Unternehmen investieren in biologische Vielfalt

Berlin/Elstal – Naturnah gestaltete Firmengelände lohnen sich gleich mehrfach und haben große Potentiale. Das war das Fazit der heute zu Ende gegangenen Fachtagung der Heinz Sielmann Stiftung und ihrer Partner Bodensee-Stiftung und Global Nature Fund. Sieben Unternehmen präsentierten die aktuell laufenden Planungen zur naturnahen Umgestaltung an ihren Standorten. Beim Sielmann-Dialog diskutierten Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Naturschutz vor rund 100 Gästen die Frage „Biologische Vielfalt und Naturkapital – Was können Unternehmen leisten, um sich am Schutz zu beteiligen?“.

Das vor knapp zweieinhalb Jahren ins Leben gerufene und aus dem Bundesprogramm Biologische Vielfalt geförderte Projekt unterstützt Unternehmen, die biodiversitätsfördernde Maßnahmen angehen wollen.

„Mit der Förderung von naturnahen Firmengeländen wollen wir eine Perspektive geben, wie Ökonomie und Ökologie eine produktive Verbindung eingehen können. Deshalb sind wir sehr glücklich, dass bereits fast 50 Unternehmen sich für eine grünere Gestaltung ihrer Areale interessieren oder mit der Planung dazu begonnen haben“, fasste Michael Beier, Vorstand der Heinz Sielmann Stiftung den Erfolg des Projekts zusammen.

„Ein Industrieland wie Deutschland darf die biologische Vielfalt nicht aus den Augen verlieren, sie ist existentiell für uns. Das Projekt „Naturnahe Firmengelände“ ist deshalb ein wichtiger Mosaikstein im Kampf gegen den rasanten Artenschwund, wie er in den vergangenen Jahren stattgefunden hat“, begrüßte Dr. Kilian Delbrück, Refereratsleiter im Bundesumweltministerium das Projekt und ergänzte: „Jedes Unternehmen, das sich für eine ökologische Aufwertung seines Geländes entscheidet, ist ein Gewinn.“

Mirko Fels, Vertreter des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), betonte weitere Vorteile: „Begrünte Dächer sparen Energie, Blühwiesen, freiwachsende Wildsträucher und wasserdurchlässige Flächen senken die Betriebskosten und ganz nebenbei entstehen wertvolle Erholungsräume für die Mitarbeiter.“

Als Fazit der angeregten Diskussionen und mit Blick auf die Zukunft fasste Marion Hammerl, Präsidentin des Global Nature Fund, zusammen: „Nur mit Beteiligung der Wirtschaft können wir die Ziele der nationalen Biodiversitäts-Strategie erreichen. Die naturnahe Gestaltung des Firmengeländes ist ein pragmatischer Einstieg in das Thema und immer mehr Unternehmen beginnen damit, biologische Vielfalt in das betriebliche Management zu integrieren.“


Etwa 100 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Landschaftsgestaltung und Naturschutz nahmen an der Tagung und dem Sielmann-Dialog teil. Von rund 50 Unternehmen hat derzeit etwa die Hälfte beschlossen - angeregt durch die Beratung der Projektpartner Heinz Sielmann Stiftung, Global Nature Fund und Bodenseestiftung - auf ihrem Firmengelände neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen zu schaffen.

Hintergrund:

Fachleute der Heinz Sielmann Stiftung, der Bodensee-Stiftung und des Global Nature Fund unterstützen Unternehmen, damit mit einer grüneren Gestaltung des Unternehmensareals Artenvielfalt und Wirtschaftlichkeit gleichermaßen gewinnen. Zur Vertiefung kann das Unternehmen darüber hinaus einen „Biodiversity Check“ verschiedener Unternehmensbereiche durchführen, der in konkrete Empfehlungen mündet, um negative Auswirkungen auf die Artenvielfalt zu minimieren.

Die Veranstaltung wird im Rahmen des Projekts „Naturnahe Gestaltung von Firmengeländen“ durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit über das Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert. Projektpartner der Heinz Sielmann Stiftung sind die Bodensee-Stiftung und der Global Nature Fund. Mehr dazu unter www.naturnahefirmengelaende.de und www.biologischevielfalt.de/ubi_2020.html