Schwarze Rieseninsekten verlassen ihr Winterquartier: Holzbienen werden schon im Vorfrühling aktiv

von

An den ersten milden, sonnigen Tagen im Februar oder März brummt sie schon oft durch den Garten: die Blauschwarze Holzbiene (Xylocopa violacea). Mit bis zu 25 mm Körperlänge ist sie die größte Wildbiene Deutschlands.

Blauschwarze Holzbiene beim "Nektarraub": Mit ihrer spitzen Zunge hat sie die Blütenröhre des Gartengeißblatts seitlich durchbohrt, um auf kurzem Weg an den Nektar zu gelangen. Foto: H. Petrischak

Blauschwarze Holzbiene beim "Nektarraub": Mit ihrer spitzen Zunge hat sie die Blütenröhre des Gartengeißblatts seitlich durchbohrt, um auf kurzem Weg an den Nektar zu gelangen. Foto: H. Petrischak

Sanfte Riesen

Sie ist tiefschwarz gefärbt, im Sonnenlicht schimmern Körper und Flügel bläulich. Obwohl sie auf den ersten Blick bedrohlich wirken kann, geht von ihr keinerlei Gefahr aus. Die Weibchen können zwar theoretisch stechen, doch die stattlichen Bienen sind friedlich und furchtsam. Sie wehren sich nur im äußersten Notfall. Außerdem wirkt das Gift all unserer Wildbienen, sofern sie mit ihrem Stachel die menschliche Haut überhaupt durchdringen können, viel schwächer als das der Honigbiene.

Lieblingsorte der Holzbiene

Holzbienen lieben nektarreiche Blüten, an denen sie ihre Energiereserven auftanken können. Dafür kommen sie auch in den Kräutergarten. Dort wird Rosmarin, der im zeitigen Frühling blüht, von ihnen, aber auch von anderen Wildbienen, besonders geschätzt. 

Die Männchen suchen im Frühling jedoch vor allem nach Weibchen, mit denen sie sich paaren können. Die Weibchen patrouillieren bald darauf auffällig an Haus­wänden, Bäumen und anderen aufrechten Strukturen entlang, denn sie suchen Nist­plätze. Diese finden sie in abge­storbenen, sonnen­­be­schie­nenen Baum­­stämmen, die noch nicht zu morsch sind, manchmal aber auch Zaun­pfählen oder Holz­balken.

Hölzerne Behausung

In das Holz nagen sie in stundenlanger Arbeit mit ihren kräftigen Kiefern fingerdicke, bis zu 30 cm lange Gänge hinein. Dann suchen sie große, pollenreiche Blüten auf – Zierwicken oder Gartengeißblatt sind sehr beliebt. Den Pollen sammelt die Blauschwarze Holzbiene in den Haarbürsten der Hinterbeine, aber auch im Kropf.

In den Holzgängen legt sie nun Nistzellen an, in denen sie jeweils eine zähe Pollenmasse als Proviant für ihren Nachwuchs hinterlegt. Dann legt sie ein Ei dazu. Die Trennwände der Nistzellen werden aus Holzstückchen und Speichel errichtet. In den Nistzellen wachsen die Larven schnell heran, verpuppen sich, und schon im Juli schlüpft die nächste Bienengeneration. Dann leben die Mütter häufig noch. Nur selten können bei solitären Wildbienen die Generationen wie bei dieser Art einander begegnen.

Vorkommen und Verbreitung

Holzbienen sind sehr wärmeliebend. In den Tropen und Subtropen sind sie sehr artenreich vertreten – als einzige Wildbienen haben sie sogar die Galapagos-Inseln besiedelt, wo die Galapagos-Holzbiene (Xylocopa darwinii) ein wichtiger Bestäuber für viele Pflanzen ist.

In Deutschland war die Blauschwarze Holzbiene lange Zeit auf die warmen Flusstäler und ähnliche Tieflagen im Süden beschränkt, hat sich aber in den letzten Jahren stark nach Norden ausgedehnt und wurde inzwischen immer wieder auch in Norddeutschland nachgewiesen. Sofern Totholz und ein großes Blüten­angebot verfügbar sind, besiedelt sie sehr gern Gärten, ansonsten findet man sie auf Streu­obst­wiesen, an Wald­rändern oder sonnigen Hängen. 

Lange Zeit galt sie als einzige Holzbienenart Deutschlands. Im äußersten Südwesten, in der südlichen Ober­rhein­ebene, insbe­sondere am Kaiser­stuhl, zeigt sich jedoch inzwischen regelmäßig die sogar noch etwas größere Verwandte Xylocopa valga, die als Südliche oder Östliche Holzbiene bezeichnet wird. Die Weibchen beider Arten sind im Gelände nicht voneinander unterscheidbar. Die Männchen der Blauschwarzen Holzbiene haben an den Fühler­spitzen allerdings orange­farbene Ringe, während die Fühler der Männchen von Xylocopa valga ganz schwarz gefärbt sind.

Am 3. März ist Internationaler Tag des Artenschutzes! Helfen Sie mit Ihrer Spende, unsere Wildbienen zu schützen oder informieren Sie sich hier, was Sie außerdem noch für unsere Wildbienen tun können.

Jetzt helfen!

Besuchen Sie uns auf allen Plattformen
Social & Media
Yotube Instagram Xing flickr