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Hier hängt das Gold an den Bäumen

Überlingen – Staatssekretärin des Finanzministeriums Baden-Württemberg Gisela Splett besuchte den Birnensortenerhaltungsgarten am Unteren Frickhof in Owingen-Billafingen.

Foto: Holger Spiering v.l.n.r. Thomas Hepperle, Martin Hahn (MdL Grüne), Staatssekretärin Finanziministerium Ba-Wü Gisela Splett (Grüne) auf dem Unteren Frickhof, Owingen-Billafingen
Foto: Holger Spiering v.l.n.r. Staatssekretärin Finanzministerium Baden-Württemberg Gisela Splett (Grüne), Johanna Dodillet (Heinz Sielmann Stiftung), Martin Hahn (MdL, Grüne), Thomas Hepperle im Birnensortenerhaltungsgarten

Birnensortenvielfalt erhalten

Auf Einladung von Martin Hahn, Landtagsabgeordneter der Fraktion GRÜNE im Landtag von Baden-Württemberg und Direktkandidat des Wahlkreises Bodenseekreis, kam Staatssekretärin Gisela Splett am 21. September zu Besuch auf die Flächen des Unteren Frickhofs in Owingen-Billafingen. Dieser Termin wirkt auf den ersten Blick thematisch ungewohnt, da Birnensorten nun mal nicht das Kerngeschäft des Finanzministeriums sind. Allerdings wird der Sortengarten derzeit von dem Ministerium finanziell unterstützt und so betonte Staatssekretärin Splett: „Das Thema biologische Vielfalt ist wichtig und dazu gehört es auch die Kultursorten zu erhalten“. Welche Vielfalt an Wirtschaftsbirnen auf dem Unteren Frickhof angebaut und somit erhalten wird, erklärte Thomas Hepperle, der seit den 1980er Jahren ehrenamtlich den Birnensortenerhaltungsgarten betreut und die geladenen Gäste durch die Baumreihen führte.

 

Von Mostbirne bis Tafelbirne

Ursprünglich wurde der Sortengarten angelegt, um die alten Wirtschaftsbirnensorten, die sich zum Dörren, Mosten, Brennen oder Einkochen eignen, zu erhalten. Seit 2011 gibt es auch einen Bereich, in dem alte Tafelbirnensorten gepflanzt wurden und so erhalten werden. Dieser wurde durch die Heinz Sielmann Stiftung finanziert. Von manchen Sorten, erklärte Herr Hepperle, gäbe es, außer hier am Unteren Frickhof, sonst in keine Exemplare mehr. Wenn also die entsprechenden Birnbäume beispielsweise aufgrund einer Krankheit absterben würden, würde damit die Sorte aussterben. Aber gerade die alten Sorten seien oftmals deutlich widerstandsfähiger gegen Krankheiten, Schädlingen und auch die Folgen des Klimawandels. Daher sollten viel mehr Baumschulen auch die alten Sorten wieder anbieten. So zählt die Sipplinger Klosterbirne, laut Hepperle zu den besten Dörrbirnen der Welt. Generell seien die alten Sorten allerdings immer wenig verbreitet. Das würden Herr Hepperle und Dr. Manfred Büchele, Leiter des Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee, gerne gemeinsam ändern.

 

Neue Zuständigkeit für den Erhaltungsgarten?

Während des Vor-Ort-Termins wurde darüber beraten, den Birnensortenerhaltungsgarten, in die Zuständigkeit des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz zu übergeben. Damit wären dann der Apfelsortenerhaltungsgarten in Ravensburg und der Birnensortenerhaltungsgarten in einer Zuständigkeit. Hierzu würden bereits Verhandlungen geführt, so Staatssekretärin Splett. Alle Anwesenden waren sich einig darüber, dass der Birnensortengarten und damit diese genetische Vielfalt nachhaltig gesichert und somit erhalten und weiterentwickelt werden soll