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Kraniche beobachten in der Niederlausitz

05.09.2008, Luckau. Wöchentliche Führungen zum großen herbstlichen Vogelzug – "Kranichtag" in Wanninchen am 20. September 2008

Auf diese Zeit haben Vogelfreunde ein ganzes Jahr gewartet: die größten Zugvögel Mittel- und Nordosteuropas, die Kraniche, starten auf die erste Etappe ihres Zuges in die Winterquartiere in Südeuropa und Afrika. In der Sielmanns Naturlandschaften Wanninchen sind die Vögel jetzt schon ein großartiges Naturschauspiel. Tausende von Vögeln sammeln sich in den Flachwasserbereichen der Bergbaufolgelandschaft und auf den umliegenden abgeernteten Feldern, wo sie sich mit Getreideresten Energiereserven für den Weiterflug anfressen. Mit wachsender Zugunruhe werden in den nächsten Wochen die Kraniche mit weit hallenden Trompetenrufen und in großen V-förmigen Flugformationen auf die Reise gehen.

Von September bis Ende Oktober bietet das Heinz Sielmann Naturparkzentrum Wanninchen jede Woche Führungen an. Start ist Mittwochs, Samstags und Sonntags jeweils eine Stunde vor Sonnenuntergang am Naturparkzentrum Wanninchen.

Ein besonderer Höhepunkt für Kranichfreunde ist am 20. September ab 14:00 Uhr in Wanninchen zu erleben. Zum Kranichtag werden Informationen und Aktionen rund um den Vogelzug für die ganze Familie angeboten. So präsentiert ein Falkner die Flugkünste von Uhu, Adler und Falken. In der Dämmerung kann an Exkursionen zu den Schlafplätzen der Kraniche teilgenommen werden.

Nicht erst am Himmel, besonders jetzt bei der Rast am Boden sind die prächtigen Vögel sehr gut zu beobachten. Was sie derzeit am meisten brauchen, finden Sie in der Sielmanns Naturlandschaften Wanninchen sehr reichlich vor: große Flachwasserbereiche, in denen sie nachts ihre Schlafplätze einnehmen und vor Freßfeinden geschützt sind, und weite Felder, in denen sie tagsüber nährstoffreiche Getreidereste finden in der weiteren Umgebung der Schlafplätze. Schon die täglichen Flüge für die Nahrungssuche auf den Äckern beginnen die Kraniche gerne in großen Gruppen von bis zu hunderten Vögeln. Gegen Abend kehren sie dann in großen Schwärmen zu den Schlafplätzen zurück, welche sich in den Bergbauseen befinden.

Ein idealer Startpunkt für Beobachtungen ist das Heinz Sielmann Naturparkzentrum Wanninchen. Tagsüber können die pachtvollen Vögel auf den Feldern nahe des Naturschutzgebietes Borcheltsbusch beobachtet werden, zum Sonnenuntergang dann am Schlabendorfer See. Im Heinz Sielmanns Naturparkzentrum kann überdies eine naturkundliche Ausstellung "Vögel des Glücks" über die Kraniche besichtigt werden.

Für Informationen und Anmeldung steht im Naturparkzentrum Frau Sybille Hartnick unter der Telefonnummer 03544-55 77 55 zur Verfügung.

Hintergrundinformation: Der Kranich
Vogel des Glücks - so nannten bereits die Römer den Kranich und verehrten ihn als guten Schicksalsvogel. Mit einer Länge bis zu 120 cm ist er der größte heimische Vogel. Ein international bedeutender Sammel- und Rastplatz für die Zugvögel ist das Luckauer Becken, welches im Jahr 2006 als Europäisches Vogelschutzgebiet ausgewiesen wurde. Ab September kommen tausende Kraniche aus Skandinavien und dem Baltikum auf ihrem Flug Richtung Süden an. Je nach Witterung und Nahrungsangebot verweilen die Kraniche mehrere Wochen in diesen Gebieten und ziehen meist Anfang November weiter in ihre Winterquartiere. Immer mehr Kraniche überwintern allerdings wegen des milderen Klimas bereits bei uns und verzichten auf den Zug nach Spanien oder Afrika. Besonders gut zu beobachten sind Kraniche in der Sielmanns Naturlandschaft Wanninchen und den dortigen Flachwasserseen in den Tagebau-Restlöchern.

Anreise
Die Anreise erfolgt aus Richtung Berlin und Dresden über die A13 bei der Ausfahrt Calau und anschließend über Zinnitz, Schlabendorf und Görlsdorf nach Wanninchen. Von Westen her geht es über die B 87 oder 102 zunächst nach Luckau und weiter über Freesdorf, Frankendorf nach Görlsdorf zum Naturparkzentrum.