Landesminister Vogelsänger gibt Startschuss für zwei Projekte der Heinz Sielmann Stiftung

Elstal – Heute gaben Jörg Vogelsänger, Brandenburgs Minister für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft, und Dr. Fritz Brickwedde, Stiftungsratsvorsitzender der Heinz Sielmann Stiftung, in Elstal bei Berlin den Start für zwei Förderprojekte in Sielmanns Naturlandschaften bekannt.

Landesminister Jörg Vogelsänger und Stiftungsratsvorsitzender Dr. Fritz Brickwedde gaben den Start zweier Projekte der Heinz Sielmann Stiftung in Brandenburg bekannt. Foto: HSS / T. Marotzke

Die Heinz Sielmann Stiftung will in den europäischen Schutzgebieten Döberitzer Heide - Ferbitzer Bruch und der Tangersdorfer Heide Offenlandstrukturen wieder herstellen, um die trockenen Heiden, kalkreichen Sandrasen, feuchte Mähwiesen und Moore zu erhalten und später besser pflegen zu können. Das Land Brandenburg beabsichtigt, beide Projekte, die mit rund 3,8 Millionen Euro kalkuliert sind, aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) zu fördern.

„Die Wiederherstellung und Pflege der wertvollen Trockenrasen, offenen Grasflächen und Heide auf unseren Flächen ist überlebenswichtig für zahlreiche Arten, die vielerorts bereits nahezu ausgestorben sind. Der bedrohliche Rückgang der Artenvielfalt kann hier ein Stück weit aufgehalten werden. Wir freuen uns, dass das Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg mit der Heinz Sielmann Stiftung an einem Strang zieht und die Arbeit der Stiftung unterstützt“, betonte Dr. Brickwedde.

Seltene Arten schützen

Konkret sollen in den nächsten Monaten bis zum Frühjahr Gehölze und Baumstubben gerodet und eine neue Technik zur Heideverjüngung angewandt werden. Auch Maßnahmen zum Schutz der Rotbauchunke und die Umnutzung und Herrichtung von früheren Schießanlagen als Winterquartiere für seltene Fledermäuse sind vorgesehen.

Von den Landschaftspflegemaßnahmen profitieren darüber hinaus auch andere im Offenland typische und seltene Vogelarten wie Steinschmätzer, Ziegenmelker, Wiedehopf und Schwarzkehlchen. Seltene Insekten, darunter viele Schmetterlings- und Wildbienenarten, finden hier ideale Lebensbedingungen. Pflanzen, die auf landwirtschaftlich intensiv genutzten Flächen verdrängt wurden, wachsen auf den mageren, offenen Sandböden. In den geschützten Trockenrasen und Heidekrautfluren wachsen zum Beispiel Karthäuser-Nelke und Graue Skabiose.

Die Pflege der wertvollen Lebensraumtypen richtet sich nach der Verordnung des Naturschutzgebiets und resultiert aus Verpflichtungen der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie im europäischen Schutzgebietssystem Natura 2000.

Hintergrund

Sielmanns Naturlandschaften Döberitzer Heide und Tangersdorfer Heide wurden bis Anfang der 1990er Jahre militärisch genutzt. Heute bieten sie Tausenden von seltenen Arten Zuflucht und Lebensraum.

Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide

Auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz „Döberitz“ betreut die Heinz Sielmann Stiftung heute rund 3.650 Hektar mit ca. 5.500 verschiedenen Tier- und Pflanzenarten.

Wo früher Panzerketten den Boden aufwühlten, Explosionen und Brände die Landschaft formten, sorgen heute vorzugsweise Tiere für die Offenhaltung der Flächen. In einem rund 1.860 ha großen Semireservat gestalten große Pflanzen-fresser wie Wisent, Przewalskipferd und Rothirsch weitgehend unbeeinflusst von menschlichen Einflüssen die Landschaft. Durch ihr Fressverhalten, ihren ausge-prägten Spieltrieb, ihre Vorliebe für Staubbäder und ihre Wanderwege unter-drücken und verzögern die Tiere die Wiederbewaldung, erhalten wertvolle Offen-landstrukturen und tragen somit zur Erhöhung der biologischen Vielfalt bei.

In der umgebenden Naturerlebnisringzone von noch einmal 1.800 Hektar werden die offenen und halboffenen Bereiche in der Naturerlebniszone extensiv mit Rindern, Schafen und Ziegen beweidet.

Sielmanns Naturlandschaft Tangersdorfer Heide

Die im vorigen Jahr von der Heinz Sielmann Stiftung erworbene Fläche in der Uckermark umfasst rund 279 Hektar Es handelt sich dabei um einen Teil des ehemaligen Truppenübungsplatzes Tangersdorfer Heide. 116 Hektar davon liegen im Schutzgebiet „Kleine Schorfheide-Havel“. Die Fläche hat eine ideale Lage, sie schließt die Lücke zwischen dem südöstlich gelegenen Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin, der Endmoränenlandschaft bei Ringenwalde und dem nördlich gelegenen Müritz Nationalpark sowie der Feldberger Seenplatte.