Heinz Sielmann (7): "In die Bergdschungel Neuguineas" - Unmöglich? Nicht für Heinz Sielmann!

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Auf dem Internationalen Ornithologenkongress 1962 in Ithaca/New York begegnete Heinz Sielmann dem amerikanischen Vogelkundler Professor Tom Gilliard, der gerade aus den Bergwäldern Neuguineas zurückgekehrt war. Er berichtete Heinz Sielmann und dessen Freund und Kollegen Professor Stresemann von den faszinierenden Lauben- und Paradiesvögeln, deren Verhalten noch nie in einem Farbfilm dokumentiert worden war.

Heinz Sielmann steht mit einem Ureinwohner Papuas vor der Laube des Lauterbach-Laubenvogels.

Heinz Sielmann vor der Laube des Lauterbach-Laubenvogels

Der Tierfilmer war sofort Feuer und Flamme und ließ sich von Gilliards Einwänden, es sei beinahe unmöglich, die extrem scheuen Vögel zu filmen, nicht von seinem neuen Vorhaben abbringen. 

Schon ein Jahr später, im Juli des Jahres 1963, war es dann so weit: Heinz Sielmann brach nach intensiven Vorbereitungen mit seinem Team zu einer Expedition in die Bergdschungel Neuguineas auf, um auf der zweitgrößten Insel der Welt die Balz der Lauben- und Paradiesvögel in Farbe zu filmen.

Laubenvögel – geschickte Sammler

Optisch mag man es kaum glauben, aber die eher unscheinbaren Laubenvögel sind enge Verwandte der schillernden Paradiesvögel, die ihren Namen dem prächtigen Federkleid verdanken. Doch was den Laubenvögeln an opulenter Schönheit fehlt, machen sie durch Geschicklichkeit wieder wett: Die männlichen Laubenvögel können kleine Hütten errichten und diese obendrein mit Sammlungsstücken ausstatten. Die Weibchen lassen sich dann nur zu gerne in eine solche „Liebeslaube” locken. 

Die Dreharbeiten – eine große Herausforderung

Das erste Filmobjekt der Crew war der Maibaum-Laubenvogel, den die Ureinwohner Neuguineas, die Papuas, „Kumbuk” nennen. Der äußerst scheue Vogel bevorzugt für seine Balz das Dämmerlicht. Das stellte Heinz Sielmann vor ein Problem, denn sein Belichtungsmesser schlug in den unteren Regionen des tropischen Regenwaldes gar nicht erst aus. Doch auch diese Herausforderung löste Heinz Sielmann auf seine eigene, kreative Weise. Kurzerhand kletterten die eingeborenen Helfer des Filmteams in die Kronen der höchsten Bäume hinauf und begannen, den Wald für die Dauer der Dreharbeiten zu lichten. Nach jedem Arbeitsgang ließ Heinz Sielmann die Helfer pausieren, denn er wusste, dass der Kumbuk sehr empfindlich gegenüber Veränderungen in seinem Revier war. Nach einigen Wochen waren die sensationellen Filmaufnahmen endlich im Kasten.

Zwei Jahre später erschien „In die Bergdschungel Neuguineas” in den Kinos.

 

 

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