Symposium zum 70. Geburtstag von Fritz Brickwedde

Zum 70. Geburtstag von Dr.-Ing. E.h. Fritz Brickwedde luden die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), deren Gründungs-Generalsekretär Brickwedde war, und die Heinz Sielmann Stiftung, bei der er zurzeit dem Stiftungsrat vorsitzt, zu einem Symposium nach Osnabrück ein. Thema der Veranstaltung war „Bürgerschaftliches Engagement als Stütze der Demokratie“. Dazu diskutierten Politiker und Verbandsvertreter am Samstag den 11. August im Zentrum für Umweltkommunikation.

"Für einen starken Löwen": Dr.-Ing. E.h. Fritz Brickwedde (M.) - im Tierkreiszeichen Löwe geboren und engagiert für den Umbau von Löwengehege und -haus im Zoo Osnabrück - präsentiert eine Geburtstagstorte mit Bundespräsident a.D. Christian Wulff (l.) und DBU-Generalsekretär Alexander Bonde. Foto: DBU

„Unser öffentliches und soziales Leben ist ohne Ehrenamtliche nicht mehr denkbar, auch und gerade im Natur- und Umweltschutz, im Tierschutz, auf Berghütten oder in Wandervereinen. Doch wir müssen achtsam sein, dass die Bereitschaft mitzumachen, nicht abnimmt. In Vereinen, der Gesellschaft und der Politik muss der Beitrag ehrenamtlicher Arbeit höher wertgeschätzt werden. Eine verbesserte Anerkennung könnte helfen, das Ehrenamt noch zukunftssicherer zu machen. Eine solche vermehrte Anerkennung ist bedeutsam, um die Motivation ehrenamtlicher Mitarbeiter zu bestärken, sich mit einem zunehmend komplexeren Umfeld auseinanderzusetzen.“ – Dieses Fazit zog Alexander Bonde, derzeitiger Generalsekretär der DBU.

Diener des Gemeinwohls

Mit der Veranstaltung wurde Fritz Brickweddes Engagement als Generalsekretär der DBU und in zahlreichen Ehrenämtern gewürdigt. Mit der DBU als eine der größten europäischen Stiftungen, setze Brickwedde maßgebliche „Impulse für den ökologischen Umbau der Gesellschaft“, sagte Bonde. Des Weiteren sei Bickwedde ein Vorbild für bürgerliches und politisches Engagement. Dabei sei für Brickwedde immer die erste Frage „Wie kann ich dem Gemeinwohl dienen?“. Leider würde heute immer öfter statt des Gemeinwohls, der Einzelne im Vordergrund stehen.

Ehrenamt für Förderpolitik der DBU seit jeher große Rolle gespielt

Bonde erinnerte daran, dass die Bedeutung des Themas Ehrenamt für die Förderpolitik der DBU seit jeher eine große Rolle gespielt habe und spiele. Gmeinesam mit den unterschiedlichsten Partnern habe das DBU-Engagement immer direkt dem Umwelt- und Naturschutz, indirekt aber auch der Stützung des Ehrenamtes gedient. Und über Jahre habe die DBU in Zusammenarbeit mit der Umweltredaktion des Zweiten Deutschen Fernsehens mit der Auszeichnung „Mensch und Natur“ (muna) ehrenamtliche Naturschützer gewürdigt und in den Blickpunkt der interessierten Öffentlichkeit gerückt.

Wulff: hohe Bedeutung des Ehrenamtes auch für Schutz der Demokratie

Auch Bundespräsident a.D. Christian Wulff unterstrich die Bedeutung des Ehrenamtes für den Staat, aber auch für den Schutz der Demokratie. Mit Engagement lasse sich Deutschland nachhaltig und zukunftsgerichtet entwickeln – und Fritz Brickwedde sei mit seinem Engagement ein Vorbild dafür, nicht nur wegen seines wegweisenden Einsatzes für die Umwelt und den Schutz der natürlichen Ressourcen, sondern gerade auch wegen seines demokratischen Engagements über viele Jahrzehnte seit Jugendtagen. Vor 100 Jahren sei die Weimarer Republik ausgerufen worden, ein erster gelungener Demokratieversuch in Deutschland, der letztlich aber an zu wenig Demokraten gescheitert sei. Deshalb seien Bürger wie Fritz Brickwedde, die sich vielfältig für die Gesellschaft engagieren, als Vorbilder wichtig.

In Diskussionsrunden Bedeutung des Themas ausführlich erörtert

In Diskussionsrunden mit Wolfgang Nolte, stellvertretender Vorsitzender des Stiftungsrates der Heinz-Sielmann-Stiftung, Horst Seide, Vizepräsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energie, Prälat Prof. Dr. Felix Bernard, Leiter des Katholischen Büros Niedersachsen, Dr. Michael Hanssler, ehemaliges Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen, Osnabrücks Oberbürgermeister Wolfgang Griesert, Andreas Busemann, Geschäftsführer Zoo Osnabrück, Franz-Josef Hillebrandt, Vorsitzender des Stiftungsrates der Bohnenkamp-Stiftung und Prof. Dr. Winfried Hardinghaus, Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Hospiz- und PalliativStiftung, wurde das Thema Ehrenamt im Rahmen des Symposiums ausführlich erörtert.