„Wilde Heide“ erhält Auszeichnung als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt

Berlin/Elstal – Das Projekt „Wilde Heide“ ist heute von der UN-Dekade Biologische Vielfalt als vorbildliches Projekt zur Erhaltung und Förderung der biologischen Vielfalt ausgezeichnet worden. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks überreichte mittags in Elstal bei Berlin die Auszeichnung an Michael Beier, Vorstand der Heinz Sielmann Stiftung.

Bundesministerin Hendricks in der Döberitzer Heide. Foto: Tanja Marotzke

Michael Beier, Vorstand der Heinz Sielmann Stiftung, bedankte sich für die Auszeichnung: „Erhalt und Förderung der biologischen Vielfalt ist zentraler Zweck der Heinz Sielmann Stiftung. Hier auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz konnte sich in den vergangenen zwölf Jahren unter der naturschutzfachlichen Betreuung der Heinz Sielmann Stiftung die Vielfalt erhalten und sogar steigern. Fast ausgestorbene Großherbivoren wie Wisente und Wildpferde tragen einen Gutteil dazu bei.“

Das Projekt „Wilde Heide“

Wo früher Panzerketten den Boden aufwühlten, Explosionen und Brände die Landschaft formten, gestalten nunmehr in einem rund 1.860 ha großen Semireservat große Pflanzenfresser wie Wisent, Przewalskipferd und Rothirsch weitgehend unbeeinflusst von menschlichen Einflüssen die Landschaft. Durch ihr Fressverhalten, ihren ausgeprägten Spieltrieb, ihre Vorliebe für Staubbäder und ihre Wanderwege unterdrücken und verzögern die Tiere die Wiederbewaldung, erhalten wertvolle Offenlandstrukturen und tragen somit zur Erhöhung der biologischen Vielfalt bei.

Die „Wilde Heide“ liegt unmittelbar vor den Toren der Hauptstadt in Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide. Hier hat sich in rund 300 Jahren militärischer Nutzung eine Landschaft von außergewöhnlicher Schönheit und hohem naturschutzfachlichen Wert entwickelt. Auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz „Döberitz“ betreut die Heinz Sielmann Stiftung heute rund 3650 Hektar für den Erhalt dieser wertvollen Landschaft mit ca. 5500 verschiedenen Tier- und Pflanzenarten.

Hintergrund

Heinz Sielmann Stiftung

Die Stiftung des berühmten Tierfilmers widmet sich bereits seit mehr als 20 Jahren der Förderung des Naturschutzes, des Naturerlebens und der Bewahrung der Artenvielfalt. Mit dem Kauf großer unzerschnittener Landschaften in Brandenburg erhält und schafft die Heinz Sielmann Stiftung Lebensräume für seltene Tiere und Pflanzen. Auch fördert die gemeinnützige Stiftung Biotopverbünde, zum Beispiel am Bodensee oder entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze. So können auf diesen Flächen Tier- und Pflanzenbestände sich frei vom wirtschaftlichen Nutzungsdruck erholen und verschwundene Arten zurückkehren. Darüber hinaus ermöglicht die Stiftung Menschen das persönliche Erleben in der Natur, und sie bewahrt das filmische Erbe des großen Naturfilmpioniers Heinz Sielmann.

Informationen zur UN-Dekade Biologische Vielfalt und dem Wettbewerb

Die Auszeichnung zum UN-Dekade-Projekt findet im Rahmen der Aktivitäten zur UN-Dekade Biologische Vielfalt statt, die von den Vereinten Nationen für den Zeitraum von 2011 bis 2020 ausgerufen wurde. Ziel der internationalen Dekade ist es, den weltweiten Rückgang der biologischen Vielfalt aufzuhalten.Das Anliegen der UN-Dekade Biologische Vielfalt ist es daher, mehr Menschen für die Natur zu begeistern und für die Erhaltung der biologischen Vielfalt zu motivieren. Die Auszeichnung nachahmenswerter Projekte kann dazu beitragen und die Menschen zum Mitmachen bewegen.Seit Juni 2012 werden wöchentlich beispielhafte Projekte zur UN-Dekade Biologische Vielfalt vorgestellt. Mehr dazu unter www.undekade-biologischevielfalt.de

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