In Gedenken an Inge Sielmann

Natürlich Gärtnern im Februar: Der Winterschlaf ist vorbei

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Im Februar sind die Vorboten des Frühlings unübersehbar. Die ersten Frühblüher sind da, nordische Vögel sind auf der Durchreise zurück in ihre Brutgebiete und im Garten sind jede Menge Vorbereitungen für die Saison zu treffen. Unter anderem bietet es sich in dieser Zeit an, ein Hochbeet zu bauen bzw. für die erste Aussaat vorzubereiten.

Sobald der Boden oberflächlich getrocknet ist und nicht mehr schmiert, kann ausgesät werden.

Hochbeete haben viele Vorteile, sie produzieren Humus, sind Gestaltungselement und Platzsparer auf engem Raum und schonen den Rücken. Foto: Fotoknips/Adobe Stock

 

 

Zeit für den Schnitt bei Gehölzen

Solange Frost herrscht, sollten Sie Gehölze besser nicht schneiden, da Holz bei dieser Witterung sehr brüchig ist und die Schnittfläche schlecht verheilt. Entfernen Sie an Obstbäumen alle Fruchtmumien und sammeln Sie das letzte Fallobst auf. Damit verhindern Sie Pilzinfektionen. Bei steigenden Außentemperaturen können Sie dann Schere und Astsäge anlegen. Entfernen Sie zunächst die Wasserschosse genannten dünnen Ruten. Damit genug Licht in die innere Krone gelangt, lichten Sie alles aus, was nach innen wächst und sich kreuzt. Geschnittene Äste entfernen Sie komplett, um unerwünschte Neuaustriebe zu vermeiden. Junge Bäume, die noch keine Früchte tragen, werden nur sparsam geschnitten. Haben Sie im Rasen junge Obstbäume stehen, sollten Sie im Februar düngen. Sonst kommt es zwischen Baum und Gras zu einem Konkurrenzkampf. Versenken Sie Bio-Dünger in etwa 10 cm tiefe Löcher rund um den Baum. Der Bio-Dünger dringt so effektiv zu den Wurzeln vor.

Nicht vergessen – Beet vorbereiten für die erste Aussaat

Wenn Sie das ein oder andere Beet noch vorbereiten müssen, wird es im Februar höchste Zeit. Mulch und altes Laub müssen entfernt werden, denn die Sonne erwärmt wieder den Boden. Einige Frühjahrskulturen wie Möhren, Spinat, Radieschen oder Rettich können bald ins Freiland ausgesetzt werden. Auch Knoblauch und die verschiedenen Zwiebelarten sind nun an der Reihe. Sobald der Boden oberflächlich getrocknet ist und nicht mehr schmiert, kann ausgesät werden. Paprika werden vorgezogen und Sie können mit dem Auskeimen von Frühkartoffeln beginnen. Haben Sie noch kein Saatgut gekauft, setzen Sie doch dieses Jahr einfach auf alte Sorten. Mit alten Sorten holen Sie sich alte und robuste Kulturpflanzen in den Garten. Altes Saatgut für die Vielfalt im naturnahen Garten erhalten Sie auf speziellen Onlinetauschbörsen.

Ein Hochbeet bauen lohnt sich

Wenn das Wetter etwas milder ist, bietet es sich an, ein Hochbeet zu bauen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ein solches Hochbeet zu bauen. Von der großen Anlage im Garten bis hin zur platzsparenden Variante auf dem Balkon. Nach einem ausgeklügelten System werden diverse organische Materialien so geschichtet, dass die Humusbildung in Gang gesetzt wird. Die Verrottung lässt das Volumen absinken, sodass im späten Februar die Zeit gekommen ist, das Hochbeet mit Kompost aufzufüllen. Alternativ eignet sich Pflanzenerde. Achten Sie darauf, dass die Erde torffrei ist. Torf als Bestandteil von Blumenerde wurde lange nicht hinterfragt. Zu groß schienen die Vorteile im Garten. Dabei ist der Torfabbau ökologisch problematisch. In den Mooren werden die Lebensräume zahlreicher Tier- und Pflanzenarten, für deren Erhalt sich die Heinz Sielmann Stiftung mit ihren Projekten einsetzt, zerstört. Bei der Trockenlegung der Moore wird überdurchschnittlich viel klimaschädliches Kohlendioxid freigesetzt. Es dauert fast 1.000 Jahre, bis sich nach Ende des Abbaus wieder eine Torfschicht von einem Meter Dicke gebildet hat. Ist die torffreie Erde im Hochbeet eingebracht, kann mit der Aussaat begonnen werden. Denn durch die Verrottung entsteht Wärme, die das Hochbeet aufheizt.

Nordische Vögel geben sich ein Stelldichein

Im Februar ist die letzte Chance, im Herbst vergessene Blumenzwiebeln in die Erde zu pflanzen. Erste Frühblüher wie das Schneeglöckchen stecken bereits Blütenköpfe hervor. Immergrüne Pflanzen sollten Sie nun regelmäßig gießen. Geranien, die überwintert haben, schneiden Sie zurück und topfen sie um. So bilden sich neue Triebe, die Sie als Stecklinge benutzen können. Blumentöpfe und Pflanzcontainer benötigen eine gründliche Reinigung, denn Pilzsporen können viele Monate überleben. Gefäße, in denen sich kranke Pflanzen befanden, werden ausgekocht. Ein sonniger Tag ist ideal, um die Gartengeräte fit für den Frühling zu machen. Dabei können Sie das bunte Treiben der Vogelschar beobachten. Nordische Vögel wie Dompfaff, Singdrossel oder Bergfink haben ihren Winterurlaub in Mitteleuropa verbracht und geben sich noch einmal ein letztes Stelldichein in Ihrem Garten, bevor sie sich Ende Februar wieder in Ihre Brutgebiete aufmachen. Kurzstreckenzieher wie der Star kehren unüberhörbar in heimische Gefilde zurück. Denken Sie daran, dass der Februar eine gute Gelegenheit ist, Nisthilfen anzubringen und Nistkästen zu reparieren.