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Hoher Besuch im Wisent-Schaugehege Ministerpräsident Matthias Platzeck übernimmt Schirmherrschaft für Wisent in Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide

Elstal. Im Rahmen seiner Arbeitsreise durch das Havelland besuchte Ministerpräsident Matthias Platzeck heute die Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide. Gemeinsam mit Landrat Dr. Burkhardt Schröder ließ er sich über den aktuellen Entwicklungsstand des europaweit einmaligen Wildnisgroßprojektes auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz informieren. Statt Panzern pflegen heute Wisente, Wildpferde und Rotwild die Landschaft. Als natürliche Rasenmäher tragen die selbst vom Aussterben bedrohten Wildtiere dazu bei, den Lebensraum von rund 5.000 teilweise sehr seltenen Tier- und Pflanzenarten zu erhalten.

"Der Plan, diese aus der militärischen Nutzung in Teilbereichen belastete Landschaft mit Hilfe von Wisenten und Przewalskipferden frei zu halten und damit gleichzeitig zum Schutz dieser beiden Tierarten beizutragen, ist bisher auch dank der Unterstützung durch das Ministerium wunderbar aufgegangen“, freut sich Geschäftsführer Peter Nitschke. „Und das Projekt könnte Schule machen. Es gibt zahlreiche ehemalige Truppenübungsplätze, bei denen die Herausforderungen der Nachnutzung ähnlich gelagert sind wie hier in der Döberitzer Heide und wir bekommen regelmäßig Anfragen, wie unsere Erfahrungen hier sind.“

Das Know How der Heinz Sielmann Stiftung kommt ihr auch bei der nächsten großen Aufgabe zu Gute – der Übernahme von Naturerbe-Flächen auf dem ehemaligen Bombodrom in der Kyritz Ruppiner Heide.

„Auch wenn das Gebiet dort viel größer und anders strukturiert ist, können wir viele der Erfahrungen, die wir in der Döberitzer Heide gesammelt haben, auch für dieses Naturschutzgroßprojekt nutzen“, glaubt Projektleiter Lothar Lankow.

Der Besuch des Ministerpräsidenten fand seinen Abschluss mit dem Füttern der Wisente im Schaugehege und der offiziellen Übernahme der Schirmherrschaft für das sechs Monate alte Wisent-Kalb „Dönna“.

Hintergrundinformationen
Döberitzer Heide – vom Militärgelände zum Naturschutz
Vom kaiserlichen Heer 1895 bis zum Abzug der Roten Armee 1992 nutzte das Militär das Gelände als Truppenübungsplatz. Nahezu unbeeinträchtigt von Besiedelung, Land- und Forstwirtschaft entwickelte sich in der Döberitzer Heide ein Naturparadies von unver¬gleichlicher Vielfalt. Die ökologisch wertvolle Offenlandschaft zu er¬hal¬ten und damit Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten zu schaffen – dies setzte sich die Heinz Sielmann Stiftung mit dem Erwerb der Fläche 2004 zum Ziel und legte damit den Grundstein für ein einzigartiges Wildnisgroßprojekt. Sanfter Tourismus – Wildnis & Artenvielfalt erleben Neben dem Erhalt von Refugien für seltene Tiere und Pflanzen ist die Heinz Sielmann Stiftung bestrebt, Naturschutz mit Umweltbildung und sanftem Tourismus zu verbinden und auf diese Weise einmalige Natur¬landschaften für den Menschen zu erhalten. Das Wanderwegenetz umfasst rund 60 Kilometer. Von Aussichtplattformen und vom neuen Aussichtsturm aus erhält man fas¬zi¬nierende Einblicke in die Wildniskernzone, die Lebensraum für rund 5000 andernorts vielfach ver¬drängte Tier- und Pflanzenarten bietet, ohne das sensible Ökosystem zu beeinträchtigen. Schaugehege, Informations¬zentrum, Themenveranstaltungen und -führungen sowie ein Streichelzoo für die jüngsten Besucher ergänzen das Angebot, das im letzten Jahr rund 26 000 Besucher anlockte.