Heinz Sielmann (11): „Expeditionen ins Tierreich” schreibt Fernsehgeschichte

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So gut wie jeder, der in den 70er- und 80er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts schon alt genug war, abends fernzusehen, hat die sonore Stimme Heinz Sielmanns im Ohr, wie er Groß und Klein vor den Fernsehgeräten Neues und Erlebnisreiches aus dem Tierreich berichtet. Sechsmal im Jahr, zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr, nahm Heinz Sielmann seine Zuschauer mit auf eine spannende „Expedition ins Tierreich“ und kam so dem wachsenden Interesse an Tiersendungen nach.

Heinz Sielmann mit seiner Kamera bei Dreharbeiten

Heinz Sielmann war neben seiner Arbeit als Tierfilmer auch Herausgeber mehrerer Tier- und Naturführer.

Gemeinsam mit Günter Tovar vom Norddeutschen Rundfunk (NDR) produzierte Heinz Sielmann mehr als 140 Sendungen. Durch seinen Zugang zu Filmen der British Broadcasting Corporation (BBC) und der National Geographic Society gelang es ihm durch die Kombination von eigenen Produktionen und Fremdmaterial einzigartige Sternstunden des Fernsehens zu produzieren.

Die Dreharbeiten führten Heinz Sielmann und Günter Tovar rund um die Welt: von den Pelzrobben der Pribilof-Inseln in der Beringsee zu den Berggorillas in Ruanda bis ins Reich der Glanzfasane auf dem Anapurna-Massiv in Nepal, wo sie auf 3.000 Metern Höhe ihr Filmlager aufschlugen.

Sielmann begründet ein einzigartiges Kapitel der deutschen Fernsehgeschichte

Schon ab 1960 hatte der Sender regelmäßig Beiträge des Tierfilmers unter dem Titel „Verhaltenforschung bei Tieren“ ausgestrahlt. Ab dem 18. April 1965 wurden diese Filme dann unter der neuen Kennung „Expedition ins Tierreich“ gezeigt. Seit 1968 gibt es die Reihe auch in Farbe. Bis heute werden in der Sendereihe „Expedition ins Tierreich“ Tier -und Naturfilme gezeigt, die damit eine der am längsten laufenden Serien des deutschen Fernsehen ist.

Tierfilme auch im privaten Fernsehen

Anfang der 1990er Jahre entwickelte Heinz Sielmann weitere TV-Formate. Mit Hilfe von Lutz Bergmann, der inzwischen Programmdirektor bei RTL geworden war, wurde die neue Reihe „Sielmann 2000” produziert. Die zunehmende Bedrohung der Natur stand hier noch stärker im Fokus als bei Sielmanns „Expeditionen ins Tierreich”. Hierfür besuchte Heinz Sielmann im Alter von 74 Jahren nochmals viele ehemalige Drehorte. In zehn Sendungen zeigte er aktuelle und frühere Filmaufnahmen.

So führte er den Zuschauern vor Augen, wie drastisch die Natur und Lebensräume der Tiere durch Menschenhand zerstört werden.

In den Jahren 1993/94 produzierte Sielmann schließlich in Zusammenarbeit mit Sat.1 die Reihe „Der Sielmann Report“. In diesen Sendungen ging es besonders um wichtige Naturschutzanliegen vor unserer eigenen Haustür: „Sind die Alpen noch zu retten?“, „Letzte Chance für Feld und Flur“ oder „Jagd als Naturschutz“ erzielten hohe Einschaltquoten und waren Heinz Sielmanns letzte Produktionen für das Fernsehen.

Danach setzte er sich aber nicht zur Ruhe, sondern widmete sich mit ganzer Kraft und mit Unterstützung seiner Frau Inge seinem neuen Herzensprojekt: der Gründung der Heinz Sielmann Stiftung.

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