Spenden Spenden Veranstaltungen Veranstaltungen Newsletter

Gottesanbeterin in Brandenburg gesichtet? Bitte melden!

Die große Fangschrecke faltet ihre Fangarme, als ob sie beten wollte. So kam die Gottesanbeterin zu ihrem Namen. Seit gut zwanzig Jahren ist die ursprünglich aus Afrika nach Europa eingewanderte Mantis religiosa auch in Berlin und Brandenburg zu finden. In Sielmanns Naturlandschaft Wanninchen ist sie 2015 zum ersten Mal gesichtet worden. Seitdem rufen wir naturinteressierte Menschen jedes Jahr dazu auf, ihre Gottesanbeterinnen-Funde zu melden.

Ralf Donat

„Im August und September sind die markanten Fangschrecken ausgewachsen und am besten zu sehen. Mit ihrem dreieckigen Kopf, den gefalteten Fangarmen und ihrer Größe von bis zu 7,5 Zentimeter Länge sind sie unverwechselbar und deshalb auch für Laien gut zu erkennen. Die erwachsenen Tiere lauern oft bewegungslos auf ihre Beute, die sie dann blitzschnell mit ihren Fangarmen ergreifen“, erklärt Ralf Donat, Projektleiter der Sielmanns Naturlandschaft Wanninchen und Ansprechpartner der bürgerwissenschaftlichen Aktion der Heinz Sielmann Stiftung.

Sie hat’s gern warm und trocken

Die Gottesanbeterin (Mantis religiosa) ist vor allem auf trockenen Wiesenflächen mit höherer Vegetation zu finden. Aber auch auf Brachen und auf ehemaligen Truppenübungsplätzen wurde sie bereits nachgewiesen. In den Bergbaufolgelandschaften der Niederlausitz findet sie ebenfalls ideale Lebensbedingungen. Sie ernährt sich vor allem von Insekten und Spinnen und bevorzugt deshalb insektenreiche Lebensräume.

Klimawandel fördert Ausbreitung nach Berlin und Brandenburg

Bis Ende Oktober können geübte Augen das je nach Umgebung grün oder bräunlich gefärbte Insekt auf warmen Flächen entdecken. Das kann auch eine Hauswand oder eine Terrasse sein. Vor allem im südlicheren Brandenburg werden die Funde immer häufiger. Die warmen Sommer der vergangenen Jahre begünstigen die Ausbreitung der Gottesanbeterin. Der Klimawandel mit steigenden Temperaturen und Trockenheit in Brandenburg fördert ihre Wanderung in den Nordosten der Republik.

Gute Erfahrungen mit Citizen-Science-Aktion 

2015 wurde die Gottesanbeterin zum ersten Mal in Sielmanns Naturlandschaft Wanninchen entdeckt. Inzwischen gibt es auch Nachweise der Art in anderen Sielmanns Naturlandschaften Brandenburgs.  
Angeregt durch die bürgerwissenschaftliche Aktion des Naturkundemuseums Potsdam und des Freundeskreises Mantidenfreunde Berlin-Brandenburg, rief die Heinz Sielmann Stiftung nach ihrem ersten Fund öffentlich zur Meldung von Sichtungen der Gottesanbeterin auf. In den Jahren 2018-2020 haben 377 Personen insgesamt 472 Funde gemeldet. Im Raum des Naturparks Niederlausitzer Landrücken war die Suche besonders ergiebig. Die nördlichste Population in Brandenburg ist bei Neustadt/ Dosse angesiedelt.  

Gottesanbeterin auf Foto gebannt? Bitte einsenden! 

Jetzt, da die großen Insekten aktiv sind, ruft die Heinz Sielmann Stiftung wieder auf, Sichtungen der Gottesanbeterin zu melden. Die Mitmach-Aktion soll helfen, die Ausbreitung der Fangschrecke in ganz Brandenburg und Berlin noch präziser zu dokumentieren. Die Ergebnisse der Heinz Sielmann Stiftung werden in einer Datenbank mit den Daten der Aktion „Gottesanbeterin gesucht“ vom Naturkundemuseum Potsdam und den Mantidenfreunden Berlin-Brandenburg zusammengeführt. 

Wenn es Ihnen gelingt, die Gottesanbeterin mit der Kamera zu erfassen, schicken Sie das Foto bitte mit Fundort, Funddatum und Namen sowie Ihren Kontaktdaten an wanninchen(at)sielmann-stiftung.de senden. Es sei darauf hingewiesen, dass es sich um eine besonders geschützte Art handelt, die nicht gefangen werden darf! 

Aktuelle Meldungen
News
19.08.2021 | Ab September bietet die Heinz Sielmann Stiftung digitale Formate rund um Naturthemen an. Anmeldungen sind ab sofort online möglich.
16.08.2021 | Im Süden der Stadt Göttingen entsteht auf Initiative von Sartorius eine neue, vielfältige Biotoplandschaft. Entlang des Leineufers werden auf…
11.08.2021 | Welche Bedeutung haben Biotopverbünde und biologische Vielfalt in Deutschland aus Sicht der Bevölkerung? Das untersucht die Universität Tübingen in…