Gehölzschnitt am Kolonnenweg

Duderstadt – Die Natur hat am Grünen Band eine besondere Dynamik. Mittlerweile wuchert der Kolonnenweg im Naturschutzgebiet „Grenzstreifen zwischen Teistungen und Ecklingerode“ zusehends mit Bäumen und Sträuchern zu. In der kalten Jahreszeit wird jetzt geschnitten und gesägt.

Der Kolonnenweg ist im Gelände häufig das letzte erkennbare Relikt der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Die wurde vielerorts von der Natur zurückerobert und hat sich dort mittlerweile zu dem sogenannten Grünen Band entwickelt. Dem Kolonnenweg kommt dabei die besondere Rolle als tragendes Rückgrat zu.

„Ohne menschliches Eingreifen erobern sich Bäume und Sträucher auch den Kolonnenweg zurück. Wir müssen daher von Zeit zu Zeit mit Menschenkraft und Säge entgegenwirken, denn er soll als wichtige Verbindungslinie für Wanderer und natürlich auch für landwirtschaftliche Nutzer erhalten bleiben. Das wir damit gleichzeitig ein Kulturdenkmal bewahren, ist ein erwünschter Nebeneffekt“, so Holger Keil von der Heinz Sielmann Stiftung. Diese kümmert sich seit mehr als zehn Jahren in enger Abstimmung mit den Naturschutzbehörden und den Kommunen um die Landschaftspflege im Naturschutzgebiet „Grenzstreifen zwischen Teistungen und Ecklingerode“.

„Die Wuchsdynamik der Natur gleicht den Baum- und Gehölzschnitt sehr schnell wieder aus. Man muss regelmäßig am Ball bleiben. Und für die Tiere, insbesondere für die Vögel, gibt es genug Ausweichmöglichkeiten und Strukturen nebenan im Grünen Band selbst“, so Keil weiter. In der kalten Jahreszeit, in der es in der Natur ruhiger und stiller wird, soll dort in den kommenden Monaten der Kolonnenweg abschnittsweise wieder freigestellt werden.

Hintergrundinformation zum Naturschutzgebiet „Grenzstreifen zwischen Teistungen und Ecklingerode“

Im Jahr 2000 wurde zwischen Gut Herbigshagen und dem Grenzlandmuseum Eichsfeld vom Thüringer Landesverwaltungsamt ein acht Kilometer langer Abschnitt der ehemaligen innerdeutschen Grenze als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Es umfasst einen für das Berg- und Hügelland charakteristischen Ausschnitt des Grünen Bandes mit seiner typischen Lebensraum- und Artenvielfalt. Es hat nicht zuletzt deshalb eine hohe naturschutzfachliche und landeskundliche Bedeutung.

Seit 2002 unterstützt die Heinz Sielmann Stiftung in Abstimmung mit den Naturschutzbehörden aktiv und in Zusammenarbeit mit der Schäferei Bodmann die Pflege der Kulturlandschaft am Grünen Band. Ohne den gezielten Pflegeeinsatz mit Schafen und Ziegen hätte sich mittlerweile der Wald diese Flächen zurückerobert und viele seltene und gefährdete Arten, wie z.B. den Neuntöter, den Raubwürger, das Braunkehlchen oder auch das Rebhuhn, hätten ihren Rückzugs- und Lebensraum verloren.

Jenseits der ordnungsgemäßen Forstwirtschaft ist Baum- und Gehölzschnitt in Naturschutzgebieten nur im Einvernehmen mit den Naturschutzbehörden und im Zeitraum der Vegetationsruhe zwischen dem 1. Oktober und dem 28. Februar möglich.

Weitere Informationen erhalten Redaktionen bei:

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Holger Keil
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