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Naturnah Gärtnern im November: Stelldichein der Gartenvögel im Winter

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Im Novembergarten stehen letzte Aufräumarbeiten und die Ernte von Wintergemüse wie Rosenkohl an. Nehmen Sie sich zwischendurch immer wieder die Zeit, die Vögel in Ihrem Garten zu beobachten. Dort finden sich nicht nur typische Standvögel ein, sondern auch viele Zugvögel aus dem hohen Norden, die in Ihrem naturnahen Garten optimale Bedingungen zum Überwintern finden.

 

Letzte Arbeiten im Nutz- und Ziergarten

Obwohl es im Garten im November nasskalt wird und die Dunkelheit früh einsetzt, müssen Sie gelegentlich noch einmal in die Gummistiefel steigen. Denn nun werden Kohl und anderes Wintergemüse geerntet, das in der kalten Jahreszeit eine gute Versorgung mit Vitamin C garantiert. Da Chinakohl Frost verträgt, können Sie immer wieder über die nächsten Wochen hinweg ernten. Jetzt beginnt die Haupterntezeit für Rosenkohl, dem der erste Frost sein charakteristisches Aroma verleiht. Ist der November ungewöhnlich kalt, decken Sie die Pflanzen mit etwas Reisig ab. Geerntet wird nicht bei Frost, sondern an einem sonnigen Novembertag, wenn der Rosenkohl aufgetaut ist. Entnehmen Sie die Knospen von unten nach oben, sorgen Sie für weitere Erntemöglichkeiten im Winter.

Sind Sie schon in den Beeten unterwegs, nutzen Sie die Möglichkeit, die Zwiebeln von Frühlingsblühern wie Tulpe, Narzisse und Krokus vor dem Frost zu setzen. Rosen müssen Sie auch vor dem Frost schützen. Vor allem die Veredlungsstellen müssen mit Stroh oder einer Frostschutzmatte gewärmt werden. Nach dem ersten Bodenfrost wird es Zeit, nicht winterharte Knollen wie Dahlien auszugraben. Schneiden Sie alle Blätter ab, lagern Sie die Knollen an einem dunklen, trockenen Ort und decken Sie alles mit Sägespänen ab. Anfang Mai können Sie die im Spätsommer blühenden Dahlien wieder in den Boden einbringen.

 

Den Garten endgültig winterfest machen

Ihre Winterbeete und die bereits abgeräumten Flächen können im November noch einmal von Unkraut befreit werden, wenn Sie sich im Frühjahr Arbeit sparen wollen. Mit einer Schicht aus Mulch und Kompost schützen Sie anschließend den Boden, damit der Erde nicht zu viel Nährstoffe verloren gehen. Die Schicht sollte maximal zwei Zentimeter dick sein, um die Luftzufuhr der zahlreichen Mikroorganismen zu gewährleisten und das Faulen von Pflanzenteilen zu verhindern. Lassen Sie das Laub auf schattigen Beeten sowie unter Bäumen und Sträuchern liegen. Solche Laubhaufen bieten einen idealen Unterschlupf für zahlreiche Insekten und Kleinstlebewesen.

Vergessen Sie nicht, in Erdmulden zusätzlich Laub und Reisig aufzuschichten, damit sich Igel in Ihrem Garten bei Frost wohlfühlen. Alternativ können Sie ein Igelhaus aufstellen. Damit den Igeln keine Gefahr im Garten droht, decken Sie Kellerschächte und ebenerdige Regentonnen ab. Reinigen und überprüfen Sie ihre Gartengeräte bevor Sie sie winterfest einpacken. Gartenscheren vertragen nach einer einsatzreichen Saison etwas Schmieröl.

Den Garten zum Paradies für Vögel im Winter machen

Wenn sich an Stauden noch Samenkapseln befinden, lassen Sie diese als Nahrungsquelle für Gartenvögel im Winter stehen. Standvögel wie Meisen, Amseln, Finken, Spechte und Drosseln sehen Sie in den kalten Monaten häufig gegen Abend aufgeplustert im Gebüsch oder auf Baumzweigen sitzen. So schaffen sich die Gartenvögel im Winter eine isolierende Schicht, die sie effektiv vor Kälte schützt. Meisen freuen sich zudem, wenn Sie die Nistkästen hängen lassen, da sie darin in Winternächten Zuflucht suchen. Die Wintergäste im Garten müssen jede Menge Energie einsparen, um bei niedrigen Temperaturen zu überleben. Das bedeutet, sie müssen in den kurzen Tagen so viel reichhaltige Nahrung wie möglich finden. Mit Futterstellen, Wildkräutern und nicht abgeernteten Beerensträuchern tun Sie den Vögeln einen Gefallen. Ornithologe Dr. Peter Berthold erläutert in einem Blogbeitrag, was Sie beachten müssen, wenn Sie Gartenvögel im Winter füttern.

Einige Vögel haben Ihrem Garten schon länger Lebewohl gesagt, denn Zugvögel verabschieden sich ab dem Spätsommer in wärmere Gefilde. Zugvögel selbst werden in Lang- und Kurzstreckenzieher unterteilt. So fliegen Vögel wie Kraniche, Stare und Kiebitze nur in den Mittelmeerraum, während Nachtigall, Kuckuck und Storch bis weit nach Afrika hineinziehen.

Durch den Klimawandel werden viele Zugvögel zu Teilziehern

Daneben können Sie in Ihrem Garten im November auch Zugvögel aus den skandinavischen Ländern, Russland oder dem Baltikum beobachten. Etwa 60 Arten, darunter Seidenschwänze und Tannenhäher, schätzen es, in Deutschland zu überwintern. Die überwiegende Mehrheit der heimischen Vögel gilt als Teilzieher. Manche Standvögel verlassen ihren angestammten Lebensraum, weil es in einem anderen Landstrich wärmer ist oder ein besseres Futterangebot herrscht. Bei anderen Arten wie dem Buchfink werden nur die Weibchen zum Zugvogel und brechen nach Süden auf, während die Männchen in den angestammten Gebieten zurückbleiben. Weitere typische Teilzieher sind Rotkehlchen, Stieglitz, Star, Zilpzalp und Mönchsgrasmücke. Der Vorteil, den Teilzieher haben, liegt auf der Hand: Sie passen sich perfekt den unterschiedlichen Überwinterungsbedingungen an. Trotzdem beobachtet die Heinz Sielmann Stiftung mit Sorge, dass immer mehr Zugvögel zu Teilziehern werden. Der Klimawandel sorgt dafür, dass viele Vögel keine Notwendigkeit mehr sehen, nach Süden zu ziehen. Mehr über das Zugverhalten der Vögel hat unser Experte Dr. Heiko Schumacher in einem Blogbeitrag zusammengefasst.

Da der Gesang der Wintervögel im Garten deutlich reduziert ist, benötigen Sie ein Bestimmungsbuch, um die gefiederten Gäste zu identifizieren. Machen Sie sich an einem klaren Novembertag die Mühe, die verschiedenen Arten auszumachen. Das gibt Ihnen nicht nur wertvolle Hinweise über den Bestand an Vögeln in Ihrer Region, sondern hilft Ihnen dabei, Maßnahmen zu ergreifen, um Ihren Garten noch attraktiver für Wintervögel zu machen.