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Nationales Naturschutzgroßprojekt „Grünes Band Eichsfeld-Werratal“ startet BMU übergibt Bewilligung - Heinz Sielmann Stiftung ist Projektträger

Duderstadt. Im Rahmen eines Festaktes wurde heute der Bewilligungsbescheid für das Naturschutzgroßprojekt „Grünes Band Eichsfeld-Werratal“ durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und das Bundesamt für Naturschutz an die Bundesländer Thüringen, Niedersachsen, Hessen und den Projektträger Heinz Sielmann Stiftung übergeben. Es wird das erste Naturschutzgroßprojekt des Bundes, an dem drei Bundesländer beteiligt sind.

„Es ist ein Meilenstein für den Natur- und Artenschutz in Deutschland: das ‚Grüne Band Eichsfeld-Werratal’ stellt als Naturschutzgroßprojekt ein entscheidendes Verbindungsstück in der Flächenkulisse des Nationalen Naturerbes dar“, sagte Inge Sielmann, Stiftungsratsvorsitzende der Heinz Sielmann Stiftung, bei der Veranstaltung auf Gut Herbigshagen. 

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Gemeinsam mit allen Beteiligten leisten wir als Bund einen wichtigen Beitrag, dieses Gebiet als Lebensraum vieler bedrohter Tier- und Pflanzenarten zu erhalten“, erklärt Jochen Flasbarth, Abteilungsleiter Naturschutz und nachhaltige Naturnutzung im Bundesumweltministerium und zukünftiger Präsident des Umweltbundesamtes. Mit rund 130 km Länge umfasst das Gebiet fast 10% des gesamten deutschen Grünen Bandes. Die Kosten für die jetzt beginnende dreijährige Förderphase I tragen der Bund mit 758.000 €, die drei Bundesländer mit insgesamt 162.000 € und die Heinz Sielmann Stiftung als Projektträger mit 90.000 €. Weitere 9,8 Millionen € sollen für die Maßnahmenumsetzung in der anschließenden Förderphase II bereitgestellt werden.

„Neben dem Schutz des Grünen Bands geht es bei diesem Vorhaben auch darum, modellhaft durch umfangreiche Quervernetzungen die Verwirklichung des länderübergreifenden Biotopverbunds zu unterstützen. Dies ist besonders wichtig, da das Projektgebiet zwischen Harz, Hainich und Hessischem Bergland in einer zentralen Drehscheibe des Waldverbunds in Deutschland angesiedelt ist und eine herausragende Bedeutung für bedrohte Arten wie der Wildkatze und dem Luchs hat“, sagt Prof. Dr. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz.

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er Thüringer Minister für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt, Dr. Volker Sklenar, verweist aus diesem Anlass darauf, dass die Thüringer Landesregierung sich frühzeitig der großen Verantwortung für das Grüne Band bewusst war und nach einem eigenständigen Leitbild handelte, um die Ziele des Naturschutzes und der Regionalentwicklung in Einklang zu bringen: „Mit dem neuen länderübergreifenden Naturschutzgroßprojekt und der Übertragung von ca. 3.600 ha Bundesflächen auf die Stiftung Naturschutz Thüringen werden sich die Handlungsspielräume zur Wiederherstellung eines länderübergreifenden Biotopverbundes auf einem 130 km langen Abschnitt des Grünen Bandes wesentlich verbessern“, fügt Minister Sklenar an.

In seiner Rede ging der Niedersächsische Minister für Umwelt und Klimaschutz, Hans-Heinrich Sander, auf die Besonderheit des Naturraums ein: „Einzigartig ist dieser Biotopverbund schon allein auf Grund seiner Ausdehnung. Und hinzu kommt die Unberührtheit und Ungestörtheit der Landschaft, die charakteristisch ist für große Gebiete beidseits des Grünen Bandes. Diese Naturschätze entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze müssen wir bewahren. Heute setzen wir einen wichtigen Meilenstein zum Erhalt dieser besonderen Landschaft, darüber freue ich mich sehr.“

Als wichtiges Biotopverbundsystem in der Mitte Deutschlands dient das „Grüne Band Eichsfeld-Werratal“ der Bewahrung einer Kulturlandschaft mit einzigartiger Fauna und Flora. „Bestehende Trittsteinbiotope, neue Lebensraumkorridore und angrenzende großflächige Kerngebiete werden zukünftig mit dem ‚Grünen Band Eichsfeld-Werratal’ unter Projektträgerschaft der Heinz Sielmann Stiftung zusammengefügt. Die Planungen für die erste Projektphase können ab sofort beginnen“, erklärt Michael Spielmann, Vorstand der Heinz Sielmann Stiftung.

„Das ‚Grüne Band Eichsfeld-Werratal’ lässt eine Vision von Prof. Heinz Sielmann Wirklichkeit werden“, sagt Walter Stelte, Vorstand der Heinz Sielmann Stiftung: „Bereits 1989 hatte Heinz Sielmann in seinem Film ‚Tiere im Schatten der Grenze’ für ein solches Naturschutzgroßprojekt geworben“. Seit sechs Jahren leistete die Heinz Sielmann Stiftung Vorarbeit für dieses Vorhaben. Mit der Bewilligung kann nun die voraussichtlich dreijährige Förderphase I des Projektes starten, in der ein flächengenauer Pflege- und Entwicklungsplan für die Gebietskulisse erstellt und mit der Region abgestimmt werden soll.

„Mit dem neuen Naturschutzgroßprojekt werden die Mittelgebirge des nordosthessischen Berglandes  in das  angestrebte  Biotopverbundsystem zwischen Harz und Hainich  einbezogen. Die ‚Hessische Schweiz’ mit ihren  beeindruckenden Tafelbergen und naturnahen  Laubmischwäldern ist als artenreicher Lebensraum ein zentraler Teil dieses deutschen Gemeinschaftsprojektes“, sagt Peter Stühlinger, Leiter des Referats VI 7A im Hessischen Umweltministerium.

Auf einer Länge von 130 km des ehemaligen Grenzstreifens und mit einer Projektgebietsfläche von über 31.000 ha erstreckt sich dieses vom Bund und den drei Bundesländern geförderte länderübergreifende Naturschutzgroßprojekt. Sein Hauptanliegen ist die dauerhafte Bewahrung, Pflege und Entwicklung des „Grünen Bands“ in der Region Eichsfeld-Werratal als Teil des Nationalen Naturerbes, als einzigartiger Naturraum, als länderübergreifender Biotopverbund in der Mitte Deutschlands zwischen den Nationalparken Harz und Hainich sowie als historisches Denkmal.