Spenden Spenden Veranstaltungen Veranstaltungen Newsletter

Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide: Zwei Przewalski-Fohlen in einer Nacht

Wustermark / Elstal – In der Nacht vom 10. auf den 11. Mai wurden im Schaugehege der Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide ein Stut- und ein Hengstfohlen geboren. Seit die ersten Przewalskipferde vor acht Jahren das 36 Hektar große Gelände bezogen haben, sind damit 24 Fohlen der seltenen Wildpferdeart hier zur Welt gekommen. Zwei weitere Fohlen werden in diesem Frühjahr noch erwartet.

„Die Mutterstuten und ihr Nachwuchs sind wohlauf und quietschfidel“, freut sich Geschäftsführer Peter Nitschke von Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide. Ein Tierpfleger entdeckte die neugeborenen Fohlen am Sonntagmorgen bei seinem täglichen Rundgang. Auch bei den Wisenten und dem Rotwild rechnet Nitschke demnächst mit Nachwuchs.

Vater aller Pferdekinder im Elstaler Gehege ist der Przewalski-Hengst „Spurter“. Er wurde noch im Wisentgehege Springe geboren und 2011 für die Zucht und Erhaltung der Wildpferderasse nach Elstal gebracht. Seine in der Döberitzer Heide geborenen Fohlen erhalten Namen beginnend mit „Hei“ wie Heidi, Heidetraum o.ä.

Drei Namen gewinnen

Sielmanns Naturlandschaft ruft auch in diesem Jahr wieder einen Wettbewerb für die schönsten Namen aus. Vorschläge können bis zum 30. Juni an die Adresse info(at)snl-döberitzer-heide.de gesandt werden. Nicht vergessen: Die Namen müssen mit HEI beginnen. Drei Vorschläge werden im Losverfahren mit einer Familienjahreskarte für das Schaugehege belohnt.

Das naturbelassene Gelände beherbergt momentan insgesamt 11 Wildpferde, 10 Wisente und 15 Stück Rotwild. Hier finden Naturfreunde und Familien nicht nur große Tiere, sondern auch Ruhe und eine Einstimmung auf das rund 3.600 Hektar umfassende, angrenzende „Wildnisgroßprojekt“ der Heinz Sielmann Stiftung.

Der Eingang befindet sich auf dem Gelände von Karls Erlebnisdorf, dies ist frei zugänglich. Eintrittskarten zu Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide kosten für Erwachsene 4 €, für Kinder 2 €.

Auf einen Blick

Was: Schaugehege Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide
Wann: täglich 10-18 Uhr (April-Oktober), 10-16 Uhr (November-März)
Wo: 14641 Wustermark/Elstal, Zum Erlebnis-Dorf 1
Anfahrt aus Berlin: Heerstraße/ B5 Richtung Nauen, Abfahrt Elstal „Olympisches Dorf“
Öffentliche Verkehrsmittel: Regionalbahn Richtung Rathenow, Ausstieg Bahnhof Elstal, ab Bahnhof Elstal Bus 662 zu Karls Erlebnis-Dorf.
Eintritt: Erwachsene 4 €, Kinder 2 €

Hintergrund

10 Jahre Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide

Sielmanns Naturlandschaft wird in diesem Jahr zehn Jahre alt. Die ökologisch wertvolle Halboffenlandschaft zu erhalten und damit Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten zu schaffen – dies setzte sich die Heinz Sielmann Stiftung mit dem Erwerb der Fläche 2004 zum Ziel. Zuvor nutzte mehr als hundert Jahre lang das Militär das Gelände als Truppenübungsplatz. Nahezu unbeeinträchtigt von Besiedelung, Land- und Forstwirtschaft entwickelte sich in der Döberitzer Heide ein Naturparadies von unvergleichlicher Vielfalt. Die Heinz Sielmann Stiftung legte mit dem Erwerb der Heideflächen vor den Toren Berlins den Grundstein für ein einzigartiges Wildnisgroßprojekt. In nur zehn Jahren wurde dieses Projekt erfolgreich aufgebaut.

Großsäuger als Landschaftsgestalter

In der „Wildniskernzone“, ein rund 1.860 Hektar großes, umfriedetes Gebiet innerhalb Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide, leben derzeit 14 Przewalskipferde, 58 Wisente und 55 Stück Rotwild fast ungestört von Menschenhand. Die Großsäuger dienen dem Naturschutz. Durch ihr Fressverhalten, ihre Liegeflächen und die Leidenschaft für ausgiebige Sandbäder tragen die Pflanzenfresser dazu bei, die Flächen von Pflanzenbewuchs offen zu halten. Ein gewünschte ökologische Wirkung, um die vielfältigen Lebensräume langfristig zu erhalten, die heute mehr als 5.000 Tier- und Pflanzenarten eine Heimat geben, darunter Seeadler, Wiedehopf und Fischotter sowie Sumpfknabenkraut, Lungenenzian und Sonnentau.

Schaugehege

Um Besuchern der Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide die größten Landsäuger Europas näher zu bringen, leben weitere 11 Wildpferde, 10 Wisente und 15 Stück Rotwild im 36 Hektar großen Schaugehege der Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide. Zum zehnjährigen Bestehen der Naturlandschaft wurde das Schaugehege umgestaltet: Das Eingangsgebäude ist umgezogen und um einige Attraktionen reicher. Seit dem 1. Mai 2014 gelangt man über eine multimediale Wildnis-Ausstellung ins Schaugehege.

Sanfter Tourismus – Wildnis & Artenvielfalt erleben

Die rund 5.000 Fußballfelder (3650 Hektar) große Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide bietet das Abenteuer Wildnis vor den Toren Berlins. Neben dem Erhalt von Refugien für seltene Tiere und Pflanzen ist die Heinz Sielmann Stiftung bestrebt, Naturschutz mit Umweltbildung und sanftem Tourismus zu verbinden und auf diese Weise einmalige Naturlandschaften für den Menschen zu erhalten und erlebbar zu machen. Das Wanderwegenetz umfasst rund 55 Kilometer und führt entlang an Heideflächen, Feuchtwiesen, Mooren sowie alten Hute- und Laubmischwäldern. Von Aussichtplattformen und vom einem 13 Meter hohen Aussichtsturm aus erhält der Besucher faszinierende Einblicke in die nicht zu betretende Wildniskernzone, die Lebensraum für rund 5.000 andernorts vielfach verdrängte Tier- und Pflanzenarten bietet, ohne das sensible Ökosystem zu beeinträchtigen.