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Zum 90. Geburtstag: Erinnerungen an Inge Sielmann

Im vergangenen Jahr verstarb Inge Sielmann, kurz vor ihrem 89. Geburtstag. Ein Jahr später, zu ihrem 90. Geburtstag am 28. April, erinnern wir uns an ihr Leben und Wirken als engagierte Naturschützerin, als Stifterin und an ihre Rolle an der Seite des berühmten Tierfilmers Heinz Sielmann.

Foto: Ralf Donat Inge Sielmann 2014 während eines Besuchs in Sielmanns Naturlandschaft Wanninchen vor der Kulisse des Lichtenauer Sees.

Naturschutz als Lebensmotto 

Inge Sielmann war eine kluge und umsichtige Wegbereiterin für den Naturschutz in Deutschland. Mit ihrem Mut, ihrer Besonnenheit und ihrem Weitblick inspirierte sie viele Menschen. Es war ihr besonders wichtig, Kinder und Jugendliche an die Schönheit und Einzigartigkeit der heimischen Natur heranzuführen. All dies leitet sie und ihren Mann Heinz, als sie gemeinsam 1994 die Heinz Sielmann Stiftung gründeten. Für den Natur- und Artenschutz hat Inge Sielmann als private Stifterin eine über Generationen hinweg eine wegweisende Rolle gespielt. Ihr Engagement für das Grüne Band wurde im Oktober 2017 mit dem Deutschen Umweltpreis gewürdigt, den sie zusammen mit Dr. Kai Frobel, Prof. Dr. Hubert Weiger sowie den Unternehmern Bernhard und Johannes Oswald erhielt. 

 

Wagemutiger Einsatz für Brandenburgs Natur: „Heinz, hier werden wir tätig.“ 

Sielmanns Naturlandschaft Wanninchen in der Niederlausitz ist heute ein Vorzeigeprojekt des Naturschutzes. Nach dem Ende des Tagebaus war die Landschaft eine ausgeräumte Industriebrache, das Erdreich zerfurcht von den Schaufeln der Braunkohlebagger. „Die BVVG wollte die Flächen verkaufen und es gab Überlegungen, wie man die Landschaft im Sinne des Naturschutzes sichern könnte. Im Jahr 1999 besuchten Inge und Heinz Sielmann Brandenburg und beratschlagten, ob die Stiftung die Flächen erwerben könne“, so Ralf Donat, heute Leiter des Sielmanns Natur-Erlebniszentrums Wanninchen. Nie zuvor hatte eine private Stiftung so viel Fläche in der Bergbaufolgelandschaft erworben. Heinz Sielmann war skeptisch. Doch seine Frau überzeugte ihn. Gemeinsam standen sie in der Abendsonne an der Abbruchkante der Schlabendorfer Grube, als Inge Sielmann feststellte: „Heinz, hier werden wir tätig.“ Ein Jahr später erwarb die Stiftung die ersten 722 Hektar. Heute besitzt die Heinz Sielmann Stiftung über 3.200 Hektar in der Bergbaufolgelandschaft und betreibt das Natur-Erlebniszentrum in Wanninchen. Davon profitieren nicht nur die Natur, sondern auch die Menschen. Das Natur-Erlebniszentrum ist beliebtes Ausflugsziel und lockt Besucher mit Kranichsafaris oder Sechs-Seen-Touren. 

 

Was man tief in seinem Herzen hat, kann man nicht durch den Tod verlieren 

Inge und Heinz Sielmanns Optimismus und ihr Grundsatz „Naturschutz als positive Lebensphilosophie“ leiten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterinnen der Stiftung auch nach dem Tod des Stifterehepaars. „Wir vermissen Inge und Heinz Sielmann schmerzlich. Doch die Aufgabe ihr Erbe fortzuführen, treibt uns im Einsatz für den Naturschutz weiter an. Ihre Visionen von einer nachhaltigen Welt und dem Einklang von Natur und Mensch sind unsere Motivation für die tägliche Arbeit“, erklärt Fritz Brickwedde, Vorsitzender des Stiftungsrats. 


Liebe zur Natur verband Inge und Heinz Sielmann 

Die Liebe zur Natur verband Inge und Heinz Sielmann während ihrer 55-jährigen Ehe miteinander. Die beiden haben mitunter nächtelang im Schneideraum gearbeitet. „Expeditionen ins Tierreich“ brachten die Artenvielfalt aus fünf Kontinenten auf die Bildschirme in den heimischen Wohnzimmern und schafften ein Bewusstsein für den Natur- und Artenschutz, aber auch für die Auswirkungen der menschlichen Eingriffe in das Ökosystem.

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