Heinz Sielmann (12): „Naturschutz als positive Lebensphilosophie“ – die Heinz Sielmann Stiftung

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Heinz Sielmann war sein Leben lang in der Natur tätig und setzte sich leidenschaftlich für ihre Erhaltung ein. Für ihn bedeutete es reines Glück und hohe Lebensqualität, durch eine intakte Landschaft zu wandern und Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten. Diese Freude und dieses Bewusstsein wollte er gerne an andere Menschen weitergeben.

Inge und Heinz Sielmann gründeten die Stiftung am 01. Juni 1994

Heinz und Inge Sielmann gründeten die Heinz Sielmann Stiftung, um den Menschen in zahlreichen Projekten die Vielfalt unserer Natur näherzubringen.

Gemeinsam mit seiner Frau Inge beschloss er, eine eigene Stiftung zu gründen und sein Kapital so in seinem Sinne wirken zu lassen. Da der Sohn von Inge und Heinz Sielmann im Alter von 24 Jahren durch einen Unfall ums Leben gekommen war, gab es auch keinen direkten Erben.

Am 1. Juni 1994, einen Tag vor Heinz Sielmanns 77. Geburtstag, stellte das Ehepaar Sielmann seine Stiftung und deren Ziele im Berliner Zoologischen Garten der Öffentlichkeit vor.

Unter dem Motto „Naturschutz als positive Lebensphilosophie“ gliedern sich die Ziele der Stiftung in vier Bereiche.

Letzte Refugien bewahren 

Schon 1988, bei den Dreharbeiten zu seinem Film „Tiere im Schatten der Grenze“, wuchs in Heinz Sielmann der Wunsch, dieses besondere Refugium, das sich auf dem ehemaligen Todesstreifen der innerdeutschen Grenze ungestört hatte entwickeln können, zu schützen. Das Grüne Band war sozusagen der Ausgangspunkt für viele weitere Projekte der Heinz Sielmann Stiftung zum Schutz bedrohter und seltener Lebensräume, Pflanzen und Tiere in unserer Heimat.

Junge Menschen für den Naturschutz begeistern 

Heinz Sielmann war zutiefst davon überzeugt, dass Menschen nur das schützen und bewahren werden, was sie lieben und verstehen. Es lag ihm und seiner Frau Inge besonders am Herzen, Kinder und Jugendliche für einen positiven Umgang mit der Natur zu begeistern. Dieser Aufgabe widmet sich die Stiftung noch heute mit großem Engagement. Auf Gut Herbigshagen bei Duderstadt ist ein kleines Naturparadies entstanden: Auf dem Bauernhof, auf den umliegenden Streuobstwiesen und in der weitgehend unberührten Landschaft rundherum finden ganzjährig Erlebnistage für naturbegeisterte Kinder und Familien statt.

Die Öffentlichkeit für den Schutz der Artenvielfalt sensibilisieren 

Die Heinz Sielmann Stiftung will das Interesse der Öffentlichkeit am Naturschutz fördern und sie gleichzeitig für die dringlichen Themen in diesem Bereich gewinnen. Die Stiftung setzt die Zusammenhänge in der Natur in nachvollziehbarer Art und Weise in Beziehung und zeigt konkrete Maßnahmen auf, um die Menschen zum Mitmachen zu animieren. Ganz in der Tradition des Tierfilmers Heinz Sielmann nutzt sie dazu Multiplikatoren und Medien, die die Botschaften der Heinz Sielmann Stiftung in die Öffentlichkeit tragen.

Das „Heinz-Sielmann-Archiv des Naturfilms“ 

Ein weiteres Ziel der Heinz Sielmann Stiftung war und ist der Aufbau eines systematischen Archivs, um das umfangreiche hochwertige Filmmaterial auch für kommende Generationen nutzbar zu machen.

Seit der Stiftungsgründung sind mehr als 23 Jahre vergangen. Inzwischen gehört sie längst zu den etablierten Naturschutzorganisationen Deutschlands. Besonders erfolgreich ist die Stiftung bei der Rückgewinnung großer unzerschnittener Landschaften für den Natur- und Artenschutz, vor allem in Brandenburg. Außerdem fördert sie deutschlandweit Biotopverbunde, damit sich auf diesen Flächen seltene Tier- und Pflanzenarten frei vom wirtschaftlichen Nutzungsdruck erholen und verschwundene Arten zurückkehren können.

Nach seinem Tod am 6. Oktober 2006 fand Heinz Sielmann seine letzte Ruhestätte in der Franz-von-Assisi-Kapelle auf Gut Herbigshagen, wo sich bis heute der Hauptsitz der Heinz Sielmann Stiftung befindet.

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