Gute Gespräche zum Grünen Band

Duderstadt – Am Donnerstag trafen sich Vertreter des Landvolkes Göttingen und Northeim-Osterode erstmals zu einem konstruktiven Meinungsaustausch zum Naturschutzgroßprojekt Grünes Band Eichsfeld-Werratal bei der Heinz Sielmann Stiftung.

Für das Naturschutzgroßprojekt Grünes Band Eichsfeld-Werratal war der Dialog am Donnerstag mit Vertretern des Bauernverbandes erstmals ein positiver Meilenstein in einer bisher kontrovers geführten Diskussion, so der Vorstand der Heinz Sielmann Stiftung, Michael Beier, gegenüber der Presse am heutigen Freitag.

Frischer Wind ist nach Ansicht der Stiftung durch die überwiegend positiven Erfahrungen aus der Umsetzung des niedersächsischen Naturschutzgroßprojekts Hainholz-Beierstein bei Osterode in die Sache gekommen, über das Hartmut Danne vom Landvolk Northeim-Osterode stolz berichtete. Dieses Projekt wurde über das gleiche Förderprogramm finanziert. Danne brachte aber auch die Sorgen und Ängste von Landwirten aus dem Südharz vor Veränderungen zum Ausdruck.

Zwischen Osterhagen und Nüxei wurden zwei niedersächsische Naturschutzgebiete in die Förderkulisse das Grüne Band Eichsfeld-Werratal einbezogen. „Die Sorgen können wir nehmen“, so Michael Beier. „Diese Flächen sind bereits ökologisch überaus wertvoll und wichtig für unser Hauptziel, den Biotopverbund. Dort wo die Zusammenarbeit zwischen Landnutzern und Naturschutz gut funktioniert, werden wir diese Strukturen doch nicht stören. Wir wollen mit unserem Vorhaben in allen Belangen eine gute Zusammenarbeit auf Augenhöhe und auf freiwilliger Basis.“

Michael Beier betont zudem die Chancen im Vertragsnaturschutz durch das Naturschutzgroßprojekt. „Für die Förderung von Vertragsnaturschutz sind die jeweiligen Bundesländer zuständig, die damit auch nationale und internationale Verpflichtungen zum Erhalt der biologischen Vielfalt erfüllen. Die Förderkulissen von Naturschutzgroßprojekten stehen dabei in der Prioritätensetzung der Bundesländer sehr weit oben. Falls die Mittel mal knapp werden sollten, verschafft dies den Landwirten hier im Eichsfeld einen Vorsprung.“

Einig waren sich Landwirte und Naturschützer darin, dass der reale Flächenverbrauch für Investitionen in Energietrassen oder Infrastruktur immer zu Lasten einer funktionierenden Landwirtschaft gehen werde und in Deutschland bereits für den Artenschutz ein bedrohliches Ausmaß angenommen habe.

Hintergrundinformation zum Naturschutzgroßprojekt Grünes Band Eichsfeld-Werratal

Frühzeitig erkannte Heinz Sielmann die Bedeutung der innerdeut­schen Grenze für den Natur- und Artenschutz. Denn in dem einstigen innerdeutschen Grenzgebiet konnten sich in den Jahren der deutschen Teilung Lebensräume für zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten entwickeln. Diese biologische Vielfalt zu bewahren, machte sich die Heinz Sielmann Stiftung zum Ziel und rief 2003 das Naturschutzgroßprojekt „Grünes Band Eichsfeld-Werratal” ins Leben.

Zwischen Harz und Thüringer Wald sollen 130 Kilometer des „Grünen Bandes” als Biotopverbund dauerhaft gesichert und gepflegt werden. Die vom Bundesumweltministerium, dem Bundesamt für Naturschutz und den drei Bundesländern geförderte Planungsphase wurde am 31. August 2013 mit dem in Kraft setzen eines Pflege- und Entwicklungsplanes beendet.

Die Heinz Sielmann Stiftung erarbeitet im Verlaufe des Jahres 2014 einen Antrag auf Umsetzung von Maßnahmen aus diesem Plan. Das grüne Band Eichsfeld-Werratal ist das erste Naturschutzgroßprojekt des Bundes, an dem sich gleichzeitig drei Bundesländer – Thüringen, Nieder­sachsen, Hessen – gemeinsam beteiligen.

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