Naturschützer-Trio und Technik-Pioniere erhalten 25. Deutschen Umweltpreis

Die Naturschützer Inge Sielmann (87, München), Dr. Kai Frobel (58, Nürnberg) und Prof. Dr. Hubert Weiger (70, Fürth) einerseits, die Unternehmer Bernhard (86) und Johannes Oswald (56, Miltenberg) andererseits werden 2017 mit dem Deutschen Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) ausgezeichnet. Die Stiftung würdigt damit den Einsatz des Naturschützer-Trios für das erste und größte gesamtdeutsche Naturschutzprojekt, das „Grüne Band“.

„Das ‚Grüne Band‘ ist das erste und größte gesamtdeutsche Naturschutzprojekt. Nur durch die Liebe engagierter Naturfreunde konnte die rund 1.400 Kilometer lange ehemalige innerdeutsche Grenze für die Pflanzen- und Tierwelt erhalten werden, die einen Zufluchtsort innerhalb des ehemaligen ‚Todesstreifens‘ gefunden hatten. Am Grünen Band in Deutschland wurde auch die Vision einer europäischen Initiative für ein Grünes Band Europa als längster Lebensraumverbund des Kontinents ins Leben gerufen und ein Symbol für die Überwindung des Kalten Krieges gesetzt!“ – Mit diesen Worten würdigte Prof. Dr. Werner Wahmhoff, stellvertretender Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), die Verleihung des Deutschen Umweltpreises 2017 der DBU an drei Personen, die maßgeblich das Grüne Band vorangebracht haben: Inge Sielmann (87), Dr. Kai Frobel (58) und Prof. Dr. Hubert Weiger (70). Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird die Auszeichnung am 29. Oktober in Braunschweig überreichen. Preisgeld: 245.000 Euro.

„Das Engagement von Inge Sielmann ist zwar untrennbar mit den Initiativen ihres Mannes – DBU-Ehrenpreisträger Heinz Sielmann (2005) – verbunden. Nach dessen Tod ist es ihr zu verdanken, dass das Begonnene konsequent weiterverfolgt und Neues, vor allem in der Umweltbildung, initiiert wurde“, betonte Wahmhoff. Besondere Verdienste zum Biotopverbund entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze habe sie als Vorsitzende des Stiftungsrates der Heinz Sielmann Stiftung erworben, wie zum Beispiel durch die Sicherung weiterer Flächen.

Das Vorhaben „Biotopverbund Harz-Eichsfeld-Werratal“ sei beispielgebend für die Pflege und Entwicklung der Lebensräume im Grünen Band. Darüber hinaus habe die Münchenerin große Verdienste in der Umweltbildung erworben. Mit dem Film „Tiere im Schatten der Grenze“ machte das Ehepaar bereits 1988 auf den herausragenden naturschutzfachlichen Stellenwert des Grenzgebietes zwischen Bundesrepublik und ehemaliger DDR aufmerksam.

Mit der Standortentscheidung der Sielmann Stiftung für Gut Herbigshagen bei Duderstadt – nur einen Kilometer entfernt von der damaligen innerdeutschen Grenze – habe Inge Sielmann bis heute ein Bekenntnis zum Grünen Band abgelegt und ein unübersehbares Ausrufezeichen für den Bildungsauftrag am und mit dem Grünen Band gesetzt.

Die verschiedenen Initiativen vom Kindergarten über die Grundschulen bis hin zum „Forscher für Morgen“ stellten ihre Auszeichnungswürdigkeit zum Schutz der biologischen Vielfalt am Grünen Band heraus. So übernahm sie unter anderem die Patenschaft für den „Inge Sielmann Kindergarten“ in Fuhrbach bei Duderstadt und die Inge-Sielmann-Grundschule Milow. Insofern vervollständige sie die Initiativen von Frobel und Weiger durch viele Aktivitäten im Umweltbildungsbereich zu einem ganzheitlichen Ansatz.