In Gedenken an Inge Sielmann

Natürlich Gärtnern im April: Gemüse anbauen, Stauden pflanzen und mehr

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Im April ist Pflanzzeit im Garten und die Vögel begeben sich auf die Nistplatzsuche. Seien Sie jedoch nicht zu voreilig, wenn Sie Gemüse anbauen: Bestimmte Sorten kommen erst ins Freie, wenn die Eisheiligen um sind.

Im April erwacht die Natur mit ganzer Kraft aus dem Winterschlaf.

Gartenvögel, wie diese Kohlmeise, sammeln eifrig Nistmaterial.

Die Amsel ist ein Frühstartet und hat bereits im April ein Nest angelegt.


Setzen Sie auf alte Sorten beim Saatgut

Im April können Sie überall im Garten den noch verbliebenen Winterschutz entfernen. Warten Sie jedoch mit dem Wegpacken, bis sich jeder Eisheilige hat sehen lassen. Unter dem Begriff Eisheilige ist ein Wetterphänomen zusammengefasst, das bis Mitte Mai noch für Bodenfrost sorgen kann. Trotzdem können Sie im April im Beet direkt frostunempfindliches Gemüse anbauen. Bringen Sie das Saatgut nicht auf einmal aus, sondern immer wieder einmal im Abstand von zwei bis drei Wochen. So haben Sie die ganze Saison über stets frisches Gemüse und Salat.

Wenn Sie Gemüse anbauen und sich die ersten zarten Pflänzchen zeigen, vergessen Sie das Pikieren nicht. Lassen Sie nur kräftige, gesunde Jungpflanzen mit gut ausgebildeten Keimblättern stehen. Entscheiden Sie sich schon beim Saatgut für robuste Sorten. Wollen Sie natürlich gärtnern, empfehlen sich alte Sorten. Das sind Gemüsesorten, die an die Bedingungen in einer Region angepasst sind. Möchten Sie im Garten- oder Hochbeet mehrere Sorten nebeneinander anbauen, achten Sie darauf, dass die Nachbarn nicht aus derselben Pflanzenfamilie stammen. Sonst werden dem Boden zu viele Nährstoffe entzogen und Krankheiten breiten sich leichter aus.

Im April dreht sich alles um die Stauden

Frühblüher wie Narzissen und Tulpen haben ihre gesamte Energie in ihre Blüten gesteckt und benötigen ein paar Extra-Nährstoffe. Eine gute Idee ist es, die Zwiebelblumen direkt nach der Blüte umzusetzen, damit sie an ihrem neuen Standort Kraft tanken können. Schneiden Sie Forsythie und Kornelkirsche nach der Blüte ordentlich zurück. Im April dürfen die restlichen Stauden und Einjährigen in den Garten. Arbeiten Sie beim Setzen genügend Kompost in die Erde ein, um die Stauden ausreichend mit Nährstoffen zu versorgen. Sie können die Wurzeln vorab in Wasser einweichen und den Ballen leicht auseinanderziehen. Danach füllen Sie das Loch auf und gießen reichlich.

Da es im April durchaus warm werden kann, können Sie generell zum Gießen den Gartenschlauch verwenden. Am besten am Morgen oder gegen Abend, sonst verdunstet das Wasser sofort. Gibt es in Ihrem Garten viele Schnecken, gießen Sie morgens. Ab Mitte April können die ersten Kartoffeln gesetzt werden. Nachdem Sie die Kartoffeln im Gemüsebeet in gerade Furchen im Abstand von etwa 30 cm gesetzt haben, bringen Sie dazwischen Saatgut der Kapuzinerkresse aus. Umweltfreundlich und ein echter Kartoffel-Käfer-Schreck ist auch die Nachbarschaft im Beet mit Dill und Kümmel.

Schön und bienenfreundlich: Wildblumenwiese anlegen

Im April muss der Rasen belüftet und von totem Material befreit werden. Möchten Sie natürlich gärtnern, ist es an der Zeit, dem monotonen englischen Rasen Lebewohl zu sagen. Die Heinz Sielmann Stiftung setzt sich dafür ein, Artenvielfalt im Garten zu erhalten oder anzusiedeln. Wenn Sie Wildblumen in den Rasen integrieren, erhalten Sie nicht nur schöne Farbakzente, sondern bieten Bienen, Hummeln, Schmetterlingen und anderen Insekten eine wichtige Nahrungsgrundlage. Wählen Sie spezielle Wildblumenmischungen aus heimischen Sorten, da dieses Saatgut angepasst ist und immer gedeiht. Eine ideale Wildblumenmischung sorgt vom Frühsommer bis in den Herbst hinein für durchgehendes Nahrungsangebot. Wählen Sie für Ihre Wildblumeninsel einen möglichst sonnigen Flecken und vermischen Sie die Erde mit heimischem Sand. Ergänzen können Sie diese Oase mit attraktiven, heimischen Wildstauden wie Wiesen-Schafgarbe, Lichtnelken oder Wiesen-Salbei.

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