Spenden Spenden Veranstaltungen Veranstaltungen Newsletter

Essbare Hecken für Menschen und Tiere

von

Wenn man sich heute die Hecken in unseren Gärten anschaut, findet man vor allem fremdländische Ziersträucher wie der Abendländischen Lebensbaum, Scheinzypressen oder Kirschlorbeer. Alles Pflanzen, die weder für die Menschen noch für die Tiere einen ökologischen Nutzen haben und die meist nur zum Schichtschutz gepflanzt wurden.

Micha Trillhaase, stock.adobe.com Amseln fliegen auf Beeren.

Bedeutung für unsere Vorfahren

Für unsere Vorfahren hatten Hecken eine ganz andere Bedeutung. Mit der Sesshaftwerdung der Menschen in der Jungsteinzeit wurden gezielt Hecken angelegt. Ihre Blüten, Blätter, Rinde und die Früchte dienten als Nahrungs- und Medizinquelle. Besonders die Dornenhecken dienten dem Vieh zum Schutz vor Raubwild und hielten Rehe und Hirsche davon ab, in die Gärten einzudringen. Sie boten einen perfekten Wind- und Erosionsschutz, machten Grenzen sichtbar und waren ein Lebensraum für viele Insekten, Säugetiere und Vögel.

Gärten als Kleinstbiotope

Leider wird noch vollkommen die Bedeutung unserer Gärten für den Biotop- und Artenschutz unterschätzt. Naturnahe Gärten mit heimischen Wildsträuchern können einen äußerst wertvollen Beitrag als Kleinstbiotope für die Tierwelt leisten und natürlich nebenbei als Lieferant für gesunde Beeren, Obst und Gemüse dienen.

Für Kinder sind solche Gärten Abenteuerspielplätze, eine tolle Möglichkeit für Naturbeobachtungen und den Anbau beziehungsweise die Verwertung der Früchte kennen zu lernen. Immer mehr Menschen gestalten ihre Gärten naturnah. Beerentragende Büsche und Sträucher spielen dabei eine wichtige Rolle.

Wilde Sträucher für den Garten?

Je nach Platzmöglichkeiten kommen Berberitzen, Felsenbirne, Schneeball, Haselnuss, Kornelkirsche, Hartriegel, Sanddorn, Wildrosen und Holunder in Frage. Bei der Pflanzung ist es sehr wichtig, sich die Wuchseigenschaften und die zu erwartende Größe bewusst zu machen. Viele Menschen können sich nicht vorstellen wie in einigen Jahren aus einem unscheinbaren Holunderpflänzchen ein meterhoher Strauch wird. Als Solitärsträucher eignen sich Vogelbeere und Holunder besonders gut. Weißdorn und Schlehe sind wegen ihrer Wuchsfreudigkeit für einen Garten weniger geeignet.

Neue Lebensräume schaffen

Hecken oder Sträucher werden durch zusätzliche kleine Maßnahmen im Sinne der ökologischen Bedeutung erheblich aufgewertet. Das können Stein-, Laub -oder Reisighaufen, Äste und Baumstämme sein. Hier finden Wiesel, Kröten, Eidechsen, Mäuse, viele Vogelarten und natürlich der Igel manchmal überraschend schnell ein neues Zuhause. Wildfruchthecken bieten Insekten und Vögeln das ganze Jahr über Nahrungsquellen und Nistplätze und sind somit ein idealer Lebensraum.

"Beerengesund" in Küche und Hausapotheke

Unsere heimischen Beeren stecken aber auch je nach Sorte, voller wertvoller Inhaltsstoffe, Mineralien, den Vitaminen A, C, E, Kalium, Calcium, Phosphor, Pektin, Carotin, Folsäure, Silizium, Zink, Eisen, Magnesium und vielen Ballaststoffen. Nicht zu vergessen die entzündungshemmenden, blutdruckregulierenden, antiviral und antioxidativ wirkenden sekundären Pflanzenstoffe wie Flavonoide und Anthocyane. Äußerst gesunde Beeren in seiner Nähe zu haben, hat den großen Vorteil, der kurzen Wege und man hat die Möglichkeit zur optimalen Zeit ernten zu können.

Mit Blüten und Früchte können wir leckere Speisen zubereiten oder eine kleine Hausapotheke anlegen. Als Beispiel schauen wir uns nur mal den Schwarzen Holunder an. Als Heilpflanze ist dieser Strauch seit Jahrhunderten bekannt. Holunderblüten und die Beeren sind ein traditionelles Mittel gegen Fieber und Erkältungskrankheiten. Für mich gibt es keine bessere Sofortmaßnahme bei einer entstehenden Erkältung und zur Steigerung der Abwehrkräfte als warmen Vitamin C-reichen Holunderbeerensaft zu trinken. Hierbei sollte der Saft lediglich erwärmt werden, damit das wertvolle Vitamin C nicht beim Kochen zerstört wird. Seine Blüten schmecken köstlich in Teig ausgebacken, als Marmelade zubereitet oder zu einem Sirup verarbeitet.

Was ist möglich?

Wildsträucher können Sie als Hecke oder in kleinen Gruppen pflanzen. Vor der Planung und Pflanzung ist es wichtig, die örtlichen Vorschriften einzusehen und diese natürlich zu beachten. Vielleicht haben Sie einen Nachbarn, der Gleiches vorhat und so kann man die Hecke gemeinsam angelegen. Vorher darüber zu sprechen kann große Unannehmlichkeiten im Nachhinein verhindern.

Der Autor

Otmar Diez beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Wildkräutern, Heilpflanzen, natürlichem Gärtnern, Pilzen und einem Leben mit der Natur. Er arbeite als freier Bild- und Textautor unter anderem für den KOSMOS-Verlag. Mit diesem Blog-Beitrag unterstützt er die Gartentierwahl 2021.

„Mein Favorit der Gartentierwahl 2021 ist der Stieglitz als Charaktervogel einer artenreichen Pflanzengesellschaft. Außerdem ist er einer der schönsten, farbigsten heimischen Singvögel.

Nehmen Sie an der Wahl zum Gartentier teil und gewinnen Sie attraktive Buchpreise. Sie geben nicht nur Ihrem Favoriten eine Stimme, sondern setzte damit ein Zeichen für naturnahe Gärten.

Jetzt abstimmen

Besuchen Sie uns auf allen Plattformen
Social & Media
YotubeInstagramXing 

Unsere Blogexperten

Sie haben Fragen an unser Redaktionsteam?

Haben Sie Fragen, Feedback oder Ideen zu unseren Themen oder zum Blog im Allgemeinen, dann schreiben Sie uns gern eine E-Mail.

Kontakt: redaktion(at)sielmann-stiftung.de