Umweltministerin Dalbert: Sohlabsenkung an der Elbe entgegenwirken

Am Freitag den 3. August 2018 eröffnete Sachsen-Anhalts Umweltministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert gemeinsam mit Michael Beier, geschäftsführender Vorstand der Heinz Sielmann Stiftung, das neue Projektbüro der Stiftung in der Lutherstadt Wittenberg. Die Heinz Sielmann Stiftung bereitet dort ein Projekt zur Revitalisierung der Auen von Elbe und Schwarzer Elster zwischen Mauken, Jessen und Gallin vor. Ziel ist es, eine weitere Sohlabsenkung an der Elbe zu verhindern.

Umweltministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert eröffnet gemeinsam mit Michael Beier, geschäftsführender Vorstand der Heinz Sielmann Stiftung, das neue Projektbüro in Wittenberg. Foto: Nora Künkler

Blick auf die Mittelelbe.

Das Wasser der Elbe fließt scheinbar gemächlich. Tatsächlich vertieft sich die Flusssohle dramatisch schnell. Foto: Guido Puhlmann, Biosphärenreservat Mittelelbe

Ein Eisvogel sitzt vor einem Fluss auf einem Ast.

Der Eisvogel soll in den renaturierten Elbauen wieder mehr Nahrung und Brutmöglichkeiten finden. Foto: Thomas Hinsche

Den Flüssen mehr Raum geben

"Der anhaltenden Sohlabsenkung in der Elbe muss dringend entgegengewirkt werden. Mit dem geplanten Projekt wollen wir die Chance ergreifen, einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Situation zu leisten und die Aue gemeinsam mit der Landwirtschaft ökologisch sinnvoll zu entwickeln", betonte die Ministerin am Freitag. "Es ist wichtig, dass wir unseren Flüssen mehr Raum geben. Deshalb fördert das Umweltministerium seit Oktober 2017 die Sielmann Stiftung bei zwei vorbereitenden Maßnahmen zur ökologischen Verbesserung der Elbaue bei Klöden. Mit der heutigen Büroeröffnung wird ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu einem langfristigen Naturschutzgroßprojekt erreicht", so die Ministerin weiter. Zurzeit arbeitet die Stiftung in der Antragsstellungsphase eng mit der Verwaltung des Biosphärenreservats Mittelelbe zusammen. So soll bis zum Frühjahr 2019 ein Projektantrag für Fördermittel des Bundes entstehen.

Ziele des Hochwasserschutzes und Naturschutz vereinen

Michael Beier erläutert: „Auch in Deutschland sind die Auswirkungen des Klimawandels spürbar. Wir werden in Zukunft verstärkt mit Hochwässern und langen Hitzeperioden umgehen müssen. Umso wichtiger sind intakte flussbegleitende Auen, die sowohl Hochwasserspitzen besser abpuffern als auch die Kapazität für den Wasserrückhalt in der Landschaft erhöhen und Hitzeperioden helfen zu überbrücken.“An der Elbe kommt es seit mehreren Jahrzehnten, besonders im Bereich des Biosphärenreservates Mittelelbe, zu starken Sohlerosionen. Der Fluss gräbt sich immer tiefer in die Landschaft und der Wasserspiegel der Elbe sinkt. Das hat auch Auswirkungen auf das flussnahe Grundwasser. Der Boden in der Elbaue trocknet immer häufiger und länger aus. Das wird für Landnutzer und die Natur zu einem zunehmenden Problem. Gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern in der Region sollen nun tragfähige Lösungen entwickelt und umgesetzt werden. Im geplanten Projekt „Mittelelbe-Schwarze Elster“ werden Maßnahmen wie die Anbindung von Gewässeraltarmen geprüft, beschrieben und umgesetzt. Nach der aktuell laufenden Antragsphase soll das auf insgesamt mehr als 10 Jahre Laufzeit angesetzte Projekt mit seiner konkreten Planungsphase ab Juli 2019 starten. Das Projektgebiet umfasst Elbe und Elbaue im Osten des Landkreises Wittenberg sowie Abschnitte an der Schwarzen Elster von ihrer Mündung in die Elbe flussaufwärts bis nach Jessen (Elster). „Mit solchen großen Projekten trägt der Naturschutz auch immer zur Regionalentwicklung bei. Neben den gewünschten direkten Auswirkungen ergibt sich auch für nachhaltigen Tourismus und Bildung ein enormer Wert“, fasst Michael Beier zusammen.

Das Projektbüro

Mitarbeiter der Stiftung und des beauftragten Planungsbüros werden zunächst donnerstags zwischen 10 und 16 Uhr im Projektbüro anzutreffen sein. Das Projektbüro in der Schlossstraße 27 bietet die Möglichkeit die Heinz Sielmann Stiftung zu den Vorhaben direkt anzusprechen. Zusätzlich ist in den Räumlichkeiten eine Ausstellung über das Biosphärenreservat Mittelelbe zu sehen.

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