Stute „Heia“ für die Mongolei ausgewählt

Wustermark/Elstal – Heute hat eine weitere Przewalskistute aus dem Schaugehege der Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide ihre Reise in die Wüste Gobi angetreten. Die dreijährige „Heia“ ist vom Europäischen Erhaltungszuchtprogramm für die Herde der letzten echten Wildpferde in der Mongolei ausgewählt und für geeignet befunden worden. Seit 2012 ergänzt damit die vierte Przewalskistute aus der Döberitzer Heide die Wildpferdeherde in der Mongolei.

Zunächst reist Heia in eine Außenstelle des Prager Zoos, wo sie in einem Sammelgehege mit weiteren Przewalskipferden auf die Auswilderung in der Mongolei vorbereitet wird. Sie wird auf ihre stabile Gesundheit geprüft und soll sich mit den anderen Tieren anfreunden, die voraussichtlich im Sommer zusammen mit ihr auf die Reise in die Mongolei gehen.

Nach einem rund 18-stündigen Flug wird Heia mit ihren Artgenossen in einem extra angelegten Auswilderungsgehege an das Klima und die Umgebung gewöhnt. Erst nach einer längeren Phase der Akklimatisierung werden die Neuankömmlinge in die Freiheit des Gobi B Nationalparks entlassen.

Heinz Sielmann Stiftung unterstützt Arterhalt

Im vergangenen Oktober wurde bereits die Stute „Heilige“ für die Mongolei ausgewählt und aus Elstal nach Prag transportiert. 2012 sind ebenfalls zwei Przewalskipferde aus der Zuchtherde der Döberitzer Heide in die Mongolei gereist. Die beiden Stuten Greta und Xara leben seitdem dort in einer sogenannten Haremsgruppe eines in Freiheit geborenen Hengstes. Sie haben im letzten Frühjahr jede ein gesundes Fohlen geboren. Auch in diesem Jahr sind beide Stuten tragend.

Zuchtbuch in Prag

Der Prager Zoo ist spezialisiert auf die Wiederansiedlung von Przewalskipferden in der Mongolei. Das Zuchtbuch des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms wird in Prag geführt. Fachleute des Programms „Return of the wild horses“ kümmern sich um die Gesundheit der Tiere und den Transport per LKW und Flugzeug, um die Pferde heil und gesund an ihren Bestimmungsort zu bringen.

Fast ausgestorben

Durch den Menschen waren die Przewalskiperde in ihrer mongolischen Heimat Ende der 1960er Jahre ausgerottet. Aus Zoobeständen konnten in den 90er Jahren wieder einige kleine Herden angesiedelt werden. Im Ausnahmewinter 2009/2010 fielen jedoch zwei Drittel der Tiere der Kälte und dem Futtermangel zum Opfer.