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Naturnahes Gärtnern im Dezember: Vorbereitungen und DIY-Projekte

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Im Dezember stellen Sie die Weichen für das kommende Gartenjahr. An kalten Tagen bietet es sich an, ein Insektenhotel oder Vogelhaus selber zu bauen. Damit gestalten Sie nicht nur Ihren eigenen Garten attraktiver für tierische Gäste, sondern haben auch die Möglichkeit, ein nachhaltiges Weihnachtsgeschenk für liebe Menschen anzufertigen.

Im Winter finden Gartenfreunde Zeit zum Planen und Träumen. Lassen Sie sich bei einer Tasse Kräutertee aus eigener Ernte von guten Gartenbüchern inspirieren.

  

Die letzte Ernte im Jahr

Bevor der Boden komplett gefriert, ist es wichtig, dass Sie den Lauch aus dem Beet holen. Steckrüben und Pastinaken dürfen noch bleiben, da diese Sorten leichte Fröste vertragen. Es reicht aus, wenn Sie um die schmackhaften Wurzeln locker etwas Erde anhäufen – so können Sie stets frisch ernten. Decken Sie zur Sicherheit Pastinaken und Rüben mit einer Schicht Stroh ab. Wohnen Sie in einer Gegend mit langen Bodenfrösten, ist es hingegen besser, die Wurzeln in einem Frühbeet oder im Keller in feuchten Sand einzuschlagen. Übrigens: Durch den Temperaturunterschied von 5 Grad Celsius lassen sich im Winter im Hochbeet noch viele Gemüsesorten ernten.

Gut geplant, ist halb gegärtnert

Nutzen Sie die trüben kalten Wintertage um die nächste Gartensaison zu planen. Zeichnen Sie Ihren Garten maßstabsgetreu auf Karopapier auf. Alle feststehenden Strukturen wie Gartenhäuschen, bestehende Beete, Wege oder Bäume und Hecken werden hier eingezeichnet. Unser Tipp: Nutzen Sie mehrere Informationsebenen, indem Sie Neues und Veränderliches auf transparentes Butterbrotpapier zeichnen. Diese Pläne geben Ihnen mehr kreativen Spielraum. Sie legen sie über den fest stehenden Gartenplan und können so Ideen und Veränderungen visualisieren. Überlegen Sie, wo im Garten Platz für natürliche Strukturen sein kann. In einer schattigen Ecke kann man einen Totholzhaufen anlegen. Ein unschönes Beet kann in der nächsten Saison mit heimischen Wildstauden bepflanzt werden und wird so zum Nektarbuffet für Wildbienen und Schmetterlinge.

 

Den Überblick behalten

Oder haben Sie mal darüber nachgedacht das Dach Ihres Gartenhäuschens zu begrünen? Auch hier gibt es eine große Auswahl an insektenfreundlichen Pflanzen. Eine Pflanzenliste, die Vorhandenes und Wünsche zusammenfasst, gibt der Gartenentwicklung Struktur. Auch beim Gemüse ist Planung das A und O. Sichten Sie Ihr Saatgut und listen Sie die Sorten auf. Fehlt noch etwas? Es gibt zahlreiche Versandhändler für Biosaatgut. Gute Adressen sind auch ehrenamtlich betriebene Erhaltungsgärten oder private Saatgut-Tauschbörsen. Sortieren Sie die Samen nach Aussaatdatum oder nach guten Partnern für eine stärkende Mischkultur. So behalten Sie auch während der Anbausaison den Überblick.

Weihnachtlicher Blütenzauber mit Barbarazweigen

Vermissen Sie die Blütenpracht von Frühjahr und Sommer, holen Sie mit Barbarazweigen im Dezember einen Hauch davon zurück. Wenn Sie am 4. Dezember Obstbaumzweige schneiden, können Sie diese in eine mit warmem Wasser gefüllte Vase stellen. Pünktlich zu Weihnachten dürfen sie sich über eine üppige Blüte freuen. Wählen Sie Zweige von Kirsche, Pflaume oder Apfel mit möglichst vielen Blütenansätzen aus und schrägen Sie die Stiele unten an. Damit die Knospen aufbrechen, müssen sie Frost abbekommen haben. Lässt der im Dezember auf sich warten, können Sie die Zweige einen halben Tag lang in die Tiefkühltruhe legen.

Die Heilige Barbara, deren Tag der 4. Dezember ist, lebte einst in der heutigen Türkei. Ihr Vater konnte ihr den Übertritt zum Christentum nicht verzeihen und Barbara wurde eingekerkert. Auf dem Weg ins Gefängnis verfing sich in ihrem Gewand ein Kirschzweig, den sie täglich im Verlies mit Wasser pflegte. Am Tag ihrer Hinrichtung blühte der Zweig, weshalb noch heute im Gedenken an die Heilige in vielen Regionen das Schneiden von Barbarazweigen zum Brauchtum in der Vorweihnachtszeit zählt.

Insektenhotel und Nistkästen als Weihnachtsgeschenke bauen

Auf dem Balkon oder in der Nähe der Terrasse ist ein liebevoll gestaltetes Insektenhotel eine Zierde. Nutzen Sie die Wintertage, um neue Exemplare für Ihren eigenen Garten oder als Geschenk für liebe Menschen selber zu bauen. Die Zutaten für diese DIY-Projekte finden Sie in jedem Baumarkt. Ein Gehäuse mit Dach ist leicht zu bauen. Das Innenleben lässt sich mit einem Tonklotz aus dem Bastelgeschäft gestalten, in den Sie mit einer Stricknadel Löcher von unterschiedlichem Durchmesser einarbeiten. Alternativ füllen Sie das Gehäuse mit passend zurecht gesägten Bambusrohren. Ein Insektenhotel, das eine ideale Nisthilfe für Wildbienen darstellt, ist schnell aus einem Gitterziegel gemacht. Tragen Sie den scharfen Grad ab und füllen Sie das Innenleben des Ziegels mit Lehm aus. Bohren Sie mit Stricknadeln und Nägeln entsprechende Löcher oder setzen Sie Bambusrohre in den Lehmbrei ein. Die Aufhängung besorgt ein starker Draht. Um aktive Naturschutzarbeit im eigenen Garten zu leisten und die Artenvielfalt zu fördern, empfiehlt die Heinz Sielmann Stiftung, ein Vogelhaus anzubringen. Wenn Sie das Vogelhaus als DIY-Projekt selber bauen, sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Achten Sie nur darauf, das Vogelhaus so zu konzipieren, dass Futter trocken bleibt. Bewährt hat sich eine Art Futterhaus mit Dach und Bodenplatte, das es mehreren Vögeln gleichzeitig erlaubt, einen Happen zu sich zu nehmen. Wenn Sie schon am Basteln sind, bietet es sich an, als Geschenk für Gartenbesitzer Nistkästen zu bauen. Mit dem Anbringen müssen Sie nicht bis zum nächsten Frühjahr warten, da viele heimische Vögel die Kästen als Unterschlupf bei klirrender Kälte nutzen.