Gemeinsam stark für die Freie Heide

Pfalzheim/Neuruppin – Die Heinz Sielmann Stiftung und der Naturpark Stechlin-Ruppiner Land wollen im Bereich der Kyritz-Ruppiner Heide zukünftig noch enger zusammenarbeiten. Im Beisein des Präsidenten des Landesumweltamtes Dirk Ilgenstein haben der Vorstand der Heinz Sielmann Stiftung, Michael Beier, und Naturparkleiter Dr. Mario Schrumpf heute während einer gemeinsamen Exkursion in die Heide eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet.

„Am heutigen Tag stoßen wir eine Tür in die Zukunft auf, die für alle Seiten ein Gewinn ist. Mit gebündelten Kräften werden wir in Zukunft gemeinsam den Naturschutz und Naturtourismus weiter stärken und fördern. Davon profitiert sowohl die örtliche Wirtschaft als auch die Vielfalt von Flora und Fauna auf der Heide und natürlich alle Menschen, die diese schöne Landschaft hier erleben können“, freute sich Sielmann-Vorstand Michael Beier und bedankte sich bei allen Beteiligten für ihr Engagement in den vergangenen drei Jahren.

Mit einer naturschutzfachlichen Fortbildung der Kutschunternehmer beginnt im Winter die neue Partnerschaft. Wildnisbildung gehört sowohl zu den Zwecken der Heinz Sielmann Stiftung als auch zu den Zielen des Naturparks.

Im Mittelpunkt der geplanten Zusammenarbeit stehen die gegenseitige Unterstützung bei der Umsetzung der Naturschutzaufgaben und die Weiterentwicklung eines Tourismuskonzepts gemeinsam mit den regionalen Tourismusverbänden. Auch die Zusammenarbeit mit Lehr- und Forschungseinrichtungen bei der Betreuung von Semester- und Abschlussarbeiten oder studentischen Einsätzen vor Ort ist geplant.

Umweltminister schätzt Sielmann Stiftung als verlässlichen Partner

„Seit nunmehr zwei Jahrzehnten ist die von Inge und Heinz Sielmann gegründete Stiftung ein verlässlicher Partner“, betont Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger. Mit der vereinbarten Kooperation wird es zukünftig noch besser möglich sein, die bereits 2012 eingeleitete Zusammenarbeit in der Kyritz-Ruppiner Heide auf eine festere Grundlage zu stellen und die Kräfte in dieser Region zu bündeln.“

Entmunitionierung und Freigabe

6,5 Kilometer Sielmann-Weg im ehemaligen „Bombodrom“ wurden bereits von Munition beräumt und werden voraussichtlich im Frühjahr 2016 für eine begrenzte Anzahl von Kutschunternehmen aus der Sperrverordnung des Landkreises freigegeben. Das heißt, es wird dann kein Feuerwerker mehr auf der Kutsche mitfahren müssen. Eine allgemeine Zugänglichkeit für Wanderer und andere Besucher schließt die Stiftung für ihre Flächen jedoch vorerst aus. „Eine allgemeine und unkontrollierte Nutzung der Heide wird in absehbarer Zeit wegen der unverändert hohen Munitionsbelastung nicht möglich sein. Die Gefahr für Leib und Leben besteht auf den ehemals intensiv militärisch genutzten Flächen nach wie vor“, betonte Stiftungsvorstand Michael Beier.

Seit Mai 2014 sind Kutschfahrten mit Feuerwerker-Begleitung in die Heide möglich. Mehr als 2500 Teilnehmer in den vergangenen 16 Monaten zeugen von großem Interesse und Neugier auf die Landschaft der „Freien Heide“.

Ökologischer Waldumbau

In Zusammenarbeit mit dem Bundesforst Westbrandenburg betreibt die Heinz Sielmann Stiftung auf mehr als 1850 Hektar den ökologischen Waldumbau. Die Kiefernwald-Monokulturen sollen in den kommenden Jahren durch Laubgehölze biologisch vielfältiger werden. Für die zivile Nutzung, das Naturerlebnis Freie Heide, und die naturschutzfachliche Betreuung wendet die Stiftung jährlich 300.000 Euro aus eigenen Spendenmitteln auf.

Das Fehlen intensiver land- und forstwirtschaftlicher Eingriffe hat diese Militärflächen für viele seltene und bedrohte Pflanzen- und Tierarten zu den letzten Rückzugsgebieten werden lassen - ein Nationales Naturerbe an biologischer Vielfalt, das nur durch eine gute Zusammenarbeit von öffentlicher und privater Hand geschützt und dauerhaft erhalten bleiben kann.

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