Heinz Sielmann (5): „Galapagos” – mit der ersten Eigenproduktion auf den Spuren der Evolution

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1960 reiste Heinz Sielmann in die Vergangenheit: auf die Galapagos-Inseln. Damals sorgte die Inselgruppe für großes Aufsehen, denn die Veröffentlichung der weltbewegenden Erkenntnisse Charles Darwins jährte sich zum 100. Mal: Der englische Naturforscher hatte die Theorie aufgestellt, dass die Evolution im Gegensatz zur biblischen Meinung nicht abgeschlossen sei und sich stattdessen auf der Erde fortsetze.

Heinz Sielmann auf Galapagos 1959 - 1961

Heinz Sielmann drehte auf auf Galapagos von 1959 - 1961.

Den Beweis für seine Theorie fand Darwin auf den Galapagos-Inseln, die nie eine Landverbindung zum südamerikanischen Kontinent hatten. Die hier lebenden Arten mussten sich also an neue Gegebenheiten angepasst haben. Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Lehre Darwins schickte die UNESCO einige Wissenschaftler zu dem Archipel im Pazifik. Zu der auserwählten Gruppe von Forschern, die überprüfen sollte, wie es heute auf den Galapagos-Inseln aussah, gehörte auch Sielmanns langjähriger Freund Dr. Irenäus Eibl-Eibesfeldt. Seine faszinierenden Fotos waren es, die Heinz Sielmann anschließend dazu bewogen, seine Galapagos-Expediton anzutreten.

Sielmanns Filmprojekte auf der „Arche Noah des Pazifiks”

Auf den Galapagos-Inseln wollte Heinz Sielmann einige Unterrichtsfilme für Schulen, eine Sendereihe für das englische und deutsche Fernsehen sowie einen abendfüllenden Kinofilm drehen. Obwohl eine solche Eigenproduktion ein erhebliches finanzielles Risiko darstellte, fand Heinz Sielmann mit der Natural History Unit der BBC, dem NDR, der National Geographic Society, dem Institut für den Unterrichtsfilm (FWU) sowie dem Institut für den Wissenschaftlichen Film (IWF) in Göttingen starke Partner, die seine Expedition auf die Galapagos-Inseln unterstützten. 

Neun Monate lang wandelte Heinz Sielmann auf den Spuren der Evolution und filmte in atemberaubenden Bildern Riesenschildkröten, Meerechsen, Seelöwen, Fregattvögel und Galapagos-Pinguine – die kleinsten Pinguine der Welt. Ein Abstecher im Voraus nach Ecuador, wo Heinz Sielmann im Küstenurwald filmte, sowie an die Westküste Perus stand ebenfalls auf dem Drehplan.

Preisgekröntes Meisterwerk: "Galapagos – Trauminseln im Pazifik" 

Das Ergebnis konnte sich mehr als sehen lassen. „Galapagos – Trauminseln im Pazifik” wurde im In- und Ausland ein preisgekrönter Erfolg.

Heinz Sielmann sagte zu seinem Werk:

"1962 war die Uraufführung in der „Filmbühne Wien" auf dem Kurfürstendamm. Doch kein Filmverleih wagte es zunächst, den Kinofilm Galapagos unter Vertrag zu nehmen. Als der auf den Einsatz von Dokumentarfilmen spezialisierte Miniverleiher Fritz Müller, Globus, sich schließlich dazu entschloss, den Galapagos-Film in den Vertrieb zu nehmen, wurde er großer Erfolg. In vielen Premierentheatern deutscher Städte lief der Film mehrere Wochen im vollen Programm, und wir verkauften die Theaterrechte in 20 Länder, u.a. nach Japan und Russland."

Sielmann wurde daraufhin zum fünften Mal mit dem Deutschen Bundesfilmpreis und damit mit dem Filmband in Gold ausgezeichnet. Auch bei den Filmfestspielen in Berlin setzte er sich mit seinem Film durch und erhielt den Silbernen Bären. Außerdem wurde seine Leistung mit dem Großen Preis der Internationalen Filmfestspiele in Trento (Italien) und dem Deutschen Jugendfilmpreis gewürdigt. 

Der Erfolg seiner ersten Eigenproduktion markierte einen Neuanfang in der beruflichen Zukunft Heinz Sielmanns:

"Dieser Erfolg brachte für mich die Überlegung, ob ich nicht künftig die Herstellung von Filmen für Fernsehen, Unterricht und Forschung in eigener Produktion machen sollte. Zumal ich schon beim „Unternehmen Galapagos" den beherrschenden Teil der Filmaufnahmen selbst gemacht hatte, während meine Mitarbeiter abwechselnd für die zweite Kamera und die Tonaufnahmen zuständig waren."

Einblick in die Expedition Heinz Sielmanns auf die Galapagos-Inseln

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