Heinz Sielmann (8): „Lockende Wildnis” - ein Traum aus Jugendtagen wird wahr

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Seit seiner Jugend dokumentierte Heinz Sielmann das Verhalten der schnepfenartigen Wiesenvögel mit der Kamera. Dabei kamen ihm auch nordische Schwäne, Gänse und Enten „vor die Linse” und in dem jungen Ornithologen wuchs schon früh der Wunsch, diese Vögel einmal in ihrem angestammten Lebensraum in der Arktis zu filmen. Im Mai des Jahres 1966 war der große Tag gekommen: Heinz Sielmanns Expedition nach Kanada startete.

Heinz Sielmann filmt eine Schneegansfamilie.

Heinz Sielmann filmt eine Schneegansfamilie.

Zunächst folgte das Filmteam den Wanderwegen der Karibus. Dabei war jede Menge Geduld gefragt, denn die arktischen Hirsche schienen mit einem siebten Sinn für Gefahr ausgestattet gewesen zu sein. Sie spürten oftmals, dass sie beobachtet wurden und zogen mit großem Sicherheitsabstand an den Menschen und ihren Kameras vorbei.

Schlechte Zeiten, gute Zeiten

Auch das arktische Wetter war den Filmemachern nicht immer wohlgesonnen und Schneegestöber und dichter Nebel machten die Filmarbeiten oft unmöglich. Doch Heinz Sielmann wäre nicht Heinz Sielmann gewesen, wenn er sich davon hätte beirren lassen, und so hatte er nach einigen Wochen die erhofften Aufnahmen „im Kasten”.

Dann endlich ging es zu Sielmanns geliebten schnepfenartigen Wiesenvögeln und den nordischen Vögeln in das Nistrevier in East Bay. Der Beginn der Dreharbeiten gestaltete sich überraschend gut: Eine Schneegans gestattete Heinz Sielmann, ihren flauschigen Nachwuchs in die Hand zu nehmen und ganz aus der Nähe zu filmen. 

Doch nicht alle Arktis-Bewohner haben so ein entspanntes Verhältnis zu Menschen, die ihrem Nachwuchs zu nahe kommen. Das musste Heinz Sielmann am dritten Tag seiner Expedition am eigenen Leib erfahren, als er eine Eisbärin mit ihren beiden Jungen in Großaufnahme filmen wollte. Mutter Eisbär war damit alles andere als einverstanden und näherte sich dem Tierfilmer brummend, mit hochgezogenen Lefzen und immer größer werdenden Schritten. Dank seiner Begleiter, die die Eisbärin mit lautem Geschrei und Hunden vertrieben, ging diese Begegnung mit dem „König der Arktis” glimpflich aus.

Artenvielfalt in der Wildnis

Im weiteren Verlauf seiner Expedition filmte Heinz Sielmann Walrosse, Braunbären und viele andere Tiere. Dabei sollte sich ein weiterer Wunsch für ihn erfüllen: Er filmte einen Seeotter, der mithilfe eines Werkzeuges eine Muschel öffnete. Damit gelang es dem Naturfilmer, die außergewöhnliche Intelligenz dieser Tiere festzuhalten. Außerdem filmte er eine Wölfin beim Fischfang, was bis dato noch niemandem gelungen war.

Nach 19 Monaten waren die Filmarbeiten zu „Lockende Wildnis” abgeschlossen.

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