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Vogelfütterung zur kalten Jahreszeit rechtzeitig beginnen

Flurbestellung und Schlechtwetterperioden im Herbst verringern rapide das Nahrungsangebot für Vögel.

06.10.2008, Duderstadt. Viele Wildvögel erleben in diesen Wochen eine gravierende Verknappung ihrer Nahrungsquellen – und das zu einer Zeit, in der sie sich eigentlich Fettreserven für die Wintermonate anfressen müssten. Technologisch verfeinerte Erntemethoden lassen nur noch wenige Körnchen auf der Feldflur zurück, plötzliche Kälteeinbrüche und Regentage ab Oktober verringern das Insektenangebot. Die Folge: viele Vögel kommen oft schon geschwächt aus dem Herbst, der Winter wird für sie eine Zeit auf Leben und Tod. Vogelfreunde sollten daher mit der Zufütterung bei Wildvögeln umgehend beginnen.

Wenn erst Frost oder Schneedecken den Boden "versiegeln", kann insbesondere für viele kleine Vögel mit ihrem hohen Stoffwechsel schnell das Ende kommen. Es kostet sie sehr viel Energie, ihre Körpertemperatur von reichlich 40 Grad konstant zu halten. So sterben Blaumeisen schon nach zwei klirrenden Frostnächten in Folge, wenn sie keine energiereichen Sämereien, Kerne oder Nüsse finden. Natürliche Nahrungsquellen sind in der intensiv genutzten Kulturlandschaften oder den Städten mit Beginn der kalten Jahreszeit für die Vögel schwer zu finden. Jungvögel und von der Brutzeit noch beanspruchte Altvögel brauchen Energiepolster besonders dringend. Eine Zufütterung macht also Sinn.

Prof. Peter Berthold, Stiftungsrat der Heinz Sielmann Stiftung und emeritierter Leiter der Vogelwarte Radolfzell plädiert für vorbeugende Fütterungsmaßnahmen bis hin zur Ganzjahresfütterung: "Studien aus England haben gezeigt, dass durch kontinuierliches Zufüttern die Vogelsterblichkeit nach der Brutzeit verringert werden kann. Sogar in der freien Feldflur führten Fütterungsmaßnamen zu einem Anstieg bei Vogelbeständen."

Vogelarten haben verschiedene Strategien entwickelt, um die Temperaturen im kühlen Herbst und kalten Winter zu überleben, beispielsweise gemeinsames Nächtigen, nächtliches Absenken der Körpertemperatur oder über den Tag verteilte Ruhepausen mit kugelig aufgestelltem Gefieder. Das Wichtigste aber ist, dass die Vögel in kurzen Zeitintervallen von wenigen Stunden Nahrung aufnehmen können, was heutzutage vielfach nur noch an Futterstellen möglich ist. So können Gartenfreunde, die beispielsweise ihren Garten winterfest machen und aufräumen, dort gleichzeitig auch schon Futterspender oder Futterhäuschen für die Samen fressenden Vögel aufbauen. Denn wichtig ist zu wissen, dass auch ein Naturgarten nur wenig an nötigen Sämereien bereitstellt und dass Beeren und Früchte für Vögel eher eine energiearme Zusatznahrung darstellen. Futterspender sollten so angebracht werden, dass das Futter auch bei starkem Regen und Wind nicht nass wird und verdirbt.