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Gesucht: Männerfressende Femme fatale auf Raubzug in Brandenburg

Sie frisst die Männchen vom Kopf her auf. Dabei täuscht sie ansonsten Frömmigkeit vor. Die Rede ist von der Gottesanbeterin – eine Fangschreckenart, die sich mit fortschreitendem Klimawandel auch in Brandenburg ausbreitet.

Gottesanbeterin (Mantis religiosa), Foto: Ralf Donat

Gottesanbeterin (Mantis religiosa), Foto: Ralf Donat

Gottesanbeterin (Mantis religiosa), Foto: Ralf Donat

Gottesanbeterin (Mantis religiosa), Foto: Ralf Donat

Seit einigen Jahren häufen sich in Brandenburg Nachweise der Gottesanbeterin. Diese Fangschrecke ist am Mittelmeer und Afrika zu Hause. Bei uns profitiert sie von den zunehmend warmen Sommern und milden Wintern der letzten Jahre. Mit einer Länge bis zu sieben Zentimetern, ihrer grünlich bis bräunlichen Färbung, sowie ihren auffälligen Fangbeinen ist sie unverwechselbar. Experten bitten nun die Bevölkerung um Hinweise, wenn ein Insekt gesichtet wird.

Manche mögen‘s heiß

Die Gottesanbeterin (Mantis religiosa) ist vor allem auf trockene Wiesenflächen mit höherer Vegetation zu finden. Aber auch auf Brachen und auf ehemaligen Truppenübungsplätzen wurde sie bereits nachgewiesen. In den Bergbaufolgelandschaften der Niederlausitz findet sie ebenfalls ideale Lebensbedingungen. Sie mag es heiß und trocken. Außerdem bevorzug sie insektenreiche Lebensräume, in denen es genug Nahrung gibt. Im August und September sind die erwachsenen Tiere aktiv und lauern bewegungslos auf ihre Beute, die sie dann blitzschnell mit ihren Fangbeinen ergreifen.

Femme fatale

Das vordere Beinpaar der Gottesanbeterin ist zu zwei Fangbeinen umgebildet. Auf Beute lauernd, winkelt sie die Fangbeine an. Die scheinbar in Andacht zum Himmel hin gefalteten Vorderbeine haben dem Insekt seinen Namen eingebracht. Ab Mai schlüpfen die Larven, die sich dann in bis zu sechs Stadien zum erwachsenen Tier entwickeln. Anfang August erscheinen die ersten ausgewachsenen Tiere. Die Weibchen werden bis zu siebeneinhalb Zentimeter groß. Sie legen bauschaumartige Eipakete ab, in denen die Eier den Winter überdauern. Die Paarung kann für Männchen lebensgefährlich sein. Es klingt brutal: Das Weibchen frisst das Männchen vom Kopf her auf, während der Hinterteil noch den Paarungsakt vollzieht. Meistens endet der Geschlechtsakt für alle Beteiligten aber ohne Verletzungen.

Bürgerwissenschaft: Gottesanbeterin gesichtet? Fund melden!

In Sielmanns Naturlandschaften Brandenburg wurde die Gottesanbeterin bereits mehrfach nachgewiesen. Jetzt, da die großen Insekten aktiv sind, möchte die Heinz Sielmann Stiftung auf die Mitmachaktion „Gottesanbeterin gesucht“ vom Naturkundemuseum Potsdam und den Mantidenfreunden Berlin-Brandenburg hinweisen. Das Citizen science-Projekt soll die Verbreitung und Ausbreitung der Gottesanbeterin dokumentieren. Wer diese Tiere zu Gesicht bekommt, kann diese Beobachtung mit Angabe von Datum, Fundort sowie Namen und Kontaktdaten des Beobachters melden. Ein Belegfoto sichert die Angaben ab. Es sei jedoch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es sich um eine besonders geschützte Art handelt, die nicht gestört oder gar gefangen werden darf.

Beobachtungen können an das Natur-Erlebniszentrum Wanninchen der Heinz Sielmann Stiftung (wanninchen(at)sielmann-stiftung.de) gesendet werden oder direkt an das Naturkundemuseum Potsdam (dirk.berger(at)rathaus.potsdam.de).

Weitere Informationen finden Sie auf der offiziellen Projektseite unter:
www.potsdam.de/mitmachprojekt-gottesanbeterin-gesucht