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Naturdenkmäler Deutschlands: Sagenstoff und wertvolle Biotope

Kleinode der Natur sind wichtige Vermittler des Naturschutzes

14.07.2008, Duderstadt,. Sie prägen die regionalen Sagen und sind auf jeder Landkarte verzeichnet: und doch blühen Naturdenkmäler oft im Verborgenen. Wer ahnt schon, dass gerade flächenhafte Naturdenkmäler besondere Biotopstrukturen aufweisen mit seltenen Tier- und Pflanzenarten, die dort einzigartige Nischen besetzen. Überall in Deutschland befinden sich Naturdenkmäler wie Quellen, Felsformationen oder geschichtsträchtige Baumriesen fast direkt vor der Haustür. Eine unterhaltsamere Art, Natur- und Heimatkunde zu verknüpfen, gibt es kaum. Eine kleine Wanderung wird auf spielerische Weise zur lebendigen Umweltbildung.

Insgesamt dürfte es - von der tausendjährigen Eiche über die Wanderdüne bis zur Tropfsteinhöhle - viele zehntausend Naturdenkmäler in Deutschland geben. Sowohl ökologisch als auch kulturgeschichtlich sind Naturdenkmäler wirkliche Kleinode. Spektakuläre Geotope wie Höhlen, Steilklippen oder eiszeitliche Höhenzüge lenken den aufmerksamen Blick weit in die Erdgeschichte zurück. Jahrhundertealte Baumriesen entfalten eine magische Aura. Bestimmte Bezeichnungen für Naturdenkmäler wie "Teufelskanzel" oder "Kaiserlinde" sind so populär, dass sie gleich in mehreren Regionen auftreten, und sie verdeutlichen die besondere kulturgeschichtliche Qualität der Naturdenkmäler in der Region. Sie sind für Wanderer und Familien gerade zur Ferienzeit leicht erreichbare Ausflugsziele und führen eindrucksvoll und exemplarisch die Schutzwürdigkeit der Natur vor Augen.

"Naturdenkmäler sind oft ein einzigartiger Lebensraum für besonders spezialisierte Arten", erläutert Holger Belz, Projektmitarbeiter der Heinz Sielmann Stiftung. "An der Rhumequelle im Südherz etwa, einer der größten Karstquellen Mitteleuropas, finden wir nicht nur den Eisvogel, sondern auch den Feuersalamander oder die Quelljungfer". Das Miteinander solch spezialisierter Arten bildet oft einzigartige Lebensgemeinschaften heraus.

Viele Naturdenkmäler waren für die Deutschen in Ost und West erst nach der Vereinigung zugänglich. So lagen etwa der Heldrastein bei Treffurt oder die Teufelskanzel hoch über der Werraschleife bei Lindewerra in Thüringen jahrzehntelang im Sperrgebiet der innerdeutschen Grenze und konnten nicht besichtigt werden. Diese ehemalige Grenze, die als das "Grüne Band" nach und nach ein einzigartiges Biotopverbund- und Schutzgebietsystem wird, ist heute ein einzigartiges Wanderparadies in der Mitte Deutschlands.

Als Naturdenkmäler gelten nach Maßgabe des Bundesnaturschutzgesetzes solche Naturgebilde, die wegen ihrer ästhetischen Schönheit, der kulturellen Bedeutung oder dem prägenden Einfluss auf das Landschaftsbild einzigartig sind. Dazu zählen zum einen natürliche Einzelschöpfungen wie etwa Wasserfälle und zum anderen flächenhafte Naturdenkmale bis zu einer Größe von 5 Hektar. Die jeweiligen Naturschutzbehörden stellen Naturdenkmäler entsprechend mit Veränderungsverbot unter Schutz.