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Vögel füttern – auch im Sommer, rund ums Jahr!

Vogelfreunde atmen in diesen Tagen auf: Endlich stellen sich die Zugvögel ein. Entgegen der weit verbreiteten Meinung, man könne am Winterende auch die Vogelfütterung einstellen, zeigen wissenschaftliche Untersuchungen, dass das Ausbringen von Vogelfutter durchgängig Sinn macht. In unserer durch intensive Landwirtschaft und durch viele „Saubermann-Aktionen“ ausgeräumten Landschaft finden die Vögel auch im Sommerhalbjahr zunehmend weniger Nahrung.

20.04.2009, Duderstadt. Wildkräuter werden auf fast allen Feldfluren intensiv mit Herbiziden bekämpft, Wiesenpflanzen bilden aufgrund frühzeitiger und häufiger Mahd kaum noch Samen aus. Hinzu kommt, dass Insekten durch Biozid-Einsatz oder Tod an künstlichen Lichtquellen im Bestand drastisch zurück gehen. Damit geraten viele Vogelarten, die im Sommerhalbjahr dem Stress der Jungenaufzucht ausgesetzt sind, zunehmend in Not. Jahrzehntelange Untersuchungen in England, aber auch in Deutschland, haben gezeigt, dass mit einer Ganzjahresfütterung an Futterstellen zwar längst nicht allen, aber doch vielen Vogelarten wesentlich geholfen werden kann.

„Viele Arten, die ganzjährig betriebene Futterstellen aufsuchen, können früher brüten, mehr und höherwertigere Eier legen“, sagt Prof. Peter Berthold, Stiftungsrat der Heinz Sielmann Stiftung und Projektleiter des Biotopverbundes Bodensee. „Diese Vögel vermögen ihre Jungen besser aufzuziehen und erreichen einen deutlich höheren Bruterfolg. Auch nimmt bei ausreichendem Nistplatzangebot – beispielsweise künstlichen Nistkästen – ihre Brutdichte erheblich zu.”

An langjährig betriebenen Ganzjahres-Futterstellen können bis zu 50 Vogelarten erreicht und unterstützt werden, darunter auch viele im Zuge der Klimaerwärmung immer früher heimkehrende Zugvögel wie Rotschwänze, Grasmücken, Laubsänger, Goldhähnchen und andere. Intensive Überwachung von ganzjährig gefütterten Vögeln hat bisher keinerlei Nachteile, wohl aber erhebliche Vorteile erkennen lassen.

Weitere Informationen zum Thema einschließlich der wissenschaftlichen Grundlagen vermittelt das Buch „Vögel füttern – aber richtig“ von Prof. Peter Berthold und Gabriele Mohr, das kürzlich im Kosmos-Verlag in neuer Auflage erschienen ist (ISBN 978-3-440-11644-9).