur Paarung und Eiablage zu den Gewässern zurück, in denen sie einst selber abgelaicht wurden. Dort, wo die geschützten Tiere bei ihrer Wanderung Straßen queren müssen, stellen daher zahlreiche ehrenamtliche Helfer Schutzzäune auf, um sie auf diese Weise in die in der Erde eingelassenen Fangeimer zu lotsen. Die Tiere können dann sicher von den Helfern über die Straßen gebracht werden. Hinweisschilder weisen darauf hin, langsam zu fahren. Bis Ende April muss auf den Straßen mit den Amphibien gerechnet werden oder mit Menschen, die zu deren Schutz in den Morgen- und Abend­stunden unterwegs sind.